09. November 2020 / 06:00 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw hält EM in zwölf Ländern für aktuell "schwer vorstellbar"

Bundestrainer Joachim Löw hält EM in zwölf Ländern für aktuell "schwer vorstellbar"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die EM in zwölf Ländern abzuhalten, könnte sich als schwierig gestalten, glaubt Bundestrainer Löw.
Die EM in zwölf Ländern abzuhalten, könnte sich als schwierig gestalten, glaubt Bundestrainer Löw. © Getty Images (Montage)
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Joachim Löw ist mit Blick auf die Austragung der Europameisterschaft in zwölf Ländern derzeit skeptisch. Der Bundestrainer beleuchtet im SPORTBUZZER-Interview zudem die Rolle des Fußballs in Zeiten von Corona.

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Aufgrund der aktuellen Corona-Lage ist die Austragung der für das kommende Jahr geplanten Europameisterschaft in zwölf Ländern für Joachim Löw momentan "schwer vorstellbar". Im SPORTBUZZER-Interview sagte der Bundestrainer: "Ich hoffe das natürlich und auch, dass sich die Situation grundsätzlich verändert. Wir wollen alle endlich wieder Spiele erleben mit Fans und damit mit Emotionen, das macht gerade so ein Turnier ja aus. Aber aktuell kann ja keiner so genau absehen, wie es weitergeht und was die Folgen der Pandemie betrifft. Wir brennen alle auf diese EM quer über den Kontinent, darauf arbeiten wir hin."

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Zuletzt hatte die seriöse französische Tageszeitung Le Parisien berichtet, dass es bei der UEFA konkrete Planung geben, dass Turnier im Fall der Fälle nur in Russland auszutragen. DFB-Präsident Fritz Keller plädierte hingegen für ein Festhalten am ursprünglichen Plan. "Wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin haben auch wir den Wunsch, dass die EM so umgesetzt wird, wie sie geplant wurde. Als friedliches Fußball-Fest in ganz Europa, das Brücken bauen soll zwischen den einzelnen Austragungsorten“, hatte der Verbandsboss der Bild gesagt, gleichzeitig aber auch betont, dass man sich "auf jedes mögliche Szenario" vorbereite.

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Losgelöst von der EM setzt sich Löw derweil auch mit der generellen Entwicklung des Fußballs in der momentanen Situation auseinander. Einen Bedeutungsverlust sieht er dabei nicht. "Anfangs hatte ich ein mulmiges Gefühl und habe mich gefragt, wie das ablaufen soll, wenn die Spieler bei großen Partien in riesigen Stadien vor völlig leeren Rängen spielen. Was macht das mit den Fans, mit den Spielern? Dazu die Entscheidung der Politik, die uns ermöglicht hat zu spielen und die nicht jeder gut fand."

Löw: "Der Fußball sollte sich nicht zu wichtig nehmen"

Inzwischen ist diese anfängliche Skepsis bei ihm anderen Annahmen gewichen. "Wenn ich mich umhöre, habe ich schon das Gefühl, dass den Leuten der Fußball fehlt. Dass sie sich freuen, wenn es zumindest im Fernsehen läuft. Wir fiebern alle auf den Tag hin, an dem die Stadien wieder voll sind. Das wird ein wunderbarer Tag und dann wird die Begeisterung so groß sein wie vorher, mindestens", sagte der 60-Jährige, der aber auch warnte: "Der Fußball hat eine enorme soziale und gesellschaftliche Rolle in unserem Land, aber er sollte sich auch nicht zu wichtig nehmen und über andere stellen."