18. August 2021 / 17:25 Uhr

„Jeder kann jeden schlagen“: Adler sehen sich nicht als Titelfavorit

„Jeder kann jeden schlagen“: Adler sehen sich nicht als Titelfavorit

Sönke Rathje
Peiner Allgemeine Zeitung
Philipp Schnalle (weißes Trikot) und der TSV Adler Handorf sind eines der Topteams in der Kreisklassen-Staffel B. Trotzdem ist der Aufstieg nicht das unbedingte Ziel der Adler.
Philipp Schnalle (weißes Trikot) und der TSV Adler Handorf sind eines der Topteams in der Kreisklassen-Staffel B. Trotzdem ist der Aufstieg nicht das unbedingte Ziel der Adler.
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Seine Mannschaft ziehe in der Vorbereitung auf die 1. Fußball-Kreisklasse voll mit, sagt Handorfs Trainer Philipp Wulfes im Interview. Zum Saisonstart habe er dann womöglich die Qual der Wahl. Großen Druck verspürt er mit seinem Team nicht – einen Titelfavoriten gebe es nicht.

Die abgebrochene Saison beendeten die Handorfer als Tabellenführer ihrer Staffel, knapp vor dem SSV Plockhorst, den sie im direkten Duell besiegten. Doch wer nun dachte, Handorfs Trainer Philipp Wulfes würde in dieser Saison den Aufstieg als Saisonziel ausgeben, der irrt. Im Interview mit der PAZ sprach der Adler-Coach über die aufgerückten A-Jugendlichen im Team, die offensive Spielweise und die Vorbereitung seiner Adler.

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Philipp, nach zwei starken Saisons jetzt nicht das Ziel Aufstieg auszugeben, klingt nach Understatement.

Wieso? Wir wollen erst einmal wieder den Spaß am Fußball genießen und hoffen, dass alle gesund bleiben. Außerdem kann in dieser Staffel jeder jeden schlagen. Ich sehe da dieses Jahr keinen klaren Favoriten, daher haben wir auch kein sportliches Ziel ausgegeben.

Ihr habt keine Abgänge und nur Zugänge aus der eigenen Jugend. War das eine bewusste Entscheidung?

Ja, wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht extern nach Spielern zu suchen. Zum einen, weil keiner weg wollte. Zum anderen, weil wir gleich fünf A-Jugendliche hinzubekommen, die auch in der letzten Saison schon bei uns mittrainiert haben. Wir haben vorher mit ihnen gesprochen. Sie wollten bleiben und sie ziehen ordentlich mit, so dass wir einen sehr guten Eindruck bekommen haben. Am ehesten noch als Neuzugänge zählen wohl die beiden Brüder Edim und Nuri Toprakli. Edim ist letzte Saison zu uns gekommen war dann aber lange verletzt, Nuri stieß dann sogar erst im Laufe der Saison kurz vor der Corona-Pause zu uns. Das sind tatsächlich die beiden letzten externen Zugänge, die wir hatten. Wichtig ist es daher in erster Linie die A-Jugendlichen zu integrieren, sie müssen lernen den Fußball zu spielen, den wir als Trainerteam vermitteln wollen, aber da bin ich sehr zuversichtlich.

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Welche Art von Fußball möchtet Ihr denn spielen?


Wir wollen einen temporeichen, offensiven Fußball mit wenigen Ballkontakten spielen, die Spieler sollen sich also schnell vom Ball trennen. Natürlich dürfen und sollen gerade die Außenspieler auch das Eins-gegen-Eins suchen.

Die Mannschaft scheint das gut angenommen zu haben, in den Testspielen habt Ihr eine starke Frühform gezeigt und nur eins von acht Spielen verloren. Wie bewerten Sie die Ergebnisse?

Ergebnisse sind in Testspielen für mich zweitrangig. Aber ja, wir sind gut gestartet, hatten dann aber zum Beispiel gegen Bosporus, wo wir mit 2:4 verloren haben, auch wieder ein ernüchterndes Ergebnis dabei. Das will ich auch nicht überbewerten, aber an dem Tag fehlte einfach die Laufbereitschaft, da haben wir insgesamt zu träge agiert. Wir haben das deutlich angesprochen und zusammen mit der Mannschaft aufgearbeitet, wie es etwa nach den Spielen gegen Dungelbeck und Arpke zu so einer Leistung kommen konnten. In der Folge hatten wir eine gute Trainingswoche und mit dem 9:0 gegen Hohenhameln auch wieder eine sehr gute Leistung im Spiel.

Wie zufrieden sind Sie denn ansonsten mit der Vorbereitung?

Der Start in die Vorbereitung lief durchwachsen. Wir hatten Probleme nach so langer Zeit wieder reinzukommen. Mit der Trainingsbeteiligung bin ich aber absolut zufrieden, wir sind immer zwischen 14 und 20 Spieler. Aber es haben zu Beginn sehr viele Grundlagen gefehlt, da kann ich nach so langer Zeit auch niemandem einen Vorwurf machen, denn nur mit Laufeinheiten kann man das Training auf dem Feld nicht kompensieren. Außerdem gehört es natürlich auch dazu, dass noch Spieler zu dieser Zeit im Urlaub sind. Wichtig ist es, zum Saisonstart voll da zu sein. Und wenn weiter alle so mitziehen, haben wir natürlich die Qual der Wahl. Wir sind breit aufgestellt. Das sorgt für einen guten Konkurrenzkampf, da werden wir als Trainerteam sicher auch mal harte Entscheidungen treffen müssen.

Der TSV Adler Handorf

Transfers

Zugänge: Jan Hornig, Emanuel Letizia, Mattes Ramp, Rico Schummer und Rico Torn (alle eigene A-Jugend).

Abgänge: Keine.

Der Kader

Tor: Rene Hauer, Damian Schmidt, Rico Torn.

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Abwehr: Erik Gaus, Hendrik Janke, Alexander Kühn, Jannes Kühn, Sandro Latzel, Marcel Petermann, Nuri Toprakli.

Mittelfeld: Jan Hornig, Jarne Kühn, Emanuel Letizia, Christopher Neumann, Philipp Schnalle, Steven Schönball, Rico Schummer, Edim Toprakli.

Angriff: Fiete Cario, Kevin Herrmann, Vincent Mäder, Sascha Voges, Mattes Ramp.

Sonstiges

Trainer: Philipp Wulfes.

Co-Trainer: Karsten Klein und Christian Neumann.

Saisonziel: Integration der jungen Spieler und Weiterentwicklung der Mannschaft.

Favoriten: SSV Plockhorst, TSV Clauen/Soßmar.