29. August 2020 / 23:19 Uhr

Jerome Boateng: Deshalb will ich beim FC Bayern bleiben – DFB-Aus "hätte man anders abwickeln können"

Jerome Boateng: Deshalb will ich beim FC Bayern bleiben – DFB-Aus "hätte man anders abwickeln können"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jerome Boateng will über die Saison hinaus beim FC Bayern bleiben - und würde zu einem DFB-Comeback nicht nein sagen.
Jerome Boateng will über die Saison hinaus beim FC Bayern bleiben - und würde zu einem DFB-Comeback nicht nein sagen. © imago images/Getty
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Er galt schon als sicherer Transfer-Kandidat - doch Jerome Boateng will auch in der kommenden Saison für den FC Bayern spielen. Das sagte der Weltmeister der "BamS" - und erklärte sich grundsätzlich auch zu einem Comeback im DFB-Team bereit.

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Für Jerome Boateng war das Finale der Champions League schon nach 25 Minuten beendet. Der Innenverteidiger humpelte gegen Paris Saint-Germain mit einem Muskelfaserriss vom Platz, war seinem FC Bayern München im wichtigsten Spiel des Jahres, das die Münchner letztlich mit 1:0 gewannen, frühzeitig keine Hilfe mehr. Weil der Weltmeister beim FCB zu den Verkaufskandidaten zählt, glaubten viele an den wohl letzten Auftritt von Boateng im Dress der Bayern. Doch der 31-Jährige will offenbar doch noch länger in München bleiben.

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Gespräche über eine Verlängerung des 2021 auslaufenden Vertrages habe es zwar noch keine gegeben, sagte Boateng in einem Interview mit der Bild am Sonntag nun. Dennoch machte der Abwehrspieler die Tür für einen Verbleib weit auf. "Für mich ist aber klar, dass ich gerne den Weg unter Hansi Flick weitergehen würde. Meine Familie und ich fühlen uns in München sehr wohl." Der Trainer, der die Bayern in nur sieben Monaten zum Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League führte, habe ihm stets das Vertrauen geschenkt, sagte Boateng.

Boateng: Flick "menschlich absolut klar"

Der 55-Jährige, mit dem Boateng schon bei der Nationalmannschaft erfolgreich zusammen arbeitete, sei "menschlich absolut klar, macht dir nichts vor", betonte Boateng. "Aber er verlangt auch etwas dafür. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt dir, woran du arbeiten musst. Er hat mich unterstützt, aber auch gefordert." Der Ex-Hamburger, unter Flicks Vorgänger Niko Kovac oft nur Ersatz, zahlte es mit Leistung zurück, war neben David Alaba die defensive Stütze der Triple-Mannschaft. Boateng ist sich "sicher, dass wir auch im nächsten Jahr mit dieser Mannschaft viel erreichen können. Da will ich wieder ein Teil davon sein."

Ob die Bayern dazu auch bereit sind? Das dürfte darauf ankommen, ob es zwischen den beiden Parteien noch Vertragsverhandlungen gibt. Mit Blick auf einen möglichen Abschied von Boateng und Javi Martinez in diesem Jahr hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch im Juli erklärt: "Beide haben schon die Drei vorne im Alter stehen, da macht man sich schon mal Gedanken. Will man das eine Jahr beim FC Bayern bleiben oder will man möglicherweise, wenn man das kann, woanders vielleicht seine Karriere ausklingen lassen." Boateng steht bereits seit 2011 beim FCB unter Vertrag, absolvierte in den neun Jahren im Verein insgesamt 324 Spiele.

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Bemängelungen, die in schwächeren Phasen immer wieder an seinen Leistungen laut wurde, haben ihn verletzt, betonte Boateng. "Ich bin ein Mensch, der sich Kritik immer stellt", gestand er. "Ich weiß selbst, dass die vergangenen Jahre nicht optimal gelaufen sind. Aber ich weiß auch, dass es Gründe dafür gab, warum ich meine Bestform nicht zeigen konnte." Dass sich Menschen geäußert haben, die die Hintergründe seiner Formschwäche nicht kannten, "empfand ich als respektlos", sagte er.

DFB-Comeback? Boateng wäre "sicher nicht abgeneigt"

Boateng war neben Thomas Müller und Mats Hummels einer von drei Spielern, die im vergangenen Jahr von Bundestrainer Joachim Löw aus der Nationalmannschaft ausgebootet wurden. Dies "hätte man sicher anders abwickeln können", sagte der 76-malige Nationalspieler, der allerdings keinen Groll hegt: er respektiere Löws Weg des Umbruchs - lässt eine mögliche Rückkehr ins DFB-Team aber offen. "Sollte irgendwann dieser 'Zeitpunkt X' kommen, bin ich sicher nicht abgeneigt, der Nationalmannschaft zu helfen." Er sei aber "realistisch genug", seine Situation im DFB-Team einschätzen zu können.