06. Januar 2020 / 16:46 Uhr

Jan Nijenhuis von den Grizzlys Wolfsburg: Die letzte Hymne klang am schönsten

Jan Nijenhuis von den Grizzlys Wolfsburg: Die letzte Hymne klang am schönsten

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 L-R JAN NIJENHUIS, HENDRIK HANE, PHILIPP MASS of Germany celebrate a victory after the 2020 IIHF World Junior Ice hockey, Eishockey Championships 3rd game for relegation: Germany vs Kazakhstan in Ostrava, Czech Republic, on January 5, 2020. CTKxPhoto/VladimirxPrycek CTKPhotoP202001050323501 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY PRY 0020
Da hatten sie Spaß: Jan Nijenhuis, Hendrik Hane und Philipp Mass, nach dem Klassenerhalt mit Deutschland bei U20-WM in Ostrava. © Imago Images / Vladimir Prycek
Anzeige

Er durfte die deutsche Nationalhymne im Turnier mehrmals hören, "aber die nach dem letzten Spiel, war die schönste!" So freute sich Jan Nijenhuis von den Grizzlys Wolfsburg nach der U20-Weltmeisterschaft im Eishockey in Ostrava. Deutschland hatte den Klassenerhalt geschafft und der Youngster hat Blut geleckt. 

Anzeige
Anzeige

Die Auswahl des deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war als Aufsteiger in die Eliteklasse Außenseiter gewesen. Der Klassenerhalt war das große Ziel, damit sich auch der folgende Jahrgang auf höchster Ebene messen kann. Viele Spieler dieser WM könnten aber auch im nächsten Jahr noch einmal dabei sein. Auch Nijenhuis. "Und das ist natürlich mein Ziel", sagt der 18-jährige Angreifer. Zumal nächste Saison die Junioren-WM in Edmonton/Kanada steigt. Das in Nordamerika "World Juniors" genannte Turnier hat dort enormen Stellenwert, weil hier die größten Talente spielen, die den Sprung in die NHL schaffen könnten. Oder schon geschafft haben. Nijenhuis weiß: "In Kanada wird die WM noch intensiver beobachtet, das wird noch toller, so richtig cool."

"Es war eine Ehre für ich, dabei zu sein"

Diesmal war der Neu-Wolfsburger (kam 2019 von den Jungadlern Mannheim) spät auf den WM-Zug aufgesprungen. Dass er in Wolfsburg gleich DEL-Stammspieler war, dürfte ihm geholfen haben. Für weitere WM-Chancen muss er sich weiter in der DEL festbeißen. Er war im DEB-Team als 13. Stürmer eingeplant, hatte nicht so viel Eiszeit - allerdings in den letzten beiden Partien mehr, weil Tim Stützle (Mannheim), einer der stärksten DEB-Spieler, krank war. Auch im entscheidenden Relegationsspiel gegen Kasachstan, das Deutschland mit 6:0 gewann. Nijenhuis: "Meine Rolle war ja von Anfang an klar. Dass ich in den letzten Spielen dann mehr Eiszeit hatte, war aber natürlich schön für mich." Sein Fazit: "Es hat Riesenspaß gemacht. Und es war eine Ehre für mich, dabei zu sein." Und so bekommt auch ein besonderes Trikot einen Ehrenplatz in der Trophäensammlung. Die Nationalspieler durften ihre Jerseys vom entscheidenden Sieg gegen Kasachstan behalten.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von I Love You Baby sangen, muss gehen. Zur Galerie
362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von "I Love You Baby" sangen, muss gehen. ©

Am Mittwoch geht es wieder bei den Grizzlys weiter

Am Montag besuchte Nijenhuis seine Familie in München. Am Mittwoch steigt er bei den Grizzlys wieder ins Training ein. Deren Abschneiden hatte er in Ostrava "so gut es ging" verfolgt. "Die Verlängerung und das Penaltyschießen in München habe ich live im Stream verfolgt. Mega-Leistung der Jungs." Was bringt er als Erfahrung von der WM mit? "Dass man mit Selbstvertrauen spielen muss, und dass man als Mannschaft viel erreichen kann, wenn man zusammenrückt." So hatte Deutschland im Turnier für eine kleine Sensation gesorgt, Gastgeber Tschechien in der Vorrunde besiegt. Da gab es die Hymne schon einmal nach einer Partie zu hören. "Dieses Spiel war das andere Highlight", sagte Nijenhuis. "Dieser Sieg, ganz nah am Viertelfinale zu sein." Doch die Tschechen punkteten noch einmal, Deutschland musste sich aufs eigentliche Ziel konzentrieren: den Klassenerhalt. Und schaffte es. Dann kam der schönste Moment.

Mehr zu den Grizzlys und Jan Nijenhuis

Neuer Weltmeister wurde Kanada mit einem 4:3 im Finale gegen Russland.