14. September 2021 / 15:22 Uhr

Jeder eine gute Halbzeit: Grimmener SV und Hafen Rostock trennen sich 3:3

Jeder eine gute Halbzeit: Grimmener SV und Hafen Rostock trennen sich 3:3

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Enge Kiste: Grimmener SV und SV Hafen Rostock trennen sich 3:3. Hier begegnen sich GSV-Keeper Maurice Wühn und Moritz Went unsanft. 
Enge Kiste: Grimmener SV und SV Hafen Rostock trennen sich 3:3. Hier begegnen sich GSV-Keeper Maurice Wühn und Moritz Went unsanft. © Niklas Kunkel
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Nach einer schwachen ersten Hälfte kämpften sich die Kicker des Grimmener SV gegen SV Hafen Rostock stark zurück und sahen lange wie die Sieger aus. Die letzte Aktion des Spiels rettete den Hansestädtern in der Landesliga Nord aber noch einen Punkt, mit dem über 90 Minuten gesehen beide Seiten zufrieden sein konnten. 

Bei der Partie des Grimmener SV gegen den SV Hafen Rostock in der Landesliga Nord, konnten Zuschauer das Gefühl bekommen, dass nach dem Seitenwechsel zwei komplett andere Mannschaften auf dem Platz standen. Binnen kürzester Zeit drehte der GSV einen 0:2-Rückstand erst zum Ausgleich und ging in der 72. Minute sogar in Führung. Die hielt aber nur, bis Lennard Koß in der Nachspielzeit für Hafen zum 3:3-Endstand erneut ausglich.

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„Vielleicht ist es insgesamt ein verdientes Unentschieden, aber jetzt gerade fühlt sich das eher an wie eine Niederlage. Es war eine katastrophale erste Halbzeit, aber wenn du so Spiel drehst, willst du gewinnen“, musste GSV-Kapitän Christoph Vit zugeben. Hafens Trainer Enrico Neitzel sah ebenfalls ein gerechtfertigtes Unentschieden, hatte aber eine andere Gefühlslage: „Die Jungs haben heute eine tolle Moral gezeigt. Wir sind eine junge Mannschaft und haben noch viel Arbeit vor uns. Heute bin ich froh, dass wir so zurückgekommen sind.“

Das sind die besten Torjäger in MV auf Landesebene (Stand: 20. September 2021):

Denis Schmidt wird im letzten Moment der Ball von Schönbergs Erik Schameitke (r.) weggespitzelt. Zur Galerie
Denis Schmidt wird im letzten Moment der Ball von Schönbergs Erik Schameitke (r.) weggespitzelt. ©

Dass beide Seiten nach Abpfiff über den Punktgewinn irgendwie froh waren, hatte mit dem kuriosen Spielverlauf zu tun. Die Hausherren gingen von Beginn an mit viel Elan zu Werke und versuchten mit Angriffspressing die Hafen-Defensive früh unter Druck zu setzen. Doch statt selber zum Tor zu kommen, mussten die Grimmener bereits nach fünf Minuten den Ball aus dem eigenen Netz holen. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld fehlte in der Hintermannschaft die komplette Zuordnung und Jakob Böhme konnte den Ball nach Kopfballvorlage über die Linie drücken. „Wenn man beim Freistoß nicht an den Männern ist, ist es auch egal, was man sonst für eine Taktik spielt – das darf einfach nicht passieren“, ärgerte sich Vit über den frühen Rückstand.

Nach 18 Minuten dann der nächste Erfolg für die Rostocker: Nach einem Einwurf fehlt beim GSV wieder die Zuordnung. Moritz Went nutzt den Freiraum mit einem sehenswerten Fernschuss zum 2:0. Bis zur Halbzeit kontrollierte Hafen das Spiel, während die Grimmener zwar viel arbeiteten, aber kaum Zugriff auf die Partie bekamen. Die einzige Torchance hatte Paul Scholz, der nach knapp einer halben Stunde aus dem Getümmel den Ball an die Latte setzte.

Mit dem Halbzeitpause kam der Bruch im Spiel. Plötzlich kam das GSV-Mittelfeld in die Zweikämpfe und kontrollierte das Zentrum, die Rostocker wirkten hingegen überrumpelt. „Genau das haben wir in der Halbzeit klipp und klar angesprochen! Die Tore fallen zwar durch Standards, aber wir wussten: Wenn Grimmen trifft, kommen die nochmal. Es ist bekannt, dass sie viel über Einsatz und Kampf machen“, ärgerte sich Neitzel über die verspielte Führung. In der 53. und 62. Minute drückte Oliver Fischer jeweils nach einer Ecke den Ball zum Ausgleich über die Linie.

Nach einer unübersichtlichen Szene im Mittelfeld wurde das Spiel komplett auf den Kopf gestellt. Nach einem Zusammenprall im Mittelfeld blieb ein Hafen-Spieler am Boden liegen. Während seine Mitspieler für einen kurzen Moment davon ausgingen, dass Grimmen den Ball ins Aus spielen würde, schaltete die Defensive ab. Der GSV blieb in der Situation und nach einem Steilpass netzte Lukas Ziems zum 3:2 (72.) ein. Die Proteste der Rostocker dauerten nur kurz an, da der eigene Mann im Mittelfeld zuvor selber für den Zusammenprall verantwortlich war. „Wir waren in der zweiten Halbzeit sehr stark, dabei schleppen wir uns mit nur 11 oder 12 Mann von Spiel zu Spiel“, lobt Vit seine Nebenmänner.


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Am Ende reichte Kraft aber nicht, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten, denn die Gäste warfen noch einmal alles nach vorn. Ein letzter langer Ball landete vor den Füßen von Lennard Koß, der die Kugel aus dem Gedränge zum insgesamt gerechten 3:3 ins Tor bugsierte.