13. September 2021 / 19:46 Uhr

Jelto Reuter: "Eine Prise Italien würde uns manchmal gut tun"

Jelto Reuter: "Eine Prise Italien würde uns manchmal gut tun"

Christian Falkenberg
Ostsee-Zeitung
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Jelto Reuter dreht zum Jubeln ab. Eine Pose, die man als Schönberg-Fan jedes Wochende sieht. © Jens Upahl
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Schönbergs Jelto Focke Reuter ist Bayernfan, will Medizin studieren und ist hungrig auf Tore. Trotzdem mahnt der Mittelstürmer mehr Defensive an.

 Trainer Thomas Manthey vom FC Schönberg 95 wird bei der Diskussion um fehlende Mittelstürmer bei der DFB-Nationalmannschaft mit den Augen rollen. Im Gegensatz zur DFB-Auswahl entwickelt sein Team kaum Torgefahr aus dem Mittelfeld, dafür hat man allerdings einen verlässlichen Sturmtank, einen klassischen Mittelstürmer mit Jelto Focke Reuter verpflichtet, der sich für den weiteren Saisonverlauf immer mehr zur Lebensversicherung entwickeln könnte. Das wäre dann in etwa vergleichbar mit der Rolle eines Erling Haaland beim BVB fehlen oder eines Robert Lewandowski beim FC Bayern München.

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 Nach 4 Partien in der Verbandsliga hat Reuter bereits 5 Tore auf dem Konto und führt damit die Torjägerliste in der Verbandsliga an. 8 Tore hat der FC Schönberg aktuell insgesamt erzielt. Zöge man Reuters Treffer ab, stünden die Maurinekicker aktuell mit 0 Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.

 Jelto Reuter wechselte im Sommer vom FC Dornbreite Lübeck an die Maurine. Neben René Lübcke ist er der zweite externe Neuzugang im Sommer gewesen und hat gleich zu Saisonbeginn bei Aufsteiger Dynamo Schwerin gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Reuter kam mit der Empfehlung von 33 Toren in zwei Spielzeiten beim FC Dornbreite, wobei anzumerken ist, dass die letzte Saison auch in der Oberliga Schleswig-Holstein nur 7 Spieltage aufwies. Auch Sportchef Sven Wittfot ist erfreut, dass sich Reuter für den FC Schönberg entscheiden hat, wenn auch nicht gleich sofort. „Der Transfer hat fast zwei Jahre gedauert. Wir hatten ihn aufgrund seiner Leistungen schon für das letzte Jahr auf dem Zettel. Er ist ein charakterlich einwandfreier Junge und wir sind froh, dass wir ihn vorne drin haben“, lobt Wittfot seinen „Neuner“. Auch sein Trainer Thomas Manthey ist voll des Lobes über seinen Sommertransfer. „Jelto wird immer besser. Er hat zwar nicht in der Vorbereitung getroffen, aber er hat einen super Torriecher und arbeitet mittlerweile immer besser gegen den Ball. Außerdem ist er enorm wissbegierig“, so der Trainer.

 Wissbegierigkeit stellt Reuter auch in seinem Hauptberuf unter Beweis. „Ich mache aktuell eine Ausbildung zum OP-Assistenten an der Uniklinik Lübeck. Nach meiner Ausbildung beabsichtige ich ein Medizinstudium“, gibt der 22jährige Stürmer an. Doch nicht nur seine Berufswahl ist ambitioniert. Auch als Fußballfan orientiert sich Jelto Reuter an den ganz Großen. Er ist bekennender Fan des FC Bayern München. „Miroslav Klose hat mich damals absolut fasziniert, aber nicht nur wegen seiner Tore. Vor allem sein Auftreten außerhalb des Platzes hat mich immer beeindruckt. Irgendwann ist dann der Funke übergesprungen und ich wurde Bayernfan“, gesteht Reuter.

 Beeindruckend ist für Jelto Reuter, der zudem Fan der aktuellen italienischen Nationalmannschaft ist, die Qualität der Maurinekicker in dieser Saison. Daher sei ihm auch nicht bange um den Saisonverlauf, der aktuell etwas holprig wirkt. „Uns fehlen einfach ein paar Erfolgserlebnisse. Wenn wir unsere Mentalität auf den Platz bringen und unsere individuellen Fehler abstellen, dann ist in dieser Saison viel drin für den FC Schönberg“ betont der Stürmer und ergänzt augenzwinkernd: „Vielleicht tut uns eine Prise Italien ganz gut“ und spielt damit auf die traditionell defensive Ausrichtung der „Squadra Azzurra“ an.

Ob er nochmal höherklassig spielen wird, lässt Reuter offen. „Hier passt für mich aktuell alles, also warum etwas ändern. Aktuell steht für mich die Ausbildung und der Beruf im Vordergrund. In der Verbandsliga kann man halt nicht alleine vom Fußball leben, und wer weiß, ob ich mich in der Oberliga überhaupt durchsetze“, gibt Reuter zu bedenken.