21. April 2020 / 17:20 Uhr

Jetzt plädiert Wolfsburg doch für Saisonabbruch: NFV-Entscheidung erst nächste Woche

Jetzt plädiert Wolfsburg doch für Saisonabbruch: NFV-Entscheidung erst nächste Woche

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
NFV Hartwig
Mehrheit will einen Abbruch: Dieses Votum hat Spielausschussvorsitzender Bernd Hartwig von den Klubs erhalten.
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Nun ist doch noch Geduld gefragt: Nicht am Mittwoch, sondern erst nächste Woche wird die Entscheidung des Niedersächsischen Fußball-Verbands darüber fallen, ob die Saison im Amateurfußball fortgesetzt oder abgebrochen wird. Aber die Meinungen gehen auseinander. Während der NFV-Kreis Gifhorn fürs Weiterspielen plädieren wird, setzen sich die Wolfsburger nun für einen Abbruch ein.

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Weiterspielen oder abbrechen? Diese Frage beantwortet das NFV-Präsidium erst in der nächsten Woche. Bis Ende dieser Woche erwarten die Verantwortlichen alle Meinungsbilder der 42 Kreisverbände zurück, um unter Berücksichtigung derer einen Beschluss zu fällen. Die Verantwortlichen in Gifhorn und Wolfsburg haben eine klare Haltung, beide Seiten sind für eine Fortsetzung ab September - aber nicht alle Vereine gehen damit konform.

In Gifhorn hatten sich 50 von 52 Vereinen bereits am Sonntagvormittag für eine Fortsetzung ausgesprochen. 88 Vereinsvertreter hatten an der Telefonkonferenz teilgenommen. "Bis auf drei haben alle zugestimmt", freute sich Vorsitzender Ralf Thomas. Gleichwohl hatte eine SPORTBUZZER-Abfrage bei Vereinsmitgliedern, die zum Teil nicht an der Konferenz teilgenommen hatten, für ein anderes Meinungsbild gesorgt. Dort waren die meisten gegen eine Fortsetzung. So sieht es nun auch bei den 30 Klubs in Wolfsburg aus. "Die Tendenz geht etwas mehr in Richtung Abbruch", sagt der Spielausschussvorsitzende Bernd Hartwig.

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Das will der NFV aber unbedingt umgehen. Die Saison soll bis zum 15. oder gar bis zum 31. August eingefroren und dann spätestens am 1. September fortgesetzt werden. Die Spielzeit soll möglichst bis Ende November beendet sein. Spielerwechsel würden erst im Anschluss vollzogen werden, Kinder und Jugendliche blieben vorerst in ihren jetzigen Altersklassen. Dieser Vorschlag stammt aus Gifhorn und an dieser Idee werden die Verantwortlichen weiter festhalten. Sven Bärensprung, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei den Gifhornern, betont erneut, warum ein Abbruch aus seiner Sicht sinnlos ist: "Wenn wir jetzt abbrechen, können wir eine neue Saison ab 1. September trotzdem nicht gewährleisten, weil wir nicht wissen, wie sich die Vorgaben der Bundesregierung entwickeln."

Die Netzreaktionen zur NFV-Entscheidung im Amateurfußball (19. April)

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Mit dieser Aussage bezieht sich Bärensprung auf die Äußerung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der damit rechne, dass die Abstandsgebote und verschärften Hygieneregeln noch "über Monate" Bestand haben werden. Sollte es so kommen, könnte ab 1. September zwar keine Saison starten - aber Plan B greifen. Nämlich, die laufende Saison dann erst ab Oktober, November oder gar erst ab Januar fortzusetzen. Hartwig: "Ob wir ab September wirklich spielen, weiß niemand."

Die Idee der Saisonfortsetzung stößt bei einigen Klubs bereits auf heftige Kritik - vor allem von den Trainern. Bärensprung verteidigt: "Wir haben das Meinungsbild abgefragt. Wenn viele Vereinsvertreter diese Variante vorher nicht mit allen Beteiligten abgesprochen haben, finde ich das schon komisch." Dabei seien alle Klubs rechtzeitig über die Idee in Kenntnis gesetzt worden, um mit Trainern oder Spielern zu sprechen. Thomas ist der Meinung, dass "die meisten Kritiker, wenn sie über alle Informationen und Rahmenbedingungen vollständig informiert sind, den Vorschlag mittragen könnten". Bärensprung ergänzt: "Ich bedauere sehr, dass wir anscheinend nicht alle von unserer Idee überzeugen konnten."

Wie letztlich entschieden wird, wird wohl nächste Woche klar sein. Welchen Einfluss das Meinungsbild der Wolfsburger Vereine im Endeffekt auf die Entscheidungsfindung hat, bleibt abzuwarten. "Ob es tatsächlich zu einem Abbruch kommt, muss der NFV entscheiden. Aber ich weiß auch", so Hartwig, "der Verband will die Saison eigentlich fortführen."