07. Januar 2022 / 10:34 Uhr

"War dumm, war respektlos": Ex-DFB-Keeper Lehmann über Rassismus-Ärger um Nachricht an Aogo

"War dumm, war respektlos": Ex-DFB-Keeper Lehmann über Rassismus-Ärger um Nachricht an Aogo

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jens Lehmann (r.) erhielt nach seiner rassistischen Nachricht an Dennis Aogo viel Gegenwind.
Jens Lehmann (r.) erhielt nach seiner rassistischen Nachricht an Dennis Aogo viel Gegenwind. © IMAGO/teutopress/Ulrich Hufnagel (Montage)
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Im Mai 2021 hatte eine irritierende Nachricht an Dennis Aogo für Wirbel rund um den ehemaligen Torhüter Jens Lehmann gesorgt. In der Sky-Show "Meine Geschichte - das Leben von …" blickt der 52-Jährige zurück und reflektiert sein eigenes Verhalten.

Im Mai 2021 sorgte eine irritierende Nachricht von Jens Lehmann für Aufsehen. In seiner Instagram-Story veröffentlichte Dennis Aogo eine rassistische WhatsApp-Entgleisung ("Quotenschwarzer") des ehemaligen DFB-Torhüters. Dieser verlor im Anschluss seine Position als Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC, in kürzester Zeit wendeten sich mehrere Geschäftspartner von ihm ab. "Dass ich diese Nachricht an ihn geschrieben habe, war dumm, war respektlos. Und er hat meine Entschuldigung zum Glück auch angenommen", räumt Lehmann in der Sky-Show "Meine Geschichte - das Leben von …" mit Riccardo Basile (Erstausstrahlung dieser Folge: Freitag, 21 Uhr, Sky) ein. "Das war ein schlechter Moment von mir."

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Lehmann habe sich in der Folge mit der Thematik auseinandergesetzt und das eigene Verhalten reflektiert. Dabei holte er auch ehemalige Kollegen mit ins Boot. "Ich habe mich hinterfragt: War ich jemals gegenüber Mannschaftskameraden rassistisch unterwegs?", so Lehmann weiter. "Ich habe ein paar angerufen und zum Glück kam da die Resonanz, nein, im Gegenteil." So sei er gegenüber seinen einstigen Kollegen als "unterstützend und kameradschaftlich" wahrgenommen worden. "Das war für mich wichtig", gibt der WM-Torhüter von 2006 zu.

Aus der unangemessenen Kommunikation habe der ehemalige Keeper von Borussia Dortmund und dem FC Arsenal einiges mitgenommen. "Man lernt da immer dazu. Was ich an Positivem aus dieser Sache herausziehen konnte: Ich habe gelernt, was man in seinem Verhalten ändern muss und auch in seinem Denken", sagt Lehmann. Es sei wichtig, ein Bewusstsein darüber zu schaffen, "dass solche Dinge nicht gehen und dass man damit viele Menschen verletzt, ohne dass man es so richtig meint."

Aogo selbst hatte sich unmittelbar im Anschluss an den Ärger mit Lehmann ausgetauscht und dessen Entschuldigung angenommen. "Ich fand nicht gut, was er geschrieben hat, fand auch die Formulierung nicht gut. Es war auch ein Stück weit respektlos, weil man so etwas nicht schreibt, egal an wen die Nachricht adressiert war", sagte Aogo im vergangenen Jahr und riet dazu, Lehmann eine weitere Chance geben: "Trotzdem: Jeder Mensch macht Fehler, jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient", nahm Aogo den Ex-Torwart in Schutz.