17. Januar 2019 / 09:15 Uhr

Jannik Müller will bei Dynamo Dresden kein Lückenfüller mehr sein

Jannik Müller will bei Dynamo Dresden kein Lückenfüller mehr sein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jannik Müller im Innenhof des Regnum Carya Golf & Spa Resorts.
Jannik Müller im Innenhof des "Regnum Carya Golf & Spa Resorts". © Jochen Leimert
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Abwehr-Allrounder möchte seinen Vertrag nur verlängern, wenn die SGD ihn nicht mehr nur als „Springer“ ansieht.

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Belek. Er ist einer der dienstältesten Spieler bei Dynamo Dresden: Viereinhalb Jahre kickt Jannik Müller nun schon für die Schwarz-Gelben. Der Innenverteidiger, der auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld einsetzbar ist, gilt als sehr mannschaftsdienlicher Spieler, als bescheiden und ausgesprochen pflegeleicht. Der gebürtige Adenauer ist kein Lautsprecher, wenngleich er klare Ansagen liebt. Klarheit möchte er bald auch in Sachen Zukunftsplanung haben, denn der Kontrakt des Abwehr-Allrounders läuft am Saisonende aus. Am Freitag wird Müller 25 Jahre alt, doch die erhoffte Vertragsverlängerung wird bis zum Geburtstag sicher nicht mehr unter Dach und Fach sein. Immerhin wollte sich Sport-Geschäftsführer Ralf Minge am Mittwochabend noch mit ihm treffen, um das Thema zu besprechen.

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"Die Tendenz ist positiv"

Vor dem Gedankenaustausch gab sich Müller zuversichtlich, dass seine Dienste weiter geschätzt werden. Denn nach seiner langwierigen Fußverletzung holte ihn der neue Trainer Maik Walpurgis sofort in die Stammelf: Beim 2:0 gegen den FC Ingolstadt feierte der ehemalige Kölner Ende November sein Comeback und zugleich seinen Einstand in einem Punktspiel unter Walpurgis. Seither spielte er in allen fünf noch ausstehenden Partien 90 Minuten durch. Dem Verteidiger konnte nichts Besseres passieren: „Das ist in meinen viereinhalb Jahren bei Dynamo das erste Mal, dass ich ein bisschen Vertrauen bekommen habe“, sagt er. Zwar wurde Müller auch unter Walpurgis` Vorgänger Uwe Neuhaus häufig eingesetzt, aber eben oft nur als zuverlässiger Ersatz für erfahrenere Konkurrenten. Nur ein braver Lückenfüller möchte Müller aber nun nicht mehr sein. Er hat höhere Ambitionen und vertritt sie energischer.

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Der Kapitän Marco Hartmann führt die Mansschaft auf das Feld. Zur Galerie
Der Kapitän Marco Hartmann führt die Mansschaft auf das Feld. ©
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Wenn er in der Vergangenheit trotz solider Leistung mal wieder auf die Bank musste, weil Neuhaus lieber auf andere, auch oft größer gewachsene und wuchtigere Typen setzte, dann wurmte das den 1,87 Meter großen Müller: „Zufriedengegeben habe ich mich nicht damit. Ich habe immer das Gespräch gesucht, habe gefragt, woran es gelegen hat. Es ist natürlich so, wenn man im Team spielt, dass man seine Interessen hinten anstellen muss. Da kann man nicht immer den großen Max spielen und sagen, dass man unzufrieden ist. Das gehört einfach zum Teamsport dazu, zum funktionierenden Team. Da habe ich mich zurückgestellt. Aber jetzt bin ich auch in einem Alter, in dem es einfach darum geht, dass man auch mehr auf seine Interessen guckt. In den nächsten Wochen wird man sehen, wie es sich entwickelt.“ Will ihn Dynamo wirklich weiter an sich binden, dann dürfte Müller nicht Nein zu einem Angebot der Dresdner sagen: „Die Tendenz ist positiv. Wenn es weiterhin so bleibt, dann stehen die Chancen gut.“ Sein Berater, Ex-Dynamo Jens Jeremies, verfügt über ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Minge. Keine schlechten Voraussetzungen für Verhandlungen, wenn die SGD Müller halten will.

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Müller will mehr Führungsqualitäten entwickeln

Geld ist Müller, der jüngst per Fernstudium seinen Bachelor in Finanzmanagement gemacht hat, sicher nicht unwichtig. Doch ehe Jeremies mit Minge über Zahlen spricht, will der Spieler wissen, welche Rolle ihm Dynamo zuerkennt – gerade jetzt, denn mit Sören Gonther und Dario Dumic sind zwei andere Innenverteidiger fit, Florian Ballas dürfte trotz aktueller Rückenprobleme zum Punktspielstart am 30. Januar gegen Arminia Bielefeld auch einsatzfähig sein. Plant Walpurgis mit Müller, „dann kann man schauen, ob es auch finanziell passt“.

Wird er wie beim 0:1 gegen Dinamo Zagreb auf einer Außenposition eingesetzt, dann wäre das kein großes Problem für ihn: „Ich versuche einfach, meine Leistung abzurufen. Und wenn der Trainer denkt, dass ich zu den elf Mann, die spielen sollen, gehöre, bin ich natürlich glücklich darüber und versuche, das Vertrauen zu bestätigen.“ Gegen die Kroaten zeigte er in Belek trotz teils heftigen Regens als Rechtsverteidiger eine starke Leistung: „Auch wenn es jetzt nicht meine Wunschposition ist, wollte ich ein gutes Spiel machen, wollte Gas geben und marschieren. Ich denke, vor allem in der ersten Halbzeit ist mir das auch gut gelungen.“ Gern will er künftig auch noch mehr Führungsqualitäten entwickeln, spürbar lauter auf dem Platz ist er schon geworden: „Man muss immer auf die Situation schauen, dass man einfach in den Momenten, wo es vielleicht nicht so läuft, Verantwortung übernimmt. Sowohl auf als auch neben dem Platz. Das habe ich mir auf die Fahne geschrieben.“

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Sport-Geschäftsführer Ralf Minge (r.) im  Gespräch mit Pressesprecher Henry Buschmann und Teammanager Martin Börner. Zur Galerie
Sport-Geschäftsführer Ralf Minge (r.) im Gespräch mit Pressesprecher Henry Buschmann und Teammanager Martin Börner. ©

Einigen sich Dynamo und Müller nicht in absehbarer Zeit, dann ist der völlig frei, woanders sein Glück zu suchen, denn seine Freundin könnte mit ihm aus Dresden weggehen. Sie hat ein Fernstudium im Fach Psychologie begonnen, ihre Ausbildung zum Rettungssanitäter endet im März. Bis dahin sollte sich Dynamo klar positioniert haben. Vielleicht haben es Minge und Walpurgis am Mittwochabend aber auch schon getan. Wer weiß. Ein passendes Geschenk zum 25. Geburtstag wäre ein glaubwürdiger Vertrauensbeweis allemal.

Jochen Leimert und Caroline Grossmann

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