31. Mai 2019 / 09:34 Uhr

Jerome Boateng: So hart greift er den FC Bayern und Trainer Niko Kovac an

Jerome Boateng: So hart greift er den FC Bayern und Trainer Niko Kovac an

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dieser Blick sagt alles: Jerome Boateng konnte sich nicht einmal über seine Meister-Medaille freuen.
Dieser Blick sagt alles: Jerome Boateng konnte sich nicht einmal über seine Meister-Medaille freuen. © imago images / Revierfoto
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Jetzt spricht Jerome Boateng: Nach einer für ihn enttäuschenden Saison 2018/19 hat er die vergangenen Wochen in einem Interview aufgearbeitet - auch in Form von deutlichen Worten an den FC Bayern München und dessen Trainer Niko Kovac.

Die Saison 2018/19 ist zu Ende, die Double-Party des FC Bayern München gehört der Vergangenheit an. Doch für Jerome Boateng gibt es noch einiges aufzuarbeiten, da er mit der abgelaufenen Spielzeit alles andere als zufrieden sein kann. Niko Kovac ließ den Weltmeister von 2014 in der Bundesliga nur 20-mal auflaufen. Wie Boateng dazu steht, konnte man seinem Gesicht im Rahmen der Feierlichkeiten zum Gewinn der Meisterschaft und des DFB-Pokals ansehen.

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Im kicker-Interview hat sich der Innenverteidiger nun zu Wort gemeldet und deutlich gemacht, warum ihm trotz der Erfolge der Münchener zuletzt nicht nach Feiern zumute war: "Wenn du keine Rolle spielst, dann tut dir das weh. Meinen Mitspielern gegenüber verhalte ich mich immer respektvoll. Aber ich kann mich nicht verstellen, lache nicht herum und tue so, als würde ich mich riesig freuen."

So feierten die Stars des FC Bayern das Double mit den Fans

15.000 Bayern-Fans jubeln den Double-Siegern auf dem Marienplatz zu. Einige danken Trainer Niko Kovac mit einem Plakat (rechts oben). Beim verabschiedeten Franck Ribéry (rechts unten) fließen die Tränen, die ebenfalls vor dem Abgang stehenden Arjen Robben und Rafinha sind gefasst. Der SPORTBUZZER zeigt die Bilder der Double-Feierlichkeiten des FC Bayern. Zur Galerie
15.000 Bayern-Fans jubeln den Double-Siegern auf dem Marienplatz zu. Einige danken Trainer Niko Kovac mit einem Plakat (rechts oben). Beim verabschiedeten Franck Ribéry (rechts unten) fließen die Tränen, die ebenfalls vor dem Abgang stehenden Arjen Robben und Rafinha sind gefasst. Der SPORTBUZZER zeigt die Bilder der Double-Feierlichkeiten des FC Bayern. ©

Boateng klagt an: "Ich wurde gebremst, weil ich für mich unfairerweise nicht zum Einsatz kam"

Zudem weist Boateng darauf hin, dass er mit einer Ausnahme (das 2:5 im Pokalfinale 2012 gegen den BVB) in den vergangenen Jahren in den großen Spielen immer da war. Umso unverständlicher für den 30-Jährigen, dass er unter Niko Kovac dermaßen aufs Abstellgleis rückte. "Ich bin Fußballer. Ich brenne immer noch. Ich bin heiß. Aber ich wurde gebremst, weil ich für mich unfairerweise nicht zum Einsatz kam, wie ich es verdient hätte", so Boateng, der weiß, dass es in diesem Geschäft nicht immer fair zugeht. Aber: "Ich habe das Gefühl, ich hätte mich auf den Kopf stellen können, es war alles so in Stein gemeißelt seit Dezember."

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Auch wenn Boateng selbstkritisch zugibt, dass seine Hinrunde nicht gut gewesen sei, hatte er sich für die zweite Halbserie einiges ausgerechnet - auch aufgrund der Andeutungen seines Trainers. Laut des Abwehrspielers soll Kovac zu ihm gesagt haben: "Du bist sofort dran, wenn einer nicht seine Leistung bringt, weil du es dir verdient hast, du trainierst super." Doch mehr als ein Einsatz über 90 Minuten gegen Werder Bremen sprang vorerst nicht heraus. Warum dem so war, kann der Betroffene bis heute nicht nachvollziehen: "Mit welcher Begründung? Warum bin ich dann derjenige, der rausmusste?"

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Gerade dann, wenn Jérôme Boateng nicht auf dem Platz stehen kann, zeigt er sich oft in extravaganten Outfits in und um die Münchner Allianz-Arena. Zur Galerie
Gerade dann, wenn Jérôme Boateng nicht auf dem Platz stehen kann, zeigt er sich oft in extravaganten Outfits in und um die Münchner Allianz-Arena. ©

Kovac soll Boateng im Sommer 2018 als Nummer eins in der Abwehr bezeichnet haben

Inzwischen wurde Boateng sogar von Bayern-Präsident Uli Hoeneß nahegelegt, den Verein zu wechseln. Ein Thema, dass der Weltmeister von 2014 bereits im Sommer 2018 höchstpersönlich auf den Tisch gebracht hatte. Boateng suchte damals das Gespräch mit den Verantwortlichen und erklärte ihnen: "Bitte, lasst mich gehen! Ich muss weg. Ich brauche eine neue Herausforderung." Doch eine Freigabe für einen Transfer zu Paris Saint-Germain erteilten sie ihm nicht. "Sie sagten, der Trainer will dich unbedingt halten, für ihn bist du die Nummer eins in der Abwehr", erinnerte sich der 30-Jährige zurück.

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Trotz des enttäuschenden Saisonfazits muss das Kapitel FC Bayern für den Defensivmann noch nicht beendet sein, wie er im Interview betont: "Ich werde hier nicht wegrennen. Situationen verändern sich schnell". Boateng gibt sich kämpferisch und ist weit davon entfernt, seine Karriere ausklingen lassen zu wollen. "Ich will zu hundert Prozent den Erfolg als Fußballer. Gerade nachdem ich in dieser Saison so oft gebremst wurde, will ich zeigen: Ich bin noch voll da. Ich greife in der nächsten Saison voll an." Bei welchem Verein er diesen neuen Angriff starten wird, ist noch offen.