11. Juni 2021 / 10:40 Uhr

Löw-Abschied nach der EM: Kroos, Werner und Co. über ihre besonderen "Jogi-Momente"

Löw-Abschied nach der EM: Kroos, Werner und Co. über ihre besonderen "Jogi-Momente"

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Toni Kroos, Timo Werner und Co. richten Bundestrainer Joachim Löw vor der EM ihre Zukunftswünsche aus.
Toni Kroos, Timo Werner und Co. richten Bundestrainer Joachim Löw vor der EM ihre Zukunftswünsche aus. © IMAGO/Team 2/Matthias Koch (Montage)
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Joachim Löw hört im Anschluss an die Europameisterschaft nach 15 Jahren als Bundestrainer auf. Der SPORTBUZZER hat die Abschiedsworte von zehn Nationalspielern zusammengetragen.

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Der perfekte Schlusspunkt soll der Titel sein. Die an diesem Freitag beginnende Europameisterschaft ist das letzte Turnier für Bundestrainer Joachim Löw. Nach der EM ist nach 15 Jahren Schluss – das hat Löw trotz Vertrags bis 2022 im März entschieden. Hansi Flick übernimmt dann als Cheftrainer beim DFB.

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193 Spiele stand Löw bisher als Nationaltrainer an der Seitenlinie, gewann 123 Partien bei 32 Niederlagen und 38 Unentschieden. Sein größter Erfolg ist ohne Zweifel der WM-Titel 2014. Unvergessen, wie das deutsche Team im Halbfinale Gastgeber Brasilien mit 7:1 zerlegte und dann im Finale Argentinien (1:0) in einem packenden Duell bezwang. Es ist bislang der einzige Titel für Löw als DFB-Trainer, der das Amt 2006 von Jürgen Klinsmann übernommen hatte, dessen Assistent er zuvor war.

Bei einer EM erreichte Löw bisher immer mindestens das Halbfinale. 2008 scheiterte er erst im Finale an Spanien, 2012 im Halbfinale an Italien, 2016 im Halbfinale an Frankreich. Jetzt will Löw wieder "unbedingt ganz weit kommen", wie er sagt. Vor seinem letzten Turnier und dem Ende seiner langen DFB-Laufbahn hat der SPORTBUZZER zehn Nationalspieler nach ihrem persönlichen Jogi-Moment und Zukunftswünschen für den scheidenden Bundestrainer gefragt.



Die Wunschliste für DFB-Trainer Joachim Löw im Überblick:

Antonio Rüdiger: "Ich habe über die Jahre eine sehr gute Beziehung zu ihm gehabt und wünsche ihm bei dem Turnier einen würdigen Abschluss und dass wir für ihn noch mal alles raushauen. Das Wichtigste am Ende des Tages ist Gesundheit, die wünsche ich ihm."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Wir hatten sehr viele tolle Momente zusammen. Aber vielleicht kommt der beste ja erst noch …"

Bernd Leno: "Er ist eine Legende in Deutschland – nicht nur als Bundestrainer, sondern auch als Persönlichkeit. Jeder kennt ihn, jeder mag ihn. Wir wünschen uns alle, dass wir ihm den EM-Titel zum Abschied schenken können, das hätte er verdient."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Ich habe viele schöne Momente mit ihm erlebt. Er ist nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein toller Mensch."

Kevin Trapp: "Ich wünsche ihm für die Zukunft das Beste. Man liest unheimlich ehrliche Interviews von ihm. Ich hoffe, dass er dann ein bisschen runterkommen kann. Er hat es verdient, weil er ein unglaublich toller Mensch ist.“

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Meine erste Nominierung natürlich, aber noch viel mehr, als er mir das Vertrauen für den Confed-Cup geschenkt hat, als ich mein erstes Länderspiel machen durfte. Ich weiß, dass man nichts geschenkt bekommt und wenn der Bundestrainer einen aufstellt, dass er ihm dann auch vertraut. Und so ein Gefühl von dem wichtigsten Trainer Deutschlands zu bekommen, ist natürlich unheimlich schön. Er hat sehr, sehr viel für Deutschland getan, eine Ära geprägt. Bis auf 2018 war jedes Turnier ein Erfolg.“

Robin Koch: "Als Bundestrainer ist es schwer, Ruhe in seiner Freizeit zu finden. Er wird überall erkannt und angesprochen. Für seine Zukunft wird er die richtigen Entscheidungen treffen."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Der größte Moment war sicher sein erster Anruf bei mir, damals dachte ich erst an einen Scherz."

