25. März 2018 / 12:51 Uhr

JFV Grönau Phönix Eichholz: "Wollen Nachwuchs fördern, Jugendarbeit stärken"

JFV Grönau Phönix Eichholz: "Wollen Nachwuchs fördern, Jugendarbeit stärken"

Redaktion Sportbuzzer
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V.l.: Rüdiger Bibow, Moritz Ihde, Andi Freytag, Dieter Weiskircher, Andreas Stender und Thomas Oelfke.
V.l.: Rüdiger Bibow, Moritz Ihde, Andi Freytag, Dieter Weiskircher, Andreas Stender und Thomas Oelfke. © © Agentur 54° /Felix Koenig
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Bei der Gründungssitzung des JFV sprachen die Verantwortlichen über ihr Konzept, den FC Bayern München und warum es in der Region an Jugendspielern fehlt

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Der Lübecker Jugendfußball ist mit der am vergangenen Freitagabend offiziell vollzogenen Gründung des JFV Grönau/Phönix/Eichholz ab sofort um einen Förderverein reicher.

Idee und Konzept als Gemeinschaft erarbeitet

Als Zusammenschluss aus der Eintracht Groß Grönau, dem FC Phönix Lübeck sowie dem Eichholzer SV, wollen diese drei Klubs ihre Kräfte im Jugendbereich künftig vereinen und in den Altersklassen der A- bis C-Junioren unter einer gemeinsamen Mannschaft auflaufen. "Der JFV Grönau/Phönix/Eichholz geht auf eine gemeinsame Idee der drei Stammvereine zurück, die es sich als Partner zum Ziel gesetzt haben, dauerhaft Jugend im Leistungssport zu fördern", erläuterte der frisch gewählte 1. Vorsitzende des JFV, Dieter Weiskircher, das Projekt.

Ämter werden unter Stammvereinen verteilt

Um dieses Vorhaben als Gemeinschaft auf den Weg zu bringen wurden am Freitag zunächst die obligatorischen Ämter unter den drei Vereinen aufgeteilt. So wurde neben der einstimmigen Wahl Weiskirchers von der Eintracht Groß Grönau, Moritz Ihde vom FC Phönix ebenfalls einstimmig zum 2. Vorsitzenden gewählt. Von den Anwesenden werden Andreas Freytag (Eichholzer SV) und Thomas Oelfke (FC Phönix) dem Beirat des Vereins angehören, den Posten des Kassenwarts bekleidet Andreas Stender (Eichholzer SV). Weiter nahmen Rüdiger Bibow und Malte Kohlhase (beide Phönix Lübeck) an der Sitzung im „Adlerhorst“ teil. Bilder der Sitzung findet ihr unten:

Der 1. Vorsitzende Dieter Weiskircher (r.) im Interview. Zur Gründungssitzung des JFV hatte man sich im Sportlertreff Adlerhorst des FC Phönix Lübeck an der Travemünder Allee zusammengefunden. Zur Galerie
Der 1. Vorsitzende Dieter Weiskircher (r.) im Interview. Zur Gründungssitzung des JFV hatte man sich im Sportlertreff "Adlerhorst" des FC Phönix Lübeck an der Travemünder Allee zusammengefunden. © Frank Neßler
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Im Anschluss übernahm Dieter Weiskircher das Wort, um das Konzept des JFV genauer zu erläutern. „Unser Hauptaugenmerk liegt darauf den eigenen Nachwuchs zu fördern. Dass Vereine ihre Jugendarbeit nur sporadisch betreiben und sich dann, wenn es darauf ankommt Mannschaften im Leistungssport zu etablieren, bei fremden Vereinen bedienen, dem wollen wir einen Gegenpol setzen“ sagt Weiskircher und verweist auf den JFV Hanse Lübeck und den VfB Lübeck, von denen man sich entschieden abgrenzen wolle.

"Wollen nicht der FC Bayern München sein"

Auf Nachfrage bestätigte Weiskircher, sich nicht beim JFV um einen Rat für den eigenen Jugendverein bemüht zu haben. Man wolle gezielt die eigenen Kräfte binden und nicht die besten Jugendkicker aus der Region zu sich locken. "Wir wollen nicht der FC Bayern München sein", wirft Rüdiger Bibow mit einem Schmunzeln ein.

JFV für Leistungssport schon unausweichlich?

Die Verantwortlichen des JFV sind sich einig: Wollen Nachwuchsspieler ab der C-Jugend weiterhin auf hohem Niveau kicken, ist dies beinahe nur noch  in einem Vereinsverband realisierbar. „Der Leistungssprung ab der C-Jugend ist sicherlich ein Grund dafür, dass es aktuell vermehrt zu JFV-Gründungen kommt“, erklärt Moritz Ihde. „Will man die Spieler nicht zum JFV Hanse oder zum VfB Lübeck abwandern lassen, muss man sich mit anderen Vereinen zusammentun.

Spielerschwund ab C-Jugend

Oftmals haben die Jungs eine höherklassige Option in ihrem Heimatverein nicht und leider hören dann auch talentierte Kicker mit dem Fußball auf“, schildert Ihde die Situation weiter. "Deutschlandweit kann man im Moment diverse Gründungen von Jugendfödervereinen beobachten", weiß Dieter Weiskircher zu berichten und führt das auch auf den Spielerschwund ab der C-Jugend zurück.

Im Notfall mit Zweitspielrecht

Hat die "JFV-Mannschaft" also in Zukunft absolute Prorität bei der Verteilung der Jugendspieler auf die Teams? Was passiert in dem Fall, wenn eine Jugendmannschaft im Stammverein aufgrund von Spielermangel kurz vor der Abmeldung steht, da zu viele Akteute für den Förderverein abgestellt wurden? "In diesem Fall werden wir die Spieler mit einem Zweitspielrecht austatten und sie zum FC Phönix schicken", erklärt Moritz Ihde den Fall, den die "JFV-Macher" anscheinend schon kommen sehen.

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Neben der jeweils einen Mannschaft in A-, B, und C-Jugend, die unter dem Namen JFV Grönau/Phönix/Eichholz auflaufen wird, sollen in den Stammvereine teilweise noch eigene Teams in den entsprechenden Altersklassen bestehen bleiben. Bei Phönix wird es noch zwei weitere B- und C-Junioren-Teams geben, in Groß Grönau und Eichholz lediglich eine bis zwei zusätzliche C-Jugend-Mannschaften, doch „da kann noch viel passieren“, meint Andreas Freytag optimistisch.

JFV soll "eine Ehre sein"

„Es soll für die Jungs in Zukunft eine Ehre sein, für das Team der JFV zu spielen“, sagt Weiskircher weiter. Dies können die Spieler dann wohl auf einem ordentlichen Niveau tun. Die Mannschaften im JFV werden in der A-Jugend in der Oberliga kicken können, B- und C-Junioren spielen auf jeden Fall Landesliga, „wir haben gute Ambitionen mit der C-Jugend, die im Moment auf Aufstiegskurs ist, ab Sommer ebenfalls Oberliga zu spielen“, freut sich Dieter Weiskircher.

Auch bei den Austragungorten der Heimpartien der jeweiligen JFV-Mannschaft gehen die Stammvereine voll und ganz arbeitsteilig vor. So wird die A-Jugend in Grönau, die B-Jugend bei Phönix und die C-Jugend in Eichholz spielen.
(Von Bend Strebel)

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