30. November 2020 / 16:22 Uhr

Ziele, Pläne, Status quo: So erklärt der DFB die Jobgarantie für Bundestrainer Joachim Löw

Ziele, Pläne, Status quo: So erklärt der DFB die Jobgarantie für Bundestrainer Joachim Löw

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dass Joachim Löw (M.) Bundestrainer bleiben darf, ist auch die Entscheidung von DFB-Präsident Fritz Keller (l.) und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff.
Dass Joachim Löw (M.) Bundestrainer bleiben darf, ist auch die Entscheidung von DFB-Präsident Fritz Keller (l.) und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff. © imago images/Getty/Montage
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Trotz des 0:6-Debakels in Spanien hält der DFB an Joachim Löw fest. Der DFB erläutert diese Entscheidung in einem ausführlichen Statement und beteuert, dass man uneingeschränkt hinter dem Bundestrainer stehe.

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Nach zwei intensiven Tagungen im Verlauf des Montags hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschlossen, an Bundestrainer Joachim Löw festzuhalten. Wie der Verband mitteilte, sei das Präsidium damit einer Empfehlung des Präsidialausschusses und von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gefolgt. Die Entscheidung sei in einer Telefonkonferenz einvernehmlich beschlossen worden. Man wolle "den seit März 2019 eingeschlagenen Weg der Erneuerung der Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw uneingeschränkt" fortsetzen.

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Weiter hieß es: "Das DFB-Präsidium ist sich einig: Auf dem Weg zur EM 2021 sind bereits wichtige sportliche Ziele erreicht worden – darunter die EM-Qualifikation, der Verbleib in Liga A der Nations League und die Positionierung im ersten Lostopf bei der WM-Qualifikation. Entsprechend hat Joachim Löw weiterhin das Vertrauen des DFB-Präsidiums." Das gemeinsame Augenmerk gelte jetzt einer "zielgerichteten" und "fokussierten" Vorbereitung auf die EM im kommenden Jahr. "Es besteht die feste Überzeugung, dass Joachim Löw und sein Trainerteam trotz einer für alle herausfordernden Situation erfolgreiche Spiele und Ergebnisse liefern werden", teilte der DFB mit.

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Und weiter: "Der Bundestrainer wird alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um mit der Mannschaft eine begeisternde EM 2021 zu spielen. Zustimmung erhält auch die Einschätzung des Bundestrainers, dass nachfolgende Turniere – konkret die WM 2022 in Katar und die EM 2024, die im eigenen Land stattfindet – als Perspektiven und sportliche Ziele bereits zum jetzigen Zeitpunkt in den weiteren sportlichen und personellen Überlegungen eine Rolle spielen müssen." Was dies für ein etwaiges Comeback der drei im März 2019 aussortierten Routiniers Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller bedeutet, blieb unklar.

Löw hatte sich am Montagvormittag zunächst mit Bierhoff und Mitgliedern des DFB-Präsidialausschusses in Frankfurt am Main getroffen, um die aktuelle Situation der Nationalmannschaft zu erörtern. Dabei sei es "dem Bundestrainer wichtig" gewesen, "in einem offenen, konstruktiven und intensiven Austausch die aktuelle Lage, die Niederlage gegen Spanien und die bevorstehenden Monate bis zur Europameisterschaft zu erörtern", erklärte der Verband. Löw habe "die Beteiligten über seine Einschätzungen, Vorstellungen und die weiteren Planungen informiert."

DFB lobt "hochqualitative Arbeit des Trainerstabes" um Löw

Anschließend seien die Mitglieder des Präsidialausschusses zu der übereinstimmenden Feststellung gekommen, "dass die hochqualitative Arbeit des Trainerstabes, das intakte Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer sowie ein klares Konzept für das bisherige und weitere Vorgehen zählen. Ein einzelnes Spiel kann und darf nicht Gradmesser für die grundsätzliche Leistung der Nationalmannschaft und des Bundestrainers sein." In einer anschließenden Telefonkonferenz des DFB-Präsidiums habe man das bittere 0:6 im Nations-League-Spiel in Spanien ebenfalls aufgearbeitet.

Löw trainiert die Nationalmannschaft seit 2006 und führte das Team acht Jahre später zum WM-Titel in Brasilien. In den vergangenen Jahren konnte der Bundestrainer jedoch nicht mehr an die fast gewohnten Triumphe anknüpfen. Die WM 2018 endete mit dem Aus in der Vorrunde desaströs. Der von Löw anschließend eingeleitete Umbruch führte bislang ebenfalls nicht zu erhofften Erfolgen. In der Premieren-Saison der Nations League wurde der Abstieg nur durch eine Modus-Änderung abgewendet. Zuletzt hatte die Kritik an Löw, der einen Vertrag bis 2022 besitzt, nach dem Debakel in Spanien noch einmal gehörig zugenommen.