01. Januar 2020 / 14:50 Uhr

Jeff Likens von den Grizzlys Wolfsburg: Rekordspieler des Jahrzehnts in der DEL

Jeff Likens von den Grizzlys Wolfsburg: Rekordspieler des Jahrzehnts in der DEL

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Chris Casto und Jeffrey Likens von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den EHC Red Bull MŸnchen am 31.10.2019 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)
Rekordspieler des Jahrzehnts: Jeff Likens (r.) von den Grizzlys Wolfsburg. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH
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Dieser Eishockey-Profi ist ein Marathon-Mann, der Dauerbrenner unter den ausländischen Spielern im deutschen Oberhaus. Doch eine Erwähnung war das der DEL nicht wert. Bis sich Jeff Likens von den Grizzlys Wolfsburg ein wenig beschwerte.

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Der Reihe nach: Am vergangenen Samstag in Krefeld bestritt Likens sein 700. Spiel im Eishockey-Oberhaus. Ein Anlass, bei dem früher Spieler auch schon mal durch die DEL geehrt wurden. Die Grizzlys posteten bei Instagram ein Mannschaftsfoto aus der Kabine nach dem 5:2-Erfolg, bei dem ein Likens-Trikot mit der 700 hochgehalten wurde.

Der Verteidiger schrieb dazu in den Kommentaren - und das mit spürbarer Enttäuschung: "Lasst uns vielleicht @DELoffiziell dazu bringen, eine nichtdeutsche Leistung anzuerkennen. Ich sehe viel Lob für die Deutschen, die Meilensteine erreichen, aber keine einzige Erwähnung von der Liga für einen, der seine ganze Karriere der DEL gewidmet hat."

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Der Post der Grizzlys Wolfsburg zum 700. Spiel von Jeff Likens. © Instagram / Grizzlys Wolfsburg
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700 Spiele in der DEL sind inzwischen nicht mehr so besonders. Für Ausländer, die in der Regel aber erst mit Mitte 20 in die Liga kommen, erstens doch, und zweitens ist Likens dadurch, dass er schon mit 23 in Deutschland eingestiegen war, der erste Akteur, der diese Marke erreichte.

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Der Instagram-Post der DEL zu Jeff Likens © DEL/Instagram

Dieser Mann fehlt praktisch nie

An Silvester reagierte dann die DEL in einem Post bei Instagram, nannte dabei sogar noch einen anderen sehr interessanten Fakt. Demnach ist Likens nämlich der Rekordspieler des Jahrzehnts - "mit 645 DEL-Einsätzen von 2009/10 bis 2019/20", wie die DEL schrieb. Dass dieser Zeitraum mehr als ein Jahrzehnt umfasst - geschenkt. Auch fürs genaue Jahrzehnt wird die Zahl passen.

Likens ist das, was in Sportlerkreisen gern "Maschine" genannt wird. Obwohl er keinen Körpereinsatz scheut, zur Not auch mal die Fäuste sprechen lässt, spielt er praktisch immer. In allen seinen Spielzeiten (2008 bis 2010 in Augsburg, bis 2011 in Nürnberg, bis 2013 in Ingolstadt, seitdem in Wolfsburg), verpasste der US-Amerikaner nur fünf Hauptrundenspiele, davon zwei in dieser Saison.

Mit der Partie in Düsseldorf hat Likens nun 701 DEL-Partien bestritten, davon 97 in den Play-Offs. Vergangene Saison war er erstmals in der DEL in den Play-Offs nur Zuschauer, ansonsten aber (und dabei fünfmal mit mehr als zehn Spielen) in den Play-Offs stets dabei. Ein herausragender Marathon-Mann.

"Ein cleverer Spieler, ein Führungsspieler"

Likens' Vertrag läuft aus, doch es ist gut möglich, dass er einen neuen Kontrakt angeboten bekommt. Grizzlys-Manager Charly Fliegauf hält große Stücke auf den U20-Weltmeister von 2004, sagt: "Jeff ist einer, der auf den Tisch haut, wenn es nötig ist, aber auch einer, der für gute Stimmung sorgen kann. Er verkörpert das, was einen Führungsspieler ausmacht." Hinzu komme seine Beständigkeit. Wie Likens es schaffe, praktisch nie verletzt zu sein, "weiß ich auch nicht", sagt der Manager, "Fakt ist aber, dass du dazu clever sein musst und geschickt im Zweikampf."

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von I Love You Baby sangen, muss gehen. Zur Galerie
362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von "I Love You Baby" sangen, muss gehen. ©
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Bei der U20-WM in Tschechien muss Jan Nijenhuis von den Grizzlys Wolfsburg mit der deutschen Auswahl in die Relegation. Am Donnerstag (10 Uhr) steigt das erste Duell um den Klassenerhalt gegen Kasachstan, am Samstag und Sonntag (je 11 Uhr) die übrigen. Aufsteiger Deutschland hätte für das Erreichen des Viertelfinales einen Punkt gegen Russland gebraucht, unterlag aber 1:6. Nijenhuis hatte nur knapp vier Minuten Einsatzzeit, stand aber bei Deutschlands Ehrentreffer mit auf dem Eis.