03. Dezember 2019 / 18:31 Uhr

Jeder dritte Sportverein in Niedersachsen hat existenzielle Probleme

Jeder dritte Sportverein in Niedersachsen hat existenzielle Probleme

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Arne Göring referiert beim Sportforum des Kreissportbundes Göttingen-Osterode über die Zukunft der Sportvereine. © Wienecke
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Wie sieht die Zukunft der Sportvereine aus? Arne Göring, stellvertretender Leiter der zentralen Einrichtung des Hochschulsports, warnt beim Sportforum des Kreissportbundes Göttingen-Osterode vor immer größeren existenziellen Problemen von Vereinen in Niedersachsen.

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Mit der Zukunft der Sportvereine hat sich das Sportforum des Kreissportbundes (KSB) Göttingen-Osterode am Montagabend im Sparkassenforum in Göttingen beschäftigt. Arne Göring, stellvertretender Leiter der zentralen Einrichtung des Hochschulsports, sprach vor zahlreichen Vertretern lokaler Sportvereine von immer größeren existenziellen Problemen von Vereinen in Niedersachsen und fragte: „Welche Zukunft ist im Sport denkbar und wie können wir damit umgehen?“

Nirgendwo so viel ehrenamtliche Arbeit wie im Sport

Göring erklärte in seinem Vortrag, dass Sport einer der zentralen Vertreter der Daseinsvorsorge sei. Dies sei vor allem im ländlichen Raum spürbar. „Angenommen es gäbe in einem kleinen Ort keinen Sportverein mehr, dann hätte das spürbare Folgen für die Jugend.“ Lobend führte er an, dass nirgendwo so viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird wie im Sport.

Der Sport habe sich in den vergangenen Jahren verändert, sagte Göring. Allein der Zugang sei ein anderer als früher. Um diese Entwicklung zu erklären, verglich er den Sport mit der Musikbranche. Der Zugang zur Musik habe sich durch Plattformen wie Spotify völlig verändert. Und so verhalte es sich auch im Sport: „Heute haben Menschen die Möglichkeit, sich im Netz selbst umfangreiche Trainingspläne herunterzuladen. Das ging früher nicht.“

Seniorenzentrum statt neuer Turnhalle?

Der Demographische Wandel habe zudem enorme Folgen für den Sport, warnte Göring. Hattorf am Harz und Bad Sachsa seien für Ihn ideale Beispiele dafür, dass die Bevölkerung immer älter werde. Das könnte wiederum Auswirkungen auf den Sport haben: „Möglicherweise hat eine Gemeinde dann kein Geld mehr für eine neue Sporthalle, sondern eher für ein neues Seniorenzentrum übrig.“

Weiterhin ändere sich die Wahrnehmung von Sport. „In Berlin sind nur noch neun Prozent der Bevölkerung aktiv in einem Verein“, erklärte Göring. Es vollziehe sich eine De-Institutionalisierung. Das heißt, dass weniger Menschen in Vereine eintreten und mehr informellen Sport betreiben. Es gebe ein hohes Bedürfnis nach Flexibilisierung. Göring nannte beispielhaft das große Interesse an Sportveranstaltungen wie dem Great Barrier Run oder der Tour d’Energie. Zugleich stiegen die Mitgliederzahlen in Fitnessstudios.

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35,1 Prozent der niedersächsischen Vereine mit existenziellen Problem

Den Sport stelle das vor große Herausforderungen. „35,1 Prozent der niedersächsischen Vereine haben ein existenzielles Problem“, sagte Göring. Sie hätten besonders organisatorische Probleme, weil kaum einer noch Verantwortung in Vereinen übernehmen wolle.

Wie finden die Vereine also heraus aus der Krise? Es gebe keinen Königsweg, sagte Göring. Stattdessen nannte er mögliche Ansätze, wie Vereine ihre Zukunft sichern können. Zunächst müsse das Sportangebot überdacht werden, sagte Göring. Wie könne es sein, dass moderne Trampolinhallen immer mehr Zuwachs bekämen, während Trampolinspringen im Verein unattraktiver werde, obwohl der Eintritt für solch eine Halle einem Mitgliedsbeitrag ähneln würde. Außerdem müsse es attraktiver werden, sich im Verein zu engagieren. Rollen wie die des Kassenwarts müssten schließlich auch in Zukunft besetzt werden. Zudem müssten Vereine Alleinstellungsmerkmale finden.

Diskussion mit Vereinsverantwortlichen

Anschließend beleuchtete eine Podiumsdiskussion das Thema. Außer Göring nahmen daran Monika Gronemann, Vorsitzende des TSV Jahn Hemeln, Alexander Schneehain, Vorsitzender des Bovender SV, Norbert Engelhardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes, und Klaus Dreßler, Geschäftsführer des KSB, teil. Gronemann freute sich, dass der TSV Jahn Hemeln eine ungewöhnlich hohe Mitgliederzahl trotz kleiner Einwohnerzahl habe. Sie hob hervor, dass ihr Verein neue Sportarten wie zum Beispiel Curling anbiete.

Schneehain sagte, dass der Bovender SV in den vergangenen Jahren einen Mitgliederzuwachs von zehn Prozent verzeichnet habe. Grund dafür sei, dass der Verein professioneller und moderner aufgestellt sei. Außerdem habe man neue Sportarten etabliert, wie zum Beispiel ein preisgünstiges Golfangebot durch eine Kooperation mit dem Golfclub Nörten-Hardenberg.

Engelhardt bestätigte die von Göring angesprochenen Herausforderungen im Verwaltungsbereich. „Die Hauptherausforderungen bestehen im personellen Bereich“, sagte Engelhardt. Dreßler richtete einige Worte an die anwesenden Vereinsmitglieder: „Ich persönlich möchte euch alle dazu auffordern, mutig zu sein. Es gibt viele Fördermöglichkeiten, die quasi auf der Straße liegen.“

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