08. April 2021 / 17:20 Uhr

Drei Szenarien: So könnte es für Jerome Boateng nach dem Abschied vom FC Bayern weitergehen

Drei Szenarien: So könnte es für Jerome Boateng nach dem Abschied vom FC Bayern weitergehen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jerome Boateng wird den FC Bayern verlassen. Wohin zieht es den Weltmeister?
Jerome Boateng wird den FC Bayern verlassen. Wohin zieht es den Weltmeister? © Getty/dpa/Montage
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Wohin zieht es Jerome Boateng nach seiner Zeit beim FC Bayern? Im Sommer läuft sein Vertrag aus, nach zehn Jahren im Verein werden sich die Wege trennen. Der SPORTBUZZER nennt einige Optionen, die der 32-Jährige nun hat.

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Seit nunmehr zehn Jahren gehört Jerome Boateng zu den festen Größen im Spiel des FC Bayern München. Am Ende der laufenden Saison trennen sich die Wege jedoch, wie Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain am Mittwochabend bestätigte. Der 32-Jährige verlässt die Münchner "durch das große Tor" (Salihamidzic) als einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer der Geschichte. Mit einem WM-Titel, zwei Klub-WM-Erfolgen, fünf DFB-Pokal-Siegen sowie zwei Champions-League- und acht Meister-Trophäen im Gepäck (in beiden Wettbewerben könnte noch je ein Titel hinzu kommen) kann er seiner Zukunft gelassen entgegen sehen - denn an Angeboten dürfte es dem gebürtigen Berliner keineswegs mangeln.

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Bleibt die Frage, was Boateng sich selbst für die wahrscheinlich letzten drei, vier oder fünf Jahre seiner Karriere vorstellt. Will er nach einem Jahrzehnt in der Bundesliga und bisher 355 Spielen für den FCB nochmal ins Ausland wechseln? Oder möchte er dem deutschen Fußball erhalten bleiben? Der SPORTBUZZER nennt drei mögliche Szenarien für die sportliche Zukunft des Weltmeisters.

Titeljagd auf Topniveau: Wechsel zu einem europäischen Giganten?

Zuletzt hatte Boateng zwar stets seinen Wunsch bekundet, bei den Bayern zu verlängern - sich allerdings auch offen für Neues gezeigt. "Ich würde nicht Nein sagen", sagte Boateng im vergangenen Sommer etwa über eine mögliche Rückkehr nach England, wo er 2010/11 bei Manchester City aktiv war. "Ich liebe es, die Premier League zu sehen, ich liebte es auch dort zu spielen." Er wäre "definitiv bereit", nochmal bei einem englischen Verein zu unterschreiben. Die Anzahl der Klubs, die sein üppiges Gehalt (bei den Bayern sollen es rund 10 Millionen Euro pro Jahr sein) stemmen könnten, dürfte begrenzt sein. Infrage kommen die üblichen Verdächtigen: Der FC Chelsea, wo er unter Thomas Tuchel das deutsche Kontingent erweitern könnte, dürfte ebenso eine Option sein wie Tottenham Hotspur und Manchester United, das seit Jahren auf der Suche nach Alternativen für die Innenverteidigung ist. Die Red Devils waren bereits vor drei Jahren interessiert, Boateng soll damals abgesagt haben.

Ganz ähnlich verhielt es sich mit Paris Saint-Germain und Juventus Turin, die beide schon einmal dicht vor einer Verpflichtung des Weltmeisters standen. Die Italiener ließen einen Wechsel vor zwei Jahren platzen, weil sie Daniele Rugani kurz vor Toreschluss nicht verkauft bekamen. Im Sommer könnte der Klub jedoch erneut eine Alternative werden, denn nach einer enttäuschenden Saison sind Umwälzungen des Kaders nicht unwahrscheinlich - und Juve hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf erarbeitet, besonders gern bei ablösefreien Stars zuzuschlagen. Neben PSG, das seit längerer Zeit am Deutschen interessiert sein soll, dürfte Juve im Boateng-Poker gute Karten haben.

Blick über den Tellerrand: Neue Horizonte in Nordamerika?

Oder macht Boateng den Schweinsteiger? Wie sein Kollege aus der Weltmeister-Elf von Rio, der zum Ausklang seiner glanzvollen Laufbahn zwei Jahre lang bei Chicago Fire kickte, könnte es auch den Innenverteidiger nochmal nach Übersee ziehen. Die nordamerikanische Major League Soccer ist seit Jahren bekannt dafür, renommierten Stars aus Fußball-Europa eine verlockende neue Herausforderung vor dem Karriereende zu ermöglichen. Aktuell kicken in der MLS etwa Stürmerstar Gonzalo Higuain (früher Juve, Napoli und Chelsea), Boatengs Gegenspieler im Finale der WM 2014, und der französische Weltmeister Blaise Matuidi. Die Option USA oder Kanada ist jedoch für Boateng vergleichsweise unwahrscheinlich, denn der 32-Jährige ist voll im Saft und dürfte lukrativere und sportlich reizvollere Angebote dem Abenteuer (noch) vorziehen.

Aufbauarbeit in der Hauptstadt: Zurück zur alten Liebe Hertha?

Ja warum eigentlich nicht Hertha BSC? Der Hauptstadtklub will mit Investor Tennor in den kommenden Jahren hoch hinaus und kann mit einem Pfund wuchern, das Boateng kein anderer Verein bieten kann: Heimat. Schließlich wurde der Abwehrspieler in Berlin geboren, wuchs in Charlottenburg unweit des Olympiastadions auf und startete seine Karriere bei der Alten Dame, für die er elf Profispiele absolvierte, ehe er zum Hamburger SV transferiert wurde.

"Er ist bei Hertha ausgebildet worden, hat die Akademie durchlaufen", fasste es Herthas Ex-Manager Michael Preetz einmal zusammen. "Der Junge hat hier seine Wurzeln und eine unglaubliche Entwicklung genommen." Dieser vielzitierte Kreis könnte sich mit einer sicherlich emotionalen Rückkehr schließen - denn es ist bekannt, wie sehr der Ex-Nationalspieler die Hertha und Berlin am Herzen liegen. Dank Tennor dürften die derzeit strauchelnden Berliner, die unter Geschäftsführer Carsten Schmidt weiter groß träumen (und denken) wollen, auch in der Lage sein, eine solche Rückholaktion wirtschaftlich zu realisieren. Vielleicht nimmt er seinen ebenfalls Hertha-verrückten Halbbruder Kevin-Prince gleich mit...