06. Juli 2021 / 23:42 Uhr

Dank Olmo-Fehlschuss und Donnarumma-Parade im Elfmeter-Krimi: Italien erster EM-Finalist

Dank Olmo-Fehlschuss und Donnarumma-Parade im Elfmeter-Krimi: Italien erster EM-Finalist

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auch dank eines Fehlschusses von Dani Olmo: Großer Jubel bei den Italienern! Die Squadra Azzurra um Jorginho, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte, hat das EM-Finale erreicht.
Auch dank eines Fehlschusses von Dani Olmo: Großer Jubel bei den Italienern! Die Squadra Azzurra um Jorginho, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte, hat das EM-Finale erreicht. © 2021 Getty Images
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Italien hat sich das erste Final-Ticket bei der Europameisterschaft gesichert. Nach Elfmeterschießen setzte sich die Squadra Azzurra im Wembley-Stadion gegen Spanien durch. Im Endspiel am kommenden Sonntag wartet nun der Sieger der Partie zwischen England und Dänemark.

Italien hat das Endspiel der Europameisterschaft erreicht. Der viermalige Weltmeister bewies im Elfmeter-Krimi gegen Spanien die besseren Nerven und setzte sich dort mit 4:2 durch. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Federico Chiesa hatte Italien in Führung gebracht (60.), Álvaro Morata zehn Minuten vor dem Ende ausgeglichen. Im Elfmeterschießen profitierte die Squadra Azzurra von einem Fehlschuss des Leipzigers Dani Olmo, der den Ball über das Tor setzte, und den Qualitäten von Torhüter Gianluigi Donnarumma, der gegen Morata parierte. Den entscheidenden Schuss versenkte Jorginho.

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Die seit 33 Länderspielen ungeschlagenen Italiener können nun vom zweiten kontinentalen Titelgewinn nach 1968 träumen. Im Finale am kommenden Sonntag trifft das Team auf England oder Dänemark, die sich am Mittwoch duellieren. Durch den Sieg gegen Spanien revanchierte sich Italien auch ein weiteres Mal für die 0:4-Pleite im EM-Finale 2012. Schon beim Turnier 2016 war die erste Wiedergutmachung gelungen. Damals hatte man die Iberer im Achtelfinale (2:0) nach Hause geschickt.

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini war vor 57.811 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion zu einer Umstellung gezwungen. Nachdem sich Leonardo Spinazzola im Viertelfinale gegen Belgien (2:1) einen Riss der Achillessehne zugezogen hatte, begann der gebürtige Brasilianer Emerson auf der Position des Linksverteidigers. Spaniens Coach Luis Enrique nahm im Vergleich zum 3:1 im Elfmeterschießen gegen die Schweiz drei Veränderungen vor. Der Leipziger Dani Olmo begann für den verletzten Pablo Sarabia. Zudem saß Mittelstürmer Álvaro Morata erstmals bei dieser EM zu Beginn nur auf der Bank. Für ihn spielte Mikel Oyarzabal. In der Innenverteidigung erhielt Eric García den Vorzug vor Pau Torres.

Und Spaniens Defensive war sofort gefordert. Hellwach und mit hohem Tempo startete Italien in die Partie. Nach vier Minuten wäre fast die Führung herausgesprungen: Emerson setzte Nicolo Barella in Szene und der Abschluss der Mittelfeldspielers klatschte an den Pfosten des spanischen Tores. Allerdings hätte das Team um Bundesliga-Schiedsrichter Felix Brych einem möglichen Treffer wegen einer Abseitsstellung ohnehin die Anerkennung verweigert.

Nach dem italienischen Wirbel in den Anfangsminuten versuchte Spanien, das Spiel zu beruhigen und bemühte sich um Ballkontrolle. Dies gelang zunehmend besser und führte auch zur ersten kleinen Chance der Enrique-Elf. Einen Traumpass von Youngster Pedri konnte Oyarzabal jedoch nicht entscheidend mitnehmen, wodurch die Möglichkeit ohne Resultat verpuffte (13.). Zwei Minuten später verfehlte Ferran Torres mit einem Schuss aus rund 20 Metern das Ziel.

Emerson nagelt den Ball an Spaniens Latte

Italien setzte in dieser Phase kaum noch offensive Akzente, kam dann aber plötzlich doch zu einer aussichtsreichen Aktion. Nachdem Spaniens Keeper Unai Simon nach einem Steilpass von Lorenzo Insigne aus seinem Tor gestürmt war, gelangte Emerson eher an den Ball und leitete ihn in die Mitte weiter - Barella brachte die Kugel dann aber nicht auf den Kasten und Spanien konnte klären (21.). Kurz darauf hatte Olmo seine ersten großen Momente: Erst prüfte er Gianluigi Donnarumma (25.), dann setzte er den Ball über das Tor des italienischen Schlussmannes (33.). Unmittelbar vor der Pause hatten die italienischen Fans den Jubelschrei fast schon auf den Lippen. Emerson traf aus kurzer Distanz jedoch nur das spanische Lattenkreuz (45.).


Nach Wiederbeginn schien Spanien zunächst seinen leichten Feldvorteile aus dem ersten Durchgang mehr und mehr auszubauen. Der Ball zirkulierte, die Italiener hechelten der Kugel meist hinterher, Das Problem aus Sicht der Iberer: Zu selten wurden Pässe in die Tiefe gespielt, auch das überraschende Moment blieb aus. Folge: Zwingendes resultierte aus der Dominanz kaum. Einzig Oyarzabal brachte den Ball zweimal in Richtung Tores, zielte jedoch nicht genau genug (52. und 58.). Italien verteidigte derweil konzentriert und suchte den Erfolg mit temporeichen Gegenstößen.

Olmo legt Morata den Ausgleich auf

Ein Mittel, das sich als richtig entpuppen sollte. Über Marco Verratti und Lorenzo Insigne ging es nach einer Stunde in Höchstgeschwindigkeit nach vorn. Der frühere BVB-Stürmer Ciro Immobile wurde zwar vom Ball getrennt, doch der Abpraller landete bei Chiesa. Der 23-Jährige manövrierte sich in eine gute Schussposition und schlenzte den Ball gefühlvoll zur Führung ins Tor (60.). Spanien suchte nach einer Antwort und setzte sich erneut in der italienischen Hälfte fest. Diese Mal erfolgreich. Der kurz nach dem 0:1 eingewechselte Morata stand nach einem Doppelpass mit Olmo allein vor Donnarumma und schloss eiskalt ab (80.).

In der Verlängerung blieb Spanien am Drücker, Olmo und Morata standen erneut schnell im Fokus: Eine flache Freistoß-Hereingabe des Leipzigers konnte Donnarumma mit Mühe abklatschen, Morata bugsierte den Abpraller in Richtung Tor - doch der Ball trudelte an Italiens Tor vorbei (97.). Fünf Minuten war die Defensive der Squadra Azzurra erneut gefordert: Dieses Mal rettete Leonardo Bonucci gegen Marcos Llorente.