28. Februar 2021 / 14:44 Uhr

Bundestrainer Löw öffnet Tür für EM mit Müller, Boateng und Hummels: "Umbruch auch mal unterbrechen"

Bundestrainer Löw öffnet Tür für EM mit Müller, Boateng und Hummels: "Umbruch auch mal unterbrechen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Löw hat eine EM mit Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng in Aussicht gestellt.
Bundestrainer Löw hat eine EM mit Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng in Aussicht gestellt. © Getty Images/IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Lange hat Joachim Löw eine Rückkehr von Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels ausgeschlossen. Nun hat Löw in einem "Sportschau"-Interview aber zumindest angedeutet, dass die drei in seinen EM-Planungen eine Rolle spielen. Der Bundestrainer argumentiert mit der Corona-Pandemie.

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Das Thema erhitzte zuletzt immer wieder die Gemüter der deutschen Fußball-Fans: Nach der Ausbootung aus der Nationalmannschaft schloss Bundestrainer Joachim Löw eine Rückkehr von Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels ins DFB-Team lange aus. Insbesondere nach dem desaströsen 0:6 gegen Spanien im vergangenen Jahr sorgte das für Kritik. Und während der Bundestrainer eine Rückkehr des Trios zuletzt schon nicht mehr ausgeschlossen hatte, stellte er den drei Weltmeistern nun direkt eine EM-Teilnahme in Aussicht.

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"Ein Nationaltrainer denkt ja im Zwei-Jahres-Rhythmus", sagte Löw im Sportschau-Interview und führte aus: "Ich glaube, nach 2018 und nach der Nations League war es vonnöten, einen Umbruch zu gestalten und in die Wege zu leiten." Grundsätzlich sollte man einen Umbruch auch nicht abbrechen, so der 61-Jährige. Und dann machte Löw Befürwortern eines DFB-Comebacks des Trios Hoffnung: "Jetzt ist es aber so, dass uns durch die Pandemie fast ein Jahr gestohlen wurde", erklärte er. "Also kann man sich jetzt überlegen, ob man so einen Umbruch vielleicht auch mal unterbricht, wenn es unbedingt erforderlich ist und wenn meine Trainer und ich der Meinung sind, wir brauchen noch den einen oder anderen Prozentgeber oder Energiegeber sportlich gesehen oder in der Führung."

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Allerdings stellte der inzwischen über 14 Jahre amtierende DFB-Coach klar, dass ein Comeback erst zur EM und auch ausschließlich für das Turnier passieren würde: "Den Umbruch während der WM-Quali werde ich nicht unterbrechen, das müssen wir jetzt so bewältigen, und danach werde ich bewerten, was brauchen wir für ein Turnier", stellte er klar. Die Nationalmannschaft beginnt die EM-Qualifikation im März mit drei Spielen gegen Island (25. März), Rumänien (28. März) und Nordmazedonien (31. März). Es sind die letzten Pflichtspiele vor der Europameisterschaft im Sommer.

Löw: Kontakt zu Müller schon vor der EM?

Aus dem aussortierten Trio ragte zuletzt insbesondere Müller heraus: Der offensive Mittelfeldspieler befeuerte Rufe nach einer EM-Nominierung mit Bestleistungen beim FC Bayern, wo er als Spielmacher im Angriff glänzt. "Wenn man solche Spieler mitnimmt, dann muss man ihnen natürlich eine klare Aufgabe geben. Dann erwartet man von den Spielern, dass sie die Führung mit übernehmen", sagte Löw mit Blick auf den 31-Jährigen, dessen Qualitäten er wertzuschätzen wüsste: "Ich bin jetzt viele Jahre dabei und weiß, manchmal muss man während eines Turniers improvisieren, deshalb braucht man eine breite Qualität."

Grundsätzlich sieht Löw kein Problem darin, die drei womöglich nur für die EM zu nominieren: "Denn wenn der eine oder andere Spieler in Frage käme, dann sind die Spieler ja schnell integriert, die wissen dann schon genau, wie es bei der Nationalmannschaft läuft, und das wäre kein Problem", argumentierte er. Allerdings deutete der Bundestrainer an, dass er gerade mit Müller schon deutlich vor dem Turnier in Kontakt treten würde: "Wenn es so sein wird, dass er kommt, dann bin ich schon mit ihm im Austausch. Natürlich muss man ihn auf so Dinge vorbereiten, klar, davon können Sie ausgehen."