03. Juni 2021 / 00:04 Uhr

Joachim Löw sieht "Licht und Schatten" beim DFB-Team - "Intensive" Trainingseinheiten angekündigt

Joachim Löw sieht "Licht und Schatten" beim DFB-Team - "Intensive" Trainingseinheiten angekündigt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Bundestrainer Joachim Löw analysiert die Leistung der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark.
Bundestrainer Joachim Löw analysiert die Leistung der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark. © IMAGO/Revierfoto
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Joachim Löw analysiert das 1:1 der deutschen Nationalmannschaft im EM-Test gegen Dänemark mit gemischten Gefühlen. Er lobt und kritisiert. Auf die Spieler wartet vor dem Turnierstart ein intensives Programm.

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Vieles hatte Joachim Löw weitaus besser gefallen als bei so manchem Auftritt in den vergangenen Monaten. So richtig zufrieden konnte der Bundestrainer aber auch nach dem 1:1 (0:0) im Test gegen Dänemark nicht sein. "Es war schon Licht und Schatten", bilanzierte der 61.Jährige nach dem Abpfiff bei RTL. "Einige Ansätze waren sicherlich gut" und "verbessert", führte Löw aus, wies aber auch darauf hin, dass man "Mitte der zweiten Halbzeit die Ordnung verloren" und sich "das Leben selbst schwer gemacht" habe. Überrascht davon, dass noch nicht alles rund lief, war der Coach nicht.

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"Als Rückschlag würde ich es nicht bezeichnen", betonte er. Mit Blick auf das letzte noch ausstehende Vorbereitungsspiel gegen Lettland am kommenden Montag hob Löw hervor, dass er dann weitere personelle Alternativen haben werde. So stoßen die Champions-League-Finalteilnehmer Kai Havertz. Timo Werner, Antonio Rüdiger und Ilkay Gündogan zum Team. Auch der nach einer Coronainfektion genesene Toni Kroos könnte eine Alternative sein. Rücksicht auf die Partie gegen Lettland will Löw in den anstehenden Trainingseinheiten aber nicht nehmen und kündigte ein "intensives" Programm an. Dabei werde es um defensive und offensive Abläufe sowie Standardsituationen gehen.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sprach Löw zudem über ...

… das 1:1 gegen Dänemark: "Es war klar, dass nach vier Trainingstagen noch nicht alle Dinge perfekt umgesetzt werden können. Was ich erwartet habe, war eine gute Präsenz, eine gute Körpersprache, Leidenschaft. Wir wollten defensiv stabiler und kompakter stehen – das habe ich gesehen. Leider haben wir dann hintenraus etwas die Spielkontrolle verloren, die Abstimmung stimmte nicht überall. Dadurch haben wir auch das Gegentor kassiert."

… das Comeback von Hummels und Müller: "Beide haben aus meiner Sicht ein gutes Spiel gemacht. Insgesamt war die Kommunikation verbessert, das war sehr positiv. Nicht nur durch die beiden, aber auch."

… den Stand der Spieler, die nicht zum Einsatz kamen: "Emre Can hat Adduktorenprobleme und stand deshalb nicht im Kader, bei ihm müssen wir die nächsten Tage abwarten. Donnerstag wird für alle ein Tag der Regeneration sein. Am Freitag ist dann das erste Training mit allen geplant, bis auf Goretzka und vermutlich Can. Toni Rüdiger ist eingetroffen, Donnerstag sollen Kai Havertz, Ilkay Gündogan und Timo Werner kommen. Auch Toni Kroos hat schon auf dem Platz trainiert, aber er wird nach dieser Erkrankung und zwei Wochen Quarantäne noch etwas brauchen. Mats Hummels hat immer wieder leichte Probleme mit der Patellasehne im linken Knie, aber das ist nach einem Tag wieder in Ordnung."

… seine Idee der Dreierkette: "Ich wollte das nochmal testen, auch im Training. Für mich ist entscheidend, dass die letzte Reihe steht. Wollte das Zentrum mit drei Innenverteidigern gut schließen, die drei haben das gut gemacht. Das kann auch absolut eine Option für das Turnier sein. Das Maß aller Dinge wird sein, dass die Null steht. Wir können nicht immer einem Rückstand hinterherlaufen, das ist schwierig."

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten gegen Dänemark

Die deutsche Mannschaft kam im ersten EM-Test nicht über ein 1:1 gegen Dänemark hinaus. Deutschland in der Einzelkritik. Zur Galerie
Die deutsche Mannschaft kam im ersten EM-Test nicht über ein 1:1 gegen Dänemark hinaus. Deutschland in der Einzelkritik. ©

… die deutsche Abschlussschwäche: "Das Problem begleitet uns schon länger. Dass wir uns viele Chancen herausspielen, uns aber nicht belohnen. Darüber haben wir gesprochen, daran werden wir arbeiten. In den ersten Tagen haben wir vor allem an der Stabilität in der Defensive und an den Standards gearbeitet. In den nächsten Tagen werden wir uns intensiv mit der Offensive und den Abschlüssen beschäftigen. Dieses Problem haben wir, ohne Frage. Aber das kann man nicht so einfach trainieren. Wir werden versuchen Wettkampfsituationen herzustellen."