06. Juni 2021 / 17:37 Uhr

Jena in Meistermanier: RB Leipzigs Frauen verlieren Saisonfinale

Jena in Meistermanier: RB Leipzigs Frauen verlieren Saisonfinale

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
2. Fußball Bundesliga, Frauen RB Leipzig - FC Carl Zeiss Jena
Gefährliche Strafraumaktion. © Alexander Prautzsch
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Die Frauen von RB Leipzig haben das letzte Saisonspiel gegen Carl Zeiss Jena mit 0:2 verloren. Beim Spiel durften nach langer Zeit auch wieder Fans im Stadion sein. Insgesamt 365 Zuschauer waren am Cottaweg.

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Leipzig. Die Vorzeichen für ein spannendes Saisonfinale waren vor dem Anpfiff gegeben. Beide Teams wollten den Sieg. RB Leipzig um Platz 3 in der Tabelle zu sichern und Jena um als Meister aufzusteigen. Nach der 1:4-Niederlage vergangenes Wochenende in Gütersloh stand bei RB Gina Schülle im Tor und Melanie Gerrits in der Startelf. Anja Mittag konnte ihrer eigentlichen Tätigkeit als Co-Trainerin nachgehen und musste nicht auf der Ersatzbank Platz nehmen.

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Das Spiel begann temporeich. Zwei Chancen der Gastgeberinnen endeten in den ersten zwanzig Minuten am Torgehäuse. Jena, von zahlreichen Fans lautstark unterstützt, tauchte nicht allzu oft vor dem Kasten von Leipzig auf. In der 22. Minute hatte Annika Graser die Führung für die Gäste auf dem Fuß, doch vergab sie die gute Chance. Ab der 25. Minute erhöhte RB den Druck in der Hälfte von Jena. Allerdings fehlte die entscheidende Aktion, um die gegnerische Torhüterin zu überwinden. Die Thüringerinnen verteidigten und tauchten bis auf Einzelaktionen wie von Julia Arnold kaum über der Mittellinie in der Hälfte der Gastgeberinnen auf.

DURCHKLICKEN: Die Niederlage der RB-Frauen gegen Jena

Die Frauen von RB Leipzig haben ihr letztes Saisonspiel gegen Carl Zeiss Jena mit 0:2 verloren. Zur Galerie
Die Frauen von RB Leipzig haben ihr letztes Saisonspiel gegen Carl Zeiss Jena mit 0:2 verloren. ©

Spätestens nach 40 Spielminuten hätte RB in Führung gehen müssen. Der Distanzschuss von Johanna Kaiser flog links am Tor vorbei. Doch dann nutzt Jena eine seiner wenigen Chancen. Nach einer Ecke köpft Kapitänin Anja Heuschkel in der 43. Minute zur Führung der Gäste ein. Mit 0:1 ging es in die Pause. Unter den Augen Ulrich Wolters und 365 Zuschauern spielten die Leipzigerinnen sogar vor einer Rekordkulisse in dieser Saison. Den bisherigen Rekord hielt das Pokalspiel gegen Neunkirchen mit 287 Fans am Cottaweg.



Schlechte Chancenverwertung

In der zweiten Hälfte kam bei RB Leipzig für Larissa Schreiber Emily Reißmann ins Spiel. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff hatte Madlen Frank eine gute Chance, um den Ausgleich zu erzielen. Die Jenaer Torhüterin lenkte ihn aber vorbei. Die Messestädterinnen rannten weiter an und das Spiel wurde ruppiger. Ein gemächliches Austrudeln der Saison war von beiden Seiten nicht zu merken. Allerdings fanden die Gastgeberinnen keinen Weg, einen Treffer zu erzielen.

Einmal landete der Ball dann im Tor der Gäste, doch ging ein Foulspiel an Jenas Torhüterin voraus und Schiedsrichterin Jacqueline Herrmann pfiff eine Viertelstunde vor Schluss die Situation ab. Auch ein Freistoß von Kapitänin Louise Ringsing aus 20 Metern Entfernung führte nicht zum Ausgleich. Jena verteidigte effektiv. Doch dann sprang das halbe Stadion auf, die Gästefans wollten das zweite Tor und sie bekamen es. Nelly Juckel spielte den zweiten Treffer für Carl Zeiss sehr schön raus. Danach liefen die Leipzigerinnen weiter an, aber ohne Jocker Anja Mittag wollte an diesem Tag wohl kein Tor in den letzten Spielminuten glücken. So endete das letzte Ligaspiel der Saison 0:2.

Nicht unzufrieden rollte der Fanklub Block 13 Bullen ihre Zaunfahne ein. „Sie haben stark gespielt und viel gekämpft“, so ein Fanklubmitglied. Der Fanklub begleitet die Frauenspiele seit der Regionalliga und zum Ende der Saison in der zweiten Bundesliga sind sie mit dem dritten Platz nicht unzufrieden. Größtes Manko: „Die Chancenverwertung. Das ist wie bei den Männern.“ Während im parallel stattfindenden Spiel Bocholt gegen Gütersloh unterging, konnte RB den dritten Platz sichern und Jena als Tabellenerster in die erste Bundesliga aufsteigen und am Cottaweg die Meisterschale in Empfang nehmen. Der Stadionsprecher verabschiedete die Aufsteiger mit den Worten „Vielleicht sehen wir uns in der ersten Liga bald wieder.“