24. November 2020 / 22:53 Uhr

Jetzt wird's eng: RB Leipzig unterliegt gegen erschreckend schwaches PSG

Jetzt wird's eng: RB Leipzig unterliegt gegen erschreckend schwaches PSG

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Kopfballduell zwischen Marquinhos (l.) und RB Leipzigs Yussuf Poulsen.
Kopfballduell zwischen Marquinhos (l.) und RB Leipzigs Yussuf Poulsen. © dpa
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Ein dauer-lamentierender Neymar macht das einzige Tor des Spiels und beschert RB Leipzig die zweite Niederlage in der Champions League. 0:1 (0:1) verliert die Elf von Julian Nagelsmann bei Paris Saint-Germain und muss nun völlig unnötig um das Überwintern im Wettbewerb bangen.

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Leipzig/Paris. Es war „nur“ ein Gruppenspiel der Champions League, aber nach allem was man aus der Stadt der Liebe hörte und zu glauben weiß, schon ein K.o-Spiel für Thomas Tuchel. Schön für TT, weniger schön für RB Leipzig: Der Cheftrainer von Paris St. Germain zieht seinen dünnem Hals aus der mit Samt und Seide bezogenen Schlinge, feiert im vierten Spiel der Gruppe H mit den Seinen einen mehr als glücklichen 1:0-Sieg (1:0) gegen die Roten Bullen. Ein Elfmeter, der keiner ist, aber gepfiffen und von Neymar verwandelt wird (11.), entscheidet die Partie. Das Ergebnis hat mit dem Spielverlauf rein gar nichts zu tun. RB ist besser, griffiger, verliert durch einen Elfmeter, den man auch mit Pariser Brille im Gesicht und drei Promille nicht geben darf.

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Paris und der vom mächtigen Sportdirektor Leonardo nur geduldete Tuchel haben wieder beste Chancen auf ein Überwintern in der Königsklasse. Für die bärenstarken Männer von Julian Nagelsmann sieht es nicht ganz so freundlich aus. Nächste RB-Haltestellen in der Champions League: Am 2. Dezember, 18.55 Uhr, bei Basaksehir Istanbul, am 8. Dezember, 21 Uhr, gastiert Manchester United in Leipzig.

DURCHKLICKEN: So bewertet Guido Schäfer die RB-Elf

(1) Peter Gulacsi: Ist beim Elfmeter nah dran, bleibt ansonsten seltsamerweise ohne Beschäftigung. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Ist beim Elfmeter nah dran, bleibt ansonsten seltsamerweise ohne Beschäftigung. Note 2. ©

Rein in den Parc de Princes. Nagelsmann mit drei Änderungen gegenüber Frankfurt. Nordi Mukiele verteidigt rechts für Tyler Adams, Emil Forsberg kommt für Kevin Kampl ins Mittelfeld, Yussuf Poulsen stürmt für Alexander Sörloth. Paris mit allen (Offensiv)Assen. Angel di Maria - Weltklasse. Kylian Mbappe - Weltklasse. Neymar - Weltklasse. RB hat in der Anfangsphase alles im Griff und legt sich wie beim Halbfinale in Lissabon selbst ein Ei ins Nest. Dayot Upamecano spielt vorm Strafraum einen Fehlpass, Marcel Sabitzer will im Strafraum gegen di Maria reparieren, trifft den Argentinier weniger als hauchzart, der geht in Verbindung mit südamerikanischen Gravitationskräften zu Boden. Danny Makkelie (Niederlande) pfeift, der Videokeller nimmt offenbar gerade eine Lieferung Austern an. Neymar schiebt den Elfmeter zum 1:0 ein (11.).

Nächste Szene und fast der Ausgleich, Sabitzers Hammer wird von einem französischen Bein neben den Pfosten gelenkt. Leipzig bleibt dominant, klemmt die Pariser Superstars im Sturm ab, erarbeitet sich Respekt und Feldvorteile. Paris zieht sich entgegen sonstiger Gepflogenheiten zurück. Taktik? Der Not gehorchend? Beides? Chancen hat nur RB. Poulsen schlenzt den Ball mit links vorbei (36.). Kurz später scheitert Amadou Haidara aus 18 Metern an Keeper Keylor Navas. Kurz vor der Pause hat Forsberg nach Dani-Olmo-Flanke das 1:1 auf dem Fuß. Halbzeit. Paris ist zur Führung gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Kann in Paris passieren.

Wiederbeginn, die Top-Chance zum Ausgleich. Haidara flankt, Forsberg trifft den Volley mit dem Schienbein, knapp vorbei. Paris kommt in der 58. Minute zur ersten Chance, Mbappes Direktabnahme geht drüber. Nagelsmann bringt Willi Orban für Mukiele und Justin Kluivert für Dani Olmo. Danach kommt Stoßstürmer Sörloth für Forsberg. RB drückt, kombiniert sich gegen das Pariser Beton einen Wolf. Trotz einer frappierenden Überlegenheit schaffen es die beseelten Leipziger nicht, den Pariser Riegel zu knacken. Paris - schwächlich wie nie zuvor - gewinnt durch ein Elfmeter-Geschenk.

Weiter geht’s in der Liga: Vom 342 Meter hohen Eiffelturm aus kann man fast bis nach München schauen, zum Nach-wie-vor-Tabellenführer der Bundesliga. Der neunte Spieltag bietet RB die nächste Chance zum Anrobben an den 452-fachen Meister. RB (17 Punkte) empfängt Bielefeld (4), die Bayern (19) müssen nach Stuttgart (11). Auch Dortmund (18/gegen Köln) und Leverkusen (18/gegen die Hertha) hoffen auf die dynamischen VfB-Bubis.