18. März 2020 / 17:03 Uhr

Darum könnte die EM-Verlegung für das DFB-Team zum Vorteil werden - Chance für Süle und Sané

Darum könnte die EM-Verlegung für das DFB-Team zum Vorteil werden - Chance für Süle und Sané

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wegen Corona: Bundestrainer Joachim Löw kann auf den Einsatz von Niklas Süle und Leroy Sané bei der EM 2021 hoffen.
Wegen Corona: Bundestrainer Joachim Löw kann auf den Einsatz von Niklas Süle und Leroy Sané bei der EM 2021 hoffen. © imago images/Sven Simon/Getty (Montage)
Anzeige

Ist es ein Vorteil für die deutsche Nationalmannschaft, dass die EM wegen des Coronavirus um ein Jahr in den Sommer 2021 verlegt wird? Bundestrainer Joachim Löw sagt, er wisse es nicht so genau. Doch ein paar Argumente dafür gäbe es schon. 

Anzeige
Anzeige

In fünf Tagen hätte sich Deutschlands Fußball-Elite normalerweise in Düsseldorf versammelt. Für zwei Nächte war das Hotel „Van der Valk Airporthotel“ reserviert worden, am Mittwoch sollte die Nationalmannschaft dann per Flieger nach Madrid aufbrechen. Eine Länderspielwoche stand an. Doch was ist dieser Tage schon noch normal? Auch beim DFB ist die Enttäuschung darüber groß, dass der Lehrgang mit Testspielen gegen Spanien und Italien wegen des Coronavirus flachfällt; dass die EM in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Und doch gibt es aus rein sportlicher Sicht schon Argumente dafür, zu behaupten: Es ist nicht alles schlecht.

Für zwei Spieler ändert sich durch die (vorläufige) Verlegung der beiden Partien in den Juni zwar erstmal nichts: Niklas Süle und Leroy Sané. Sie hätten ohnehin nicht bei den geplanten Spielen am 26. März in Madrid und am 31. März in Nürnberg mitwirken können. Beide befinden sich nach ihren jeweils erlittenen schweren Verletzungen noch in der Phase der sportlichen Rehabilitation. Aber für die um ein Jahr verschobene Europameisterschaft dürfte Bundestrainer Joachim Löw nun wohl sicher mit dem Duo planen können.

Mehr zum DFB-Team

Bayern-Profi Süle riss sich im vergangenen Oktober das Kreuzband im linken Knie gerissen, bei Sané hatte sein Klub Manchester City die gleiche Diagnose im rechten Knie bereits Anfang August kommuniziert. Zweimal schreckte die Fußball-Nation Deutschland regelrecht auf, angesichts der damals zeitlich nicht mehr allzu weit entfernten EM, für die beide Nationalspieler fest als Leistungs- beziehungsweise Hoffnungsträger eingeplant waren.

Gerade bei Süle wurden arge Bedenken geäußert, ob er innerhalb von nicht mal acht Monaten bis zum Turnierstart das sportliche Niveau erreichen würde, das man ihm in seiner Führungsrolle zugeschrieben hatte. Sogar von Uli Hoeneß höchstpersönlich, der seinerzeit in der Funktion als Bayern-Präsident verkündete: „Süle kann die EM vergessen.“ Beim Spieler kam das weniger gut an, wie er nach seiner Rückkehr auf den Trainingsplatz wissen ließ: „Mich hat die Aussage irritiert. Mir war sofort klar: Die Zeit reicht, um vor der EM voll zu genesen.“

Das sind die Kandidaten für das deutsche Olympia-Team und DFB-Trainer Stefan Kuntz

Wer ist bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio im National Stadion mit dabei? Der <b>SPORTBUZZER</b> schätzt unter anderem die Teilnahme-Chancen von Lars Stindl (von links), Thomas Müller und Sandro Wagner ein. Zur Galerie
Wer ist bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio im National Stadion mit dabei? Der SPORTBUZZER schätzt unter anderem die Teilnahme-Chancen von Lars Stindl (von links), Thomas Müller und Sandro Wagner ein. ©
Anzeige

Etwaige Spekulationen und Rechenspielchen haben sich inzwischen erübrigt, seit Dienstag ist klar: Die Zeit reicht tatsächlich. Die UEFA hat das Turnier um ein Jahr in den Sommer 2021 verlegt. Ist das nun ein Vor- oder Nachteil für die deutsche Nationalmannschaft? Bundestrainer Löw mag diese Frage „nicht endgültig“ beantworten. Er verweist dabei jedoch schon auf den Umbruch, den man mit dem Vorrundenaus bei der WM 2018 mit etwas Verspätung eingeleitet hatte – und auf dessen Höhepunkt man sich aktuell womöglich befindet. „Es hat sich nicht als ganz so einfach gestaltet“, sagt Löw.

Bundestrainer Löw: "Nicht alles geklappt"

Viele Verletzungen (neben Süle und Sané) erschwerten den Prozess des gemeinsamen Eingroovens einer zudem stark verjüngten Mannschaft. Da konnte auch die am Ende souveräne EM-Qualifikation als Gruppenerster vor der Niederlande nicht über gewisse Mängel hinwegtäuschen, das weiß auch Löw: „Es hat nicht alles so reibungslos geklappt, wie man sich das ein Jahr vor einem Turnier wünscht.“ Er habe immer darauf hingewiesen, sagte der Bundestrainer, dass die aktuellen Nationalspieler noch nicht am Maximum ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sind. Durch die EM-Verlegung „haben wir nun noch ein bisschen Zeit“, so Löw.

Leroy Sané hat ein erstes Comeback gegeben

Ausreichend Zeit, die die Rekonvaleszenten um Süle – sofern sie fit bleiben –, nutzen könnten, um sich zurück in Topform zu bringen. Leidensgenosse Sané absolvierte Ende Februar sogar bereits wieder ein erstes Pflichtspiel, wenn auch nur für die U23 des Klubs. Und wer weiß, vielleicht ist ihre Verfassung ein Jahr später eine noch viel bessere – heißt es in den Reaktionen der Profis nach schweren Verletzungen doch nicht selten, sie würden „umso stärker“ zurückkommen. Auch das würde der Nationalmannschaft sicherlich in die Karten spielen.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt