30. November 2020 / 17:19 Uhr

Kommentar zur Bundestrainer-Entscheidung: Darum bleibt Joachim Löw die beste Wahl

Kommentar zur Bundestrainer-Entscheidung: Darum bleibt Joachim Löw die beste Wahl

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aktuell noch an Joachim Löw festzuhalten, ist aus Sicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp die richtige Wahl.
Aktuell noch an Joachim Löw festzuhalten, ist aus Sicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp die richtige Wahl. © imago images (Montage)
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Joachim Löw bleibt Bundestrainer - und nach Ansicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp trifft der DFB damit die bestmögliche Wahl. Auch mit seiner Begründung für Löws Verbleib liege der Verband richtig.

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Sollte in den letzten Wochen jemand ernsthaft daran gezweifelt haben, dass Deutschland mit einem neuen Bundestrainer in die nahe Zukunft marschiert, wurde er am Montag eines Besseren belehrt: Joachim Löw bleibt auch weiterhin Coach der Nationalmannschaft. Dies ergab eine Sitzung mit dem Präsidialausschuss, anschließend nickte auch das DFB-Präsidium diese Empfehlung (natürlich einvernehmlich) ab – wenig überraschend.

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In einer Pressemitteilung wurden die Gründe dafür dargelegt und erläutert: Löw habe auf dem Weg zur EM 2021 die wichtigsten Ziele erreicht und den Blick auf die weiteren Turniere 2022 und 2024 bereits in seine sportlichen Überlegungen mit einbezogen. Was zunächst vielleicht billig klingen mag, ist de facto vor allem eines: nämlich richtig!

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Eine Entlassung des Bundestrainers zum jetzigen Zeitpunkt wäre purer Aktionismus gewesen. Warum? Weil man sich nach dem WM-Debakel 2018 für diesen Weg mit Löw entschieden hat und er diesen bislang konsequent unter schwierigsten Voraussetzungen (Corona-Pandemie, zahlreiche Verletzte) umgesetzt hat. Weil er den Spagat hinbekommen hat, eine neue Hierarchie aufzubauen und alte Zöpfe abzuschneiden. Weil Löw neue Spieler integriert und darauf geachtet hat, dass er den ohnehin schon maximal beanspruchten Stars der Topklubs die ein oder andere Pause gönnt.

Dass es im Zuge dieser Maßnahmen auch Rückschläge geben kann, war zu erwarten – ein 0:6 in Spanien hatte natürlich niemand einkalkuliert. Dennoch ist die Entscheidung, mit Löw mindestens bis zur EM weiterzumachen, völlig nachvollziehbar. Die Mannschaft steht hinter ihm, das Trainerteam ist eingespielt, die Zeit bis zum Turnierauftakt überschaubar. Ein neuer Mann auf der Bank hätte drei Spiele im März und zwei im Mai gehabt, um seine Vorstellungen umzusetzen – zumal es diesen Mister X aktuell überhaupt gar nicht gibt.

Nun bleibt zu hoffen, dass auch der Bundestrainer die richtigen Schlüsse aus dieser Entscheidung zieht und sich noch mal ein stückweit neu erfindet. Auch wenn nach 14 Jahren viele seiner Person überdrüssig sind und sich einen Neustart gewünscht hätten, bleibt es dabei: Löw ist und bleibt die beste Wahl.