Matthias Ginter: "Er hat ja verraten, dass er nach seiner Zeit als Bundestrainer nicht direkt weitermacht. Ich wünsche ihm alles Gute und, dass er danach einen Verein oder Verband findet und wieder so viele tolle Erfolge feiern kann."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Persönlich gab es für mich zwei Momente: Der erste war der Anruf zu meiner ersten Nominierung im März 2014. Und dann bei der Geburt meines Sohnes, wo ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, dass er sich meldet. Das war sehr besonders und zeigt, dass er auch außerhalb des Platzes ein toller Mensch ist."

Günter wünscht Löw eine "Auszeit"

Christian Günter: "Ich hoffe und wünsche ihm, dass er mal zur Ruhe kommt. Als Bundestrainer kennt einen die halbe Welt, wirklich anonym kann er sich nirgends bewegen. Ich hoffe, dass die Auszeit eine schöne Zeit für ihn wird, die er richtig genießen kann."

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Mein persönlicher Jogi-Moment: "Es gibt zwei spezielle Momente. Das ist zum einen meine erste Nominierung und natürlich jetzt die Teilnahme an dem Turnier, womit ein Lebenstraum von mir in Erfüllung geht."

Marcel Halstenberg: "Ich habe gelesen, dass er sich eine Auszeit nehmen will. Ich hoffe, er erholt sich, dass er wieder Lust bekommt, bei einem Verein zu arbeiten und dann dort den maximalen Erfolg hat. Ich denke, dass er immer ein Teil der Nationalmannschaft bleiben wird."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Für mich bleibt im Kopf, dass er mich berufen hat, dass ich mein Debüt im Wembley-Stadion gegen England feiern durfte. Das war für mich ein geiler Moment, einer der schönsten im ganzen Leben."

Jonas Hofmann: "Ich wünsche ihm nur das Allerbeste – dass er sich mit einem Titel verabschieden kann, das wäre die schönste Variante. Und, dass er nach der langen Zeit als Bundestrainer erst mal abschalten kann."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Natürlich vergisst man nie den allerersten Anruf zur Nominierung, das ist der schönste Moment für mich gewesen."

Kroos: Löw "hatte immer großes Vertrauen in mich"

Toni Kroos: "Für seine nahe Zukunft wünsche ich ihm erst mal ein richtig erfolgreiches Turnier."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Wir hatten von Anfang an ein gutes Verhältnis und das bis heute. Als ich dazugekommen bin, war es ja nicht so, dass mir etwas geschenkt wurde. Ich hatte auch ein oder zwei Jahre, in denen ich beißen musste. Er hatte immer großes Vertrauen in mich, ich habe alle meine Länderspiele unter ihm gemacht. Wir können uns gegenseitig ein Stück dankbar sein. Ich über sein Vertrauen und er, dass ich ihm mit meinen Leistungen geholfen habe. Natürlich kann man sagen, die WM 2014 war der Moment, aber ich bin kein Freund, diese Highlights herauszusuchen. Es gab viele vertrauensvolle Momente."

Timo Werner: "Ich wünsche ihm, dass er in seiner zukünftigen Trainerlaufbahn weiterhin so erfolgreich ist, wie er es mit der Nationalmannschaft war."

Mein persönlicher Jogi-Moment: "Als ich gegen Norwegen einen Doppelpack in meiner Heimat Stuttgart gemacht habe, nach den ganzen Angriffen gegen mich wegen der Schwalbe habe ich mit ihm zusammen auf der Pressekonferenz gesessen. Da hat er mich in Schutz genommen und gesagt: Konzentriert euch mal eher darauf, was der hier heute geleistet hat, statt ihn immer wieder auf die Schwalbe zu reduzieren. Das ist ein Moment, der bleiben wird. Weil ich weiß, dass er immer hinter seinen Spielern steht. Das schätze ich sehr an ihm."