05. Mai 2021 / 10:52 Uhr

Nach Rassismus-Wirbel: Jens Lehmann nicht mehr im Aufsichtsrat von Hertha BSC

Nach Rassismus-Wirbel: Jens Lehmann nicht mehr im Aufsichtsrat von Hertha BSC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jens Lehmann ist nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat von Hertha BSC.
Jens Lehmann ist nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat von Hertha BSC. © IMAGO/Ulrich Hufnagel (Montage)
Anzeige

Jens Lehmann ist nicht mehr Mitglied des Aufsichtsrats von Hertha BSC. Investor Tennor, für den Lehmann im Kontrollgremium saß, löste den Vertrag mit dem früheren Nationalkeeper auf. Lehmann hatte in der Nacht auf Mittwoch eine rassistische Nachricht an Ex-DFB-Profi Dennis Aogo geschickt.

Anzeige

Nach dem Wirbel um eine rassistische Nachricht an den früheren Nationalspieler Dennis Aogo ist Jens Lehmann nicht länger Mitglied des Aufsichtsrats von Hertha BSC. Großinvestor Tennor um seinen Besitzer Lars Windhorst trennte sich am Mittwochvormittag vom 51-Jährigen, der damit auch aus dem Kontrollgremium ausscheidet. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Zeitung Welt. Lehmann war Vertreter des Investors im Aufsichtsrat.

Anzeige

"Der Vertrag von Jens Lehmann wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Damit entfällt auch das Mandat im Aufsichtsrat. Wir finden das persönlich sehr schade", erklärte Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter. "Aber das ist mit den Grundsätzen von Tennor und Lars Windhorst nicht vereinbar - erst recht vor dem Hintergrund, dass wir viele Colourpeople als Mitarbeiter haben." Auch Hertha-Präsident Werner Gegenbauer äußerte sich: "Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt", teilte er mit. "Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus. Wir begrüßen daher den Schritt der Tennor Holding."

Ex-Nationaltorwart Lehmann hatte sich für die irritierende WhatsApp-Nachricht, in der er nahegelegt hatte, Aogo sei in seiner Funktion als TV-Experte bei Sky ein "Quotenschwarzer", bereits beim früheren Hamburger entschuldigt. "In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe", schrieb Lehmann am Mittwochmorgen bei Twitter. Der 51-Jährige ergänzte: "Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote."

Zuvor hatte Aogo einen Screenshot eines WhatsApp-Verlaufs bei Instagram Story gepostet. Er hatte alle Nachrichten, die dem Screenshot zufolge vom Handy von Jens Lehmann stammten, bis auf eine geschwärzt. Rot umrandet hatte der 34 Jahre alte Aogo die Frage: "Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?" Versehen war der Satz mit einem Lach-Smiley vor dem Fragezeichen. Aogo, der zuvor als Experte beim Champions-League-Halbfinale zwischen Manchester City und Paris Saint-Germain (2:0) im Einsatz war, schrieb dazu: "WOW dein Ernst? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!"