30. Oktober 2021 / 19:32 Uhr

Japaner Tagawa führt Eutin 08 zum 4:1-Sieg gegen den FC Dornbreite

Japaner Tagawa führt Eutin 08 zum 4:1-Sieg gegen den FC Dornbreite

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Tim Schüler glich für Eutin zum 1:1 aus, danach spielte sich 08 gegen Dornbreite in einen Rausch.
Tim Schüler glich für Eutin zum 1:1 aus, danach spielte sich 08 gegen Dornbreite in einen Rausch. © Agentur 54°
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Kleiner Japaner ist Eutins Matchwinner. Dornbreite im Mittelmaß angekommen, Trainer Strehlau sauer: "Das war kollektives Versagen."

Geht doch! Eutin 08 feierte beim 4:1 (0:1) im letzten Heimspiel in diesem Jahr gegen den FC Dornbreite drei ganz wichtige Punkte und verbesserte sich auf den vorletzten Tabellenplatz der Flens-Oberliga.

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Eutin 08 berappelt sich in der Pause und schlägt zurück

Die Ostholsteiner zeigten schon einige gute Spiele in dieser Saison, versäumten es jedoch zumeist, sich zu belohnen. Auch am Sonnabend sah es nach der ersten Halbzeit alles andere danach aus. David Senghore brachte die Lübecker Gäste mit einer direkt verwandelten Ecke (38.) in Führung. „Um so mehr Kompliment an meine junge Mannschaft. Die Jungs haben sich in der Halbzeitpause berappelt und heute endlich den Bock eindrucksvoll umgestoßen“, freute sich ein erleichterter Trainer Dennis Jaacks und fügte hinzu: „Wir haben uns ein Herz gefasst und uns phasenweise in einen Rausch gespielt.“

Tagawa hatte Dornbreite offensichtlich nicht auf dem Zettel

Matchwinner war Shojun Tagawa, den die Dornbreiter offensichtlich nicht auf dem Zettel hatten. Der flinke Japaner erzielte zwei Tore und holte zudem einen Elfmeter heraus. „Tagawa war ein Versuch, nachdem er einen starken, explosiven Eindruck im Training hinterlassen hatte. Er hat sich mit einem sensationellen Spiel belohnt“, freute sich Jaacks, dass der Schachzug mit dem Reservespieler aufging. Nach einem Freistoß vom eingewechselten Kenar Svirca gelang Tagawa (69.), dem kleinsten Spieler auf dem Platz, ausgerechnet per Kopfball der umjubelte 1:1-Ausgleich ins kurze Eck. Nur sieben Minuten später holte der Ex-VfBer einen Strafstoß heraus. Zwar scheiterte Paul Meins am Lübecker Torwart Jan Hecht. Da dieser den Ball aber nach vorne abwehrte, traf der schnell reagierende Fatlum Zymberi (76.) per Nachschuss zum 2:1 – Spiel gedreht.

Eutins Matchwinner Shojun Tagawa (r.) gegen Dornbreites Torschützen David Senghore.
Eutins Matchwinner Shojun Tagawa (r.) gegen Dornbreites Torschützen David Senghore. © Agentur 54°

Tim Schüler versenkt Elfmeter

In der 81. Minute gab es erneut Elfmeter für die Platzherren. Tim Schüler wurde gefoult und trat auch selbst an. Der schnelle Offensivspieler („Das war glaube ich mein erster Elfer“) entschied sich für die rechte Ecke und ließ Hecht keine Chance. Den 4:1-Endstand markierte der überragende Tagawa (90.) und profitierte dabei von einem bösen Patzer von Hecht, der ihm den Ball direkt in die Füße spielte. Dornbreites Trainer Sascha Strehlau war nach dem Abpfiff ziemlich angefressen und grollte: „Das war kollektives Versagen. Selbst Führungsspieler wie Senghore und Venzke konnten ihre Leistung nicht abrufen. Das muss ich erstmal verdauen.“ Die Lübecker zeigten eine enttäuschte Leistung und kriegen einfach keine Konstanz rein. Gute und schlechte Auftritte wechseln sich regelmäßig ab.

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FC Dornbreite im Mittelmaß angekommen

„Spiele wie heute musst du gewinnen, um eher Anschluss nach oben Richtung Meisterrunde als nach unten Richtung Abstiegsrunde zu haben. Wir sind im Mittelmaß angekommen. Ich erwarte von meinen Jungs in der kommenden Woche eine Reaktion“, haderte „Strehle“, „wir haben uns viel vorgenommen, hatten aber zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Spiel. Wir haben immer die falsche Entscheidung getroffen. Eutin hat aufgrund der gezeigten Leidenschaft und Gier verdient gewonnen. Sie wollten den Sieg mehr.“ 350 Zuschauer waren bei freien Eintritt ins Waldeck-Stadion gekommen. „Wir wussten um die Bedeutung des Spiels. Das war eine geile Stimmung und hat Spaß gemacht“, frohlockte Jaacks. Vorsitzender Eddy Schultz schwärmte von einem tollen Tag. „Die Zuschauer waren begeistert und haben die Mannschaft nicht im Stich gelassen. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Es hat alles gepasst“, betonte er.

Eutin 08: Wulf – Jakubenko, Lepin, Fatlum Zymberi – Hill, Schrake (65. Svirca), Lukas Schultz, Hermann – Tagawa, Meins (88. Rosert), Schüler

FC Dornbreite: Hecht – Amara, Brandt (22. Jannek Stöver), Venzke, Görlitz (78. Cavdarli) – Senghore, Akcasu – Behrens, Worreschck, Gürsoy – Bierle (62. Lübcke).

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