08. Juni 2019 / 15:51 Uhr

U21 ohne Stoßstürmer zur EM: Stefan Kuntz erklärt Nichtberücksichtigung von Janni Serra

U21 ohne Stoßstürmer zur EM: Stefan Kuntz erklärt Nichtberücksichtigung von Janni Serra

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Holstein Kiels Stürmer Janni Serra wurde von Bundestrainer Stefan Kuntz aus dem deutschen U21-Kader gestrichen.
Holstein Kiels Stürmer Janni Serra wurde von Bundestrainer Stefan Kuntz aus dem deutschen U21-Kader gestrichen. © dpa
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Diese Personalie sorgte für Gesprächsbedarf: Mit Janni Serra verzichtete U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bei der Kaderbekanntgabe für die EM in Italien und San Marino auf den einzigen groß gewachsenen Stürmer. Nun begründet er seine Entscheidung.

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Ein Blick auf die Torschützenliste hätte am Freitagabend gereicht, um die Entscheidung von Stefan Kuntz nicht in Frage zu stellen. Beim 12:0 der deutschen U21-Nationalmannschaft im Trainingslager gegen eine örtliche Südtirol-Auswahl hatten beide Stürmer getroffen, Luca Waldschmidt sogar gleich dreimal, Lukas Nmecha einmal. Weil es bei der Bekanntgabe des endgültigen EM-Aufgebots aber doch eine Art allgemeiner Verwunderung gegeben hatte, schilderte der Trainer seine Beweggründe für die Nichtberücksichtigung von Janni Serra für das Turnier in Italien und San Marino (16. bis 30. Juni) nochmal.

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Kuntz räumte ein, dass er etwas länger überlegen musste, bis er sich dazu entschlossen hatte, den 1,93 Metern großen Angreifer von Holstein Kiel zu streichen - schließlich hätte Serra dem Kader eine weitere Facette verliehen. „Aber es ist nicht ganz unser Spiel, dass wir so wahnsinnig viele Flanken reinhauen, wo wir dann einen bulligen Stürmer brauchen“, erklärte der Coach, „es geht mehr über das Spielerische. Da waren am Schluss ein paar Prozentpunkte mehr bei Lukas Nmecha.“

Waldschmdit ist die 1a-Lösung im deutschen Sturm

Mit dem agilen Freiburger Waldschmidt ist die deutsche 1a-Lösung im Angriff bereits gefunden, und sollte die – aus welchen Gründen auch immer – mal nicht aufgehen, setzt er in Nmecha lieber auf einen zweiten Typ „spielenden Mittelstürmer“, wie Kuntz den bei Manchester City unter Vertrag stehenden einstigen englischen U-Nationalspieler charakterisiert. Das Argument, Serra könne mit seiner Statur für eine andere Gefahr, gerade bei hohen Bällen sorgen, ließ Kuntz nicht so ganz gelten, „weil wir diese Position nicht haben“ und „weil Janni ja auch kein klassischer Stoßstürmer ist, ich habe ihn oft in Kiel gesehen“.

Das ist der EM-Kader der deutschen U21-Nationalmannschaft

Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  Zur Galerie
Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  ©
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Vor zwei Jahren beim EM-Triumph mit Davie Selke, der diesen Typus verkörperte, „war das etwas anderes“, sagte der U21-Trainer, „er hat das schon hinbekommen. Aber dass wir die Bälle lang nach vorn hauen und da verliert ein Spieler den Ball auf gar keinen Fall und wartet, bis alle nachgerückt sind – den haben wir nicht“. Serra ist ebenso wie auch Cedric Teuchert, Jordan Torunarigha und Lukas Klünter noch am Freitag aus Südtirol abgereist. Am Donnerstagabend war ihnen die Entscheidung im Kreise der ganzen Mannschaft mitgeteilt worden.

Große Geste von Cedric Teuchert

Auch Timo Baumgartl, der die bei der A-Nationalelf weilenden Jonathan Tah und Lukas Klostermann im Trainingslager als Kapitän vertritt, richtete ein paar Worte ans Team. „Ich habe das für angemessen befunden, den Spielern etwas mitzugeben. In zwei, drei Jahren werden sie zurückblicken und sagen: Das hat mich mit geprägt. Auch wenn es bitter für sie ist“, erklärte der Stuttgarter. Teuchert bedankte sich für die für ihn altersbedingt zu Ende gehende Zeit bei der U21. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Kuntz, „aber das zeigt auch die Charakterstärker dieser Mannschaft.“

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