21. November 2019 / 12:22 Uhr

„Jahns Bomber“ - Von Lippendorf in die Oberliga und zurück

„Jahns Bomber“ - Von Lippendorf in die Oberliga und zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfgang Jahn, SF Neukieritzsch Fußball
Wolfgang Jahn wurde als „Jahns Bomber“ gefürchtet. © Ronny Pohle
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Wolfgang Jahn wurde 83 Jahre. Jahn spielte in der DDR-Oberliga und wechselte auf die Trainerbank. Nach seiner aktiven Zeit als Trainer der Männer und Frauen in Neukieritzsch, ging er erst mit 75 Jahren in Fußballrente.

Neukieritzsch. Der Lippendorfer/Neukieritzscher Fußball hat vor Kurzem einen seiner bekanntesten Akteure verloren. Wolfgang Jahn, in seiner aktiven Kicker-Zeit unter dem Spitznamen „Jahns Bomber“ gefürchtet, starb am 6. Oktober. Er wurde 83 Jahre alt. Der ehemalige DDR-Oberliga-Spieler war dann auch Trainer der ersten Männer-Mannschaft sowie der Frauen-Mannschaft gewesen. Er hinterlässt drei Töchter.

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Mit hartem Linksschuss in die DDR-Oberliga

Wolfgang Jahn wurde im November 1935 in Lobstädt geboren. In frühester Fußball-Jugend ging er zur Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Lippendorf, die in Neukieritzsch spielte. Dort schaffte er es mit 18 Jahren in die erste Männer-Mannschaft. Nicht nur sein harter Linksschuss führte dazu, dass höherklassige Vereine schon 1955 auf ihn aufmerksam wurden. Zum Jahreswechsel, wenige Wochen nach seinem 20. Geburtstag, wurde er deshalb zum SC Rotation Leipzig in die Oberliga geholt, die höchste Spielklasse der DDR.

Er absolvierte 121 Pflichtspiele für den Verein, geht aus den Annalen von Nachfolger 1. FC Lok Leipzig hervor. 1957, als die Saison von März bis Dezember ausgetragen wurde (generell zwischen 1956 und 1960), trug „Bomber Jahn“ wesentlich zum dritten Platz für Rotation bei: Mit neun Treffern erreichte er den geteilten Rang sechs in der Torschützenliste.

Stahl-Lippendorf-Aufstieg-DDR-Liga-1963-neu
Der Höhepunkt für die Neukieritzscher Fußballer bei Stahl Lippendorf – Aufstieg zur 1. DDR-Liga 1963 (v. l.): Kurt Kühnel, Gerhard Wienhold, Rudolf Krause, Harry Höhne, Dieter Koch, Wolfgang Jahn, Rudolf Stopfkuchen, Wolfgang Daum, Klaus Kwasniewskie, Konrad Schaller, Horst Koch. © LVZ-Archiv

Vom Kicker zum Trainer

Zur Saison 1962/1963 kehrte er zu Lippendorf zurück. Das Team war gerade aufstiegen in die 2. DDR-Liga (dritte Leistungsebene). Unter Spielertrainer Rudolf „Rudi“ Krause gelang der Truppe und damit auch Jahn der Durchmarsch, was den erneuten Aufstieg bedeutete – in die 1. DDR-Liga. Damals hatte die Mannschaft in Heimspiel durchschnittlich 1300 Zuschauer, gegen Böhlen kamen sogar mehr als 3300. Allerdings stieg die BSG Stahl 1964 nach nur einem Spieljahr wieder ab, wegen der Abschaffung einer Klasse jedoch in die Bezirksliga.

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Wolfgang Jahn beendete 1967 seine Karriere als Kicker. Zwei Jahre später wurde er Trainer dieses Teams, dessen Verein wegen der Verbindung mit dem Kraftwerk nun Industriesportgemeinschaft (ISG) Lippendorf hieß. Etwa zehn Jahre, mit Unterbrechungen, war er der Coach. Dann wirkte er lange Zeit in der Sektionsleitung, im Vorstand und als Platzwart – nach der Wende inzwischen im Nachfolgerverein Sportfreunde Neukieritzsch.

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Fußballrente mit 75 Jahren

Als bei SFN dann eine Frauen-Mannschaft gegründet wurde, war er als Trainer wieder mit dabei. Die Damen wurden unter seiner Führung Kreismeister auf dem Großfeld und stiegen erst in die Bezirksklasse, danach in die Bezirksliga auf. Nach dem personalbedingt „freiwilligen“ Rückzug auf die Kreisebene folgten weitere Meisterschafts- und Pokalgewinne. 2011, schon lange Rentner, setzte sich der 75-jährige Wolfgang Jahn fußballerisch zur Ruhe. Daraufhin wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Aktiv blieb er bei den Keglern des Vereins. Seine Verdienste und Leistungen für den Lippendorfer/Neukieritzscher Sport werden viele Sportfreunde in ehrendem Andenken bewahren.

Wolfgang Daum/okz

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