29. Juni 2020 / 18:37 Uhr

Jetzt zählt's! 1. FC Lok Leipzig will zurück in den Profifußball

Jetzt zählt's! 1. FC Lok Leipzig will zurück in den Profifußball

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - JUNE 25: Head coach Wolfgang Wolf of 1. FC Lok Leipzig gestues during the 3. Liga Playoff Leg 1 match between 1. FC Lok Leipzig and SC Verl at Bruno-Plache-Stadion on June 25, 2020 in Leipzig, Germany. (Photo by Boris Streubel/Getty Images for DFB)
Lok-Trainer Wolfgang Wolf hat schon einige schwere Schlachten geschlagen. © Getty Images
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Lok Leipzig kann am Dienstag in die dritte Liga aufsteigen. Die nötige Lizenz wurde vom DFB ausgestellt, nun braucht es nur noch die sportliche Qualifikation. Die Probstheidaer benötigen in Bielefeld gegen den SC Verl einen Sieg oder ein Remis mit mindestens drei Toren.

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Leipzig/Bielefeld. ZFC Meuselwitz, Optik Rathenow, Union Fürstenwalde oder der 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, Dynamo Dresden. Zuschauer vorausgesetzt: 1.400 oder über 20.000 Fans in den Arenen. Vereinzelte Spielübertragungen, 10.000 Euro TV-Gelder, kleine Stadien oder Liveübertragungen jeder Partien, bundesweite Aufmerksamkeit und insgesamt 1,5 Millionen Euro Einnahmen aus TV und Ligasponsor.

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Der 1. FC Lok und der SC Verl trennen sich im Relegationshinspiel mit 2:2. Zur Galerie
Der 1. FC Lok und der SC Verl trennen sich im Relegationshinspiel mit 2:2. © Christian Modla

Schwierige Sponsorensuche , ein vorerst leeres Trikot oder potenzielle Investoren und einen Haupt- und Trikotsponsor. Halbe Amateurliga oder einer der besten 56 Profivereine Deutschlands. Regionalliga Nordost oder die stärkste dritte Liga der Welt? Es geht um alles und viel mehr, wenn der 1. FC Lok Leipzig am Dienstag zum Relegationsrückspiel und mithin zum Finale um den Aufstieg in Liga drei gegen den SC Verl in der Bielefelder SchücoArena antritt (16 Uhr, MDR und MagentaTV).

Robert Berger fällt aus

In Probstheida wissen sie um die Bedeutung der 90 Minuten, fürchten Profitum auf dem Zahnfleisch im Falle eines Misserfolgs, erhoffen sich die Verwirklichung ihrer vor fünf Jahren ausgerufenen Vision „3. Liga 2020“. Viel Last für die Lok-Spieler, die seit zwei Jahren als reine Profis angestellt sind – gar zu viel? „Das macht den Reiz. Was wäre Fußball ohne Stress und Druck“, findet Wolfgang Wolf Freude an der Alles-Oder-Nichts-Situation. Und unter Druck entstehen Diamanten.

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Fabian Guderitz: Die neue Nummer 1 hält lange souverän und unaufgeregt, dann passiert ihm der Riesenpatzer zum 2:2-Ausgleich. Note: 3. Zur Galerie
Fabian Guderitz: Die neue Nummer 1 hält lange souverän und unaufgeregt, dann passiert ihm der Riesenpatzer zum 2:2-Ausgleich. Note: 3. ©

Loks Sportdirektor und Chefcoach in Personalunion hat schon ganz andere Schlachten geschlagen. „Ich stand mit Kaiserslautern im DFB-Pokalfinale, habe über 20 Europacup-Spiele, wir haben zu Hause 5:0 gegen Real Madrid gewonnen, auf dem Betzenberg vor ausverkauftem Haus gegen die Bayern gespielt. Das lässt sich jedoch – insbesondere wegen Corona – nicht vergleichen“, erzählt der 308-fache Bundesligaspieler von der bewegten Vita, in der bereits ein Zweit- und Erstligaaufstieg drin stehen. Bekanntlich sind aller guten Dinge drei. Dafür braucht es nach dem 2:2 im Hinspiel einen Sieg oder ein Unentschieden mit mindestens drei Toren.

Schlechte Nachrichten: Rechtsverteidiger Robert Berger fällt aus. Seit Sonntag befinden sich die Leipziger in Bielefeld und haben am Montag 16 Uhr das Abschlusstraining absolviert. Über das Mitwirken von Djamal Ziane (Erkältung) und Niklas Brandt (Rücken) wird am Spieltag entschieden.

Vorstellung des neuen Trainers am Donnerstag

Gute Nachrichten: Lok hat wie alle anderen Antragsteller (SC Verl, Türkgücü München, FC Saarbrücken, VfB Lübeck) vom DFB die Lizenz für die dritte Liga erhalten. „Eine Zulassungsverweigerung aufgrund nicht nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit war in diesem Jahr ausgeschlossen“, heißt es vom DFB. Geheim bleibt Loks Ausweichstadion. Nach SPORTBUZZER-Informationen hat der Verein, in dessen Stadion die Blau-Gelben ausweichen würden, einer Veröffentlichung widersprochen. Auch die Messestädter selbst würden demnach keine Vorabinformation wünschen.

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Mit dem Erhalt der Lizenz ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Nach der Relegation werden die Lok-Verantwortlichen direkt weiter malochen müssen – Kaderplanung, Vertragsgespräche, Umbaumaßnahmen am Bruno-Plache-Stadion. Am Donnerstag wird zudem der neue Trainer vorgestellt.

Der letzte Aufstiegserfolg mit ähnlicher Größenordnung war 1993, als Vorgängerclub VfB Leipzig eine Saison Bundesliga erleben durfte. 1998 stieg der VfB aus der zweiten Liga, 2000 schließlich in die vierte ab. Die Tür zurück in den Profifußball ist nach 20 Jahren so offen wie nie. Wolf kennt die Vorzüge der größeren Bühne: „Ich habe meinen Spieler noch mal gesagt, was uns erwartet, wenn wir es schaffen.“