20. September 2021 / 17:59 Uhr

Jenny Crowder triumphiert mit 3x3-Nationalmannschaft in Bukarest

Jenny Crowder triumphiert mit 3x3-Nationalmannschaft in Bukarest

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Jenny Crowder (vorn) beim Finalturnier der FIBA 3x3 Women's Series in Bukarest.
Jenny Crowder (vorn) beim Finalturnier der FIBA 3x3 Women's Series in Bukarest. © FIBA
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Mit einem Sieg im Gepäck sind die Göttinger Basketballerin Jennifer „Jenny“ Crowder und die deutsche 3x3-Nationalmannschaft vom Finalturnier der FIBA Womens’s Series im rumänischen Bukarest zurückgekehrt. Crowder war für das Turnier nachnominiert worden – und holte Gold.

Jennifer „Jenny“ Crowder, Spielmacherin des Damenbasketball-Bundesligisten Medical Instinct Veilchen BG 74, hat einen der größten Erfolge ihrer Karriere gefeiert: Als Mitglied des 3x3-Nationalteams setzte sich sich zusammen mit ihren Mitspielerinnen Svenja Brunckhorst, Sonja Greinacher und Luana Rodefeld beim Finalturnier der FIBA Women’s Series in Bukarest durch – ein Erfolg, der mit Gold bei der Weltmeisterschaft zu vergleichen ist. Im Finale schlug das deutsche Team Kanada, gegen das es in der Gruppenphase noch eine Niederlag gegeben hatte, mit 18:14.

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„Der Erfolg ist schon ziemlich weit oben auf meiner Liste“, sagte Crowder am Tag nach dem Triumph von Bukarest. Die Einladung zur Nationalmannschaft war kurzfristig in der vergangenen Woche gekommen. Der Hintergrund: Eine von vier festen Mitgliedern der 3x3-Nationalmannschaft hatte sich verletzt und wäre angeschlagen in die Finalspiele gegangen. „Ich hatte den Termin durchaus im Kalender, habe mich dann aber doch sehr gefreut über die kurzfristige Einladung“, berichtete Crowder.

Atemberaubender Spielort: der Parlamentspalast

Gespielt wurde im legendären Parlamentspalast von Bukarest, der laut Guinessbuch der Rekorde das schwerste Gebäude der Welt ist. Dazu tragen unter anderem eine Million Kubikmeter Marmor und 3500 Tonnen Kristall bei. Alles in allem soll der Koloss 4,1 Millionen Tonnen wiegen, wurde ausgerechnet.


Spielort war einer der Säle des Palastes, gespielt wurde also unter Kronleuchtern. Der Saal sei so groß gewesen, dass in ihm eine Tribüne aufgebaut werden konnte. „Die Location war unfassbar“, berichtete Crowder. „Das hat viel Eindruck gemacht und war schon ziemlich cool.“ Ein weiterer Vorteil des Saals: „Für das Werfen war es im Vergleich mit dem 3x3 unter freiem auch mal ganz schön, dass kein Wind geweht hat“, so Crowder.

Eindrucksvoller Spielort: der Saal des Parlamentspalastes in Bukarest.
Eindrucksvoller Spielort: der Saal des Parlamentspalastes in Bukarest. © Jennifer Crowder

In sportlicher Hinsicht liefen die zwei Vorrundenspiele am Sonnabend reibungslos für das deutsche Nationalteam. „Rumänien und Russland haben wir sicher geschlagen“, berichtete die 25-Jährige. In der Folge wussten die Deutschen bereits am Sonnabendabend, dass sie den Halbfinaleinzug sicher haben.

Das letzte Gruppenspiel am Sonntag entschied dann nur noch über den ersten oder zweiten Gruppenplatz, und prompt setzte es eine Niederlage gegen Kanada. Über Kreuz ging es dann gegen den etwas stärker eingeschätzten Vertreter der anderen Gruppe, Polen. „,Das Spiel gewinnen wir jetzt’, haben wir uns gesagt“, erzählte Crowder. Das deutsche Team ließ Taten folgen und schlug nach einer guten Leistung die Polinnen mit 16:11.

Deutschland spielt mit enormer Intensität

„Ins Finale gegen Kanada sind wir dann im Vergleich mit dem Gruppenspiel mit mehr Intensität und viel aggressiver reingegangen“, sagte die Göttingerin. Gegen die größeren Kanadierinnen habe der Spielverlauf an die Partie gegen Polen erinnert. Denn auch im Finale führte Deutschland früh, der Gegner kam gefährlich auf, doch in der Endphase präsentierte sich das deutsche Team nervenstark. „Die letzten vier Punkte haben wir mit Freiwürfen erzielt“, so Crowder.

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Nun sei sie zwar erschöpft, aber glücklich, sagte die BGerin, die sich am Montagnachmittag noch auf der Rückfahrt von Bukarest befand. „Drei Spiele auf dem Level an einem Tag sind schon anstrengend. Ich bin ganz schön kaputt, aber es war auch schön.“ Bereits im Sommer hatte sie in ihrer Eigenschaft als Coach der 3x3-Nationalmannschaft der Juniorinnen in Rumänen geweilt, nun kehrte sie mit einem großen Erfolg nach Göttingen zurück. Am Montagabend wollte sie zum Training der Veilchen in die FKG-Halle, aber nur als Zuschauerin – die Beine waren noch ziemlich schwer.