17. Dezember 2019 / 07:49 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw beklagt lange Winterpause der Nationalelf - kein Druck auf Sané und Süle

Bundestrainer Joachim Löw beklagt lange Winterpause der Nationalelf - kein Druck auf Sané und Süle

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat mit Blick auf die EM 2020 über die lange Winterpause der Nationalelf sowie die Personalien Leroy Sané und Niklas Süle gesprochen.
Bundestrainer Joachim Löw hat mit Blick auf die EM 2020 über die lange Winterpause der Nationalelf sowie die Personalien Leroy Sané und Niklas Süle gesprochen. © Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images/Montage
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Kurz vor dem Jahreswechsel steigt die Vorfreude auf die EM 2020 - auch bei Joachim Löw. In einem Interview hat sich der Bundestrainer nun kritisch über die lange Winterpause der Nationalelf geäußert und zudem über die Situation der verletzten Nationalspieler Leroy Sané und Niklas Süle gesprochen.

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Joachim Löw würde sich als Bundestrainer eine kürzere Winterpause der deutschen Nationalmannschaft wünschen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der EM-Qualifikation im November finden die ersten Länderspiele im Turnierjahr gegen Spanien und Italien erst Ende März 2020 statt. Dazwischen liegen über vier Monate.

„Es wäre für mich als Trainer natürlich wünschenswert, wenn wir im Vierwochen-Rhythmus weiterspielen würden, also im Januar und Februar jeweils zwei Länderspiele hätten“, sagte Löw im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Die lange Winterpause bedeutet für mich einen Schritt zurück. Wir müssen uns im März wieder neu sortieren, neu beginnen“, begründete der Weltmeistercoach von 2014.

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Mit Skepsis begleitet die internationale Presse den komplizierten Modus der EM 2020. Eines ist jedoch klar: Die Hammer-Gruppe mit Deutschland, Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal elektrisiert alle. Der SPORTBUZZER zeigt die Reaktionen der Auslosung. ©

Joachim Löw freut sich auf die "Fußball-Highlights" bei der EM 2020

Das Problem habe er allerdings jedes Jahr, bemerkte der seit 2006 amtierende Bundestrainer. „In der zweiten Jahreshälfte, im September, Oktober und November, haben wir immer sechs Länderspiele. Und bei jedem der Lehrgänge merke ich, dass unsere wenigen Trainingseinheiten und Treffen Früchte tragen. Im Oktober und November hat sich jede Mannschaft gefunden, gefangen, stabilisiert und gute Leistungen gebracht“, schilderte der 59-Jährige. Als Beleg führte er das 6:1 im letzten Spiel der EM-Qualifikation gegen Nordirland an.

Vor der EM-Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 bleiben Löw insgesamt nur vier Länderspiele zum Einspielen der Mannschaft. In der Vorrunde trifft Deutschland in der namentlich stärksten Gruppe in München auf Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und einen noch zu ermittelnden Playoff-Gegner, womöglich Island.

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„Da warten riesige Aufgaben“, sagte Löw zur Einschätzung der Gegner. Er setzt auch auf den Heimvorteil und die Unterstützung der deutschen Zuschauer bei den drei Gruppenpartien in der Allianz Arena. „Dann steht das ganze Land hinter der Nationalmannschaft“, glaubt Löw: „Das sind Fußball-Highlights. Die Fans freuen sich auf so eine Gruppe.“

Der Bundestrainer lässt bei Sané und Süle alles offen

Ob Angreifer Leroy Sané (23) von Manchester City und Abwehrchef Niklas Süle (24) vom FC Bayern München bei diesen "Fußball-Highlights" dabei sein werden, ist noch offen. Löw setzt den beiden Leistungsträgern nach ihren schweren Knieverletzungen kein Zeitlimit für eine Nominierung. „Nein. Bei so schweren Verletzungen bin ich sehr zurückhaltend. Da lasse ich alles offen“, sagte der Bundestrainer. Beide zählten bei Löw bis zu ihren Kreuzbandrissen als Fixpunkte der DFB-Auswahl für die EM. Ihr Comeback im Verein ist zeitlich nicht absehbar. Sané hatte sich im August verletzt und sollte bei normalem Heilungsverlauf früher zurückkehren als Innenverteidiger Süle, der seit Oktober pausieren muss. Ein halbes Jahr Ausfallzeit ist bei einem Kreuzbandriss in der Regel das Minimum. Danach müssen die beiden Profis auch erst wieder richtig in Form kommen.

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„Manche Spieler verkraften so etwas gut und sind nach sechs, sieben Monaten wieder voll belastbar. Aber ein Turnier bringt viele Hürden mit sich. Es kann lang und schwierig werden“, gab der 59-Jährige zu bedenken. „Man muss sehen, wie die Spieler nach der Verletzung in den Rhythmus kommen. Wer so eine schwere Verletzung hatte, muss das nicht nur physisch, sondern auch mental gut verarbeiten. Da muss man jedem Einzelnen die nötige Zeit geben“, so der DFB-Coach.