24. September 2021 / 21:28 Uhr

Jahn Regensburg schlägt Erzgebirge Aue 3:2 – Oberpfälzer sind (vorerst) wieder Spitzenreiter

Jahn Regensburg schlägt Erzgebirge Aue 3:2 – Oberpfälzer sind (vorerst) wieder Spitzenreiter

dpa
Babacar Gueye und Nicolas-Gerrit Kühn, Aues Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1, sind nach dem dritten Treffer des SSV Jahn Regensburg sehr enttäuscht.
Babacar Gueye und Nicolas-Gerrit Kühn, Aues Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1, sind nach dem dritten Treffer des SSV Jahn Regensburg sehr enttäuscht. © Sven Sonntag/Picture Point
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Der SSV Jahn Regensburg hat durch einen Zittersieg gegen den FC Erzgebirge Aue die Tabellenführung in der 2. Bundesliga vorerst zurückerobert. Die Oberpfälzer siegten am Freitag gegen das Tabellenschlusslicht mit 3:2 (2:0).

Regensburg. Der FC Erzgebirge Aue hat sich im Spiel eins unter Interimstrainer Marc Hensel für einen in der zweiten Halbzeit couragierten Auftritt nicht belohnt. Das Tabellenschlusslicht unterlag am Freitagabend in der 2. Bundesliga beim vorübergehend wieder Platz eins übernehmenden SSV Jahn Regensburg mit 2:3 (0:2) und bleibt sieglos. Vor 8100 Zuschauern schien das Spiel beim 0:2, für das Jan-Niklas Beste (7.) und Max Besuschkow (11.) gesorgt hatten, früh entschieden. Doch mit einer kaum für möglich gehaltenen Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit schöpften die Sachsen mit dem Anschlusstreffer durch Nicolas Kühn (52.) noch einmal Hoffnung. Nach dem Kopfball-Ausgleich durch Gaetan Bussmann (87.) war ein Punktgewinn ganz nah. Doch mit der einzigen echten Chance in Halbzeit zwei markierte Andreas Albers (90.) den Siegtreffer für die Hausherren.

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„Wir haben eine Reaktion und das gezeigt, was die Fans und wir selbst erwartet haben. Wir haben uns den Arsch aufgerissen und den Gegner spüren lassen, dass es eklig ist und weh tun kann, gegen Aue zu spielen. Ein Kompliment an Marc Hensel, der es in kurzer Zeit geschafft hat, uns einfache Lösungen an die Hand zu geben und uns die Mentalität zurückgegeben hat“, sagte Martin Männel.

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Hensel, der zum dritten Mal vorübergehend die Führung des sächsischen Teams übernommen hat, brachte mit Dimitrii Nazarov und Anthony Barylla nur zwei Neue in die Startelf im Vergleich zum 1:4 gegen den SC Paderborn. Einen mutigen Auftritt nach vielen Gesprächen hatte der bisherige Co-Trainer angekündigt und bis zur sechsten Minute setzte das sein Team auch um. Babacar Gueye und Sascha Härtel hatten in der dritten Minute sogar die Führung auf dem Fuß. Doch das 0:1 nach einem Fehlpass im Mittelfeld, als Beste allein auf Torhüter und Kapitän Männel zulief und sicher vollendete, stoppte das Unternehmen Wiedergutmachung. Von da ab brannte der Jahn ein Angriffsfeuerwerk ab und nutzte eine von mehreren Möglichkeiten – erneut unter freundlicher Mithilfe der Gäste: Männel schwebte unter einem Eckball durch, Besuschkow brauchte nur noch den Kopf hinhalten. „Defensiv haben wir in der ersten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Männel.

Die Sachsen drängten auf den Ausgleich

Danach trat die allgemeine Verunsicherung der Auer klar zu Tage. Regensburg schaltete etwas zurück, ohne groß in Gefahr zu geraten. Lediglich bei einem Konter hatte Gueye (22.) die Möglichkeit zum Anschluss, scheiterte aber an Jahn-Schlussmann Alexander Meyer. Insgesamt fand der FC Erzgebirge wie schon in einigen Spielen zuvor offensiv praktisch nicht statt.

Das wollte Hensel ändern. Mit Antonio Jonjic, Kühn und Busssmann brachte er drei neue Spieler. Und die sorgten für viel Belebung. Beim Anschlusstreffer war zunächst Jonijc nicht zu halten, eine Hackenablage von Gueye verwertete Kühn, ohne lange zu fackeln. Danach waren die Auer die bestimmende Mannschaft, erarbeiteten sich auch ein paar Möglichkeiten. Immer wieder war es Jonjic, der auf der linken Seite für viel Tempo und Druck sorgte. In den letzten 20 Minuten agierten fast nur noch die Gäste, die um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht waren und mit Ruhe und Überlegung auch den Ausgleich markierten. Der Gegentreffer in der letzten Minute der regulären Spielzeit verwehrte den Lohn für den zuvor beherzten Auftritt.

Gerald Fritsche