04. Mai 2021 / 16:56 Uhr

Jill Roord: Noch ein Holland-Star für Wolfsburgs Fußballerinnen?

Jill Roord: Noch ein Holland-Star für Wolfsburgs Fußballerinnen?

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Demnächst in Wolfsburg? Jill Roord spielt noch für den FC Arsenal in London.
Demnächst in Wolfsburg? Jill Roord spielt noch für den FC Arsenal in London. © dpa
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Gelingt den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch ein Top-Transfer? Der Double-Sieger ist an Jill Roord vom FC Arsenal interessiert. Die niederländische Offensiv-Allrounderin ist in der Bundesliga keine Unbekannte.

Einen Transfer für die kommende Saison soll es bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch geben - und das könnte ein richtiger Kracher werden. Nach SPORTBUZZER-Informationen ist der Double-Sieger am niederländischen Offensiv-Star Jill Roord vom FC Arsenal interessiert! Die ehemalige Bayern-Spielerin steht zwar in London noch bis 2022 unter Vertrag, soll aber mit einem Wechsel in die Bundesliga liebäugeln. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, will die Personalie nicht kommentieren, sagt nur: "Wir werden uns in der Woche vor dem wichtigen Spiel gegen die Bayern nicht zu Transfergerüchten äußern."

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Roord ist in Deutschland keine Unbekannte. Von 2017 bis 2019 lief die 24-jährige Europameisterin für den FC Bayern in der Bundesliga auf, erzielte für die Münchnerinnen in wettbewerbsübergreifend 50 Spielen 25 Treffer. Zuvor spielte Roord bei Twente Enschede - Trainer damals war unter anderem auch der angehende Wolfsburg-Coach Tommy Stroot, der im Sommer das Amt von Stephan Lerch (geht zu den Hoffenheimer U17-Junioren) übernimmt. Beim FC Arsenal kommt Roord in der laufenden Saison bisher auf insgesamt 21 Spiele (zehn Treffer). In der englischen Liga sind die Londonerinnen derzeit Tabellendritter hinter Chelsea und Manchester City.

Roord wäre neben Joelle Smits (kommt von der PSV Eindhoven) und Lyn Wilms (Twente Enschede) bereits die dritte holländische Neuverpflichtung für den Sommer bei den Wolfsburgerinnen. Aktuell hat der VfL mit Dominique Janssen und Shanice van de Sanden bereits zwei Niederländerinnen unter Vertrag. Tabea Waßmuth, Lena Lattwein (beide Hoffenheim) und Sandra Starke (Freiburg) schließen sich nach der laufenden Spielzeit ebenfalls dem DFB-Pokal-Finalisten an.

Sonntag Top-Spiel gegen die Bayern

Am Sonntag (13 Uhr) empfängt Roords möglicher neuer Klub ihren Ex-Klub Bayern München zum vielleicht entscheidenden Duell um die Meisterschaft, NDR und BR übertragen in ihren dritten Programmen live. Der FCB, mit zwei Punkten Vorsprung auf den VfL Tabellenführer, muss das Champions-League-Aus vom vergangenen Sonntag beim FC Chelsea verarbeiten. "Das Erreichen des Halbfinales war eine tolle Leistung", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, "das ist uns im Frauenfußball erst zum zweiten Mal gelungen - und wir sind alle überzeugt, dass wir diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben werden. Jetzt richten wir den Fokus auf unser großes Ziel, die Meisterschaft.“

Nach der Niederlage im DFB-Pokal-Halbfinale beim VfL und dem Aus in London könnten die FCB-Frauen nun binnen weniger Wochen alle drei Titelchancen verspielen - obwohl sie eine herausragende Saison absolviert haben. Bis zum Cup-Aus in Wolfsburg Anfang April stand die Bilanz bei wettbewerbsübergreifend 26 Siegen in Folge - mit 104 erzielten Toren und nur sechs Gegentreffern! Doch jetzt droht wieder das "Wolfsburg-Trauma". Denn eine Meisterschaft gab's in München zuletzt 2016, seitdem holte immer der VfL die Schale. Und das passt so gar nicht zu den Zielen, die Vereinspräsident Herbert Hainer formuliert: "Es ist unser Anspruch, auch mit unseren Fußballerinnen internationale Spitze und in Deutschland die Nummer 1 zu sein. Diesem Ziel nähern wir uns mit großen Schritten."

Entwarnung bei Jonsdottir

Entwarnung gibt es derweil bei VfL-Neuzugang Sveindis Jane Jonsdottir: Die Isländerin, die noch bis Januar 2022 an den schwedischen Erstligisten Kristianstads DFF verliehen ist, hatte sich in einem Liga-Spiel in Schweden verletzt. Vergangenen Freitag blieb die 19-Jährige im Duell mit Växjö DFF bereits in der ersten Halbzeit mit dem Schuh im Rasen stecken und verdrehte sich das Bein. Jonsdottir wurde daraufhin minutenlang behandelt und musste anschließend mit der Trage vom Platz getragen werden. Sogar die Diagnose Kreuzbandriss stand im Raum - glücklicherweise bestätigte sich die Verletzung nicht. Wie der Vereinsarzt nun bekannt gab, erlitt die Nationalspielerin eine Verletzung der Patella und wird bald mit Rehamaßnahmen beginnen. Damit fällt sie rund acht Wochen aus.