13. Oktober 2019 / 23:34 Uhr

Joachim Löw stellt sich nach Türkei-Ärger vor Ilkay Gündogan: "Klares Statement für Deutschland"

Joachim Löw stellt sich nach Türkei-Ärger vor Ilkay Gündogan: "Klares Statement für Deutschland"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat sich nach der Kontroverse um Ilkay Gündogan vor den Mittelfeldspieler gestellt.
Bundestrainer Joachim Löw hat sich nach der Kontroverse um Ilkay Gündogan vor den Mittelfeldspieler gestellt. © imago images / dpa
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Das DFB-Team hat sich in der EM-Qualifikation gegen Estland durchgesetzt - auch dank Ilkay Gündogan. Nach der Kontroverse um ein Instagram-Like des 28-Jährigen zeigte sich Bundestrainer Joachim Löw zufrieden, dass ausgerechnet der Mittelfeldspieler zum Matchwinner avancierte.

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Nach der Kontroverse um Ilkay Gündogan und Emre Can vor dem EM-Qualifikationsspiel des DFB gegen Estland (3:0) hat sich Bundestrainer Joachim Löw demonstrativ vor die beiden Nationalspieler gestellt. Gündogan und Can hatten am Sonntag einen Instagram-Post des türkischen Nationalspielers Cenk Tosun geliked. Der Ex-Frankfurter hatte mit seinen Teamkollegen beim 1:0 der Türkei gegen Albanien salutiert - eine Geste, die inzwischen von der UEFA untersucht wird. Dazu schrieb der Stürmer des FC Everton: "Für unsere Nation, vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren."

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Gündogan und Can nahmen ihr Like kurze Zeit später wieder zurück - gerieten vor dem Spiel gegen die Esten trotzdem so sehr in die Kritik, das beide sich genötigt sahen, Statements abzugeben. Löw schützte seine Spieler nach dem Schlusspfiff - besonders Gündogan, der mit zwei Toren Matchwinner war und nicht zum ersten Mal mit öffentlichen Anfeindungen konfrontiert war. "Dass er zwei Tore macht, freut mich besonders", erklärte der 59-Jährige bei RTL - und ging ins Detail.

Löw über Gündogan und Can: "Wer sie kennt weiß, dass sie gegen Terror und Krieg sind"

Er habe sich vor dem Spiel nicht mit der Kontroverse um Can und Gündogan befasst, sagte Löw, der die türkischstämmigen Profis in seine Startelf beorderte. Während Gündogan im zweiten Durchgang zwei Tore schoss und Deutschland zum Sieg führte, sah Can schon nach 14 Minuten und einer Notbremse die Rote Karte. Löw gab sich einsichtig: "Das war eine Rote Karte, in der Situation muss man Rot geben."

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Patrick Strasser hat die Leistungen der DFB-Akteure im Spiel gegen Estland für den SPORTBUZZER bewertet. Zur Galerie
Patrick Strasser hat die Leistungen der DFB-Akteure im Spiel gegen Estland für den SPORTBUZZER bewertet. ©

Ilkay Gündogan: "Da war absolut keine politische Absicht"

Gündogan klopfte sich nach seinen Toren demonstrativ mit der Faust auf das DFB-Wappen - offenbar wollte der ManCity-Profi betonen, wie sehr er sich mit seiner Nation verbunden fühlt. "Das war heute ein klares Statement für Deutschland von Ilkay", sagte Löw. "Sie haben die Likes ja auch sofort zurückgenommen, das war aus meiner Sicht wichtig. Wer die beiden kennt, weiß, dass sie gegen Terror und gegen Krieg sind." Ähnlich hatten sich auch die beiden Nationalspieler selbst noch vor dem Spielbeginn positioniert.

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Nach seinem sportlichen Signal bekräftigte Gündogan am späten Abend in den Stadion-Katakomben: „Da war natürlich absolut keine politische Absicht hinter. Emre und ich sind beide konsequent gegen jeglichen Terror und gegen jeglichen Krieg.“ Dass aus seiner Unterstützung für seinen „sehr guten Freund“ Tosun eine solche Geschichte werde, sei „ein bisschen schade“, sagte Gündogan am Sonntagabend in Tallinn.

Die weiteren DFB-Stimmen zum Sieg in Estland:

Manuel Neuer:

...zum Spielverlauf: "Wir spielen ja seit der 18. Minute in Unterzahl, da ist es schwierig mit dem Anlaufen. Ich fand es nicht so blamabel. Es war eine Frage der Zeit, weil sie mehr laufen mussten. Wir hatten ein gutes Positionsspiel, da haben wir sie laufen lassen."

"Es war nach der Roten Karte nicht einfach, man spielt mit neun Feldspielern. Wir mussten umspielen, das war ein anderes Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir es ordentlich gemacht."

...zur Gesamtsituation: "Wir haben zuvor gegen Holland vermeintliche Siege aus der Hand gegeben. Über 90 Minuten perfekt zu spielen ist schwer, gerade bei einer Mannschaft, die sich noch finden muss."

Niklas Süle:

...zum Spielverlauf: "Wir haben eine Rote Karte bekommen, das hat unserem Spiel geschadet. In der zweiten Halbzeit haben wir uns einen Plan gemacht, wie wir die Esten knacken wollen."

...zur Roten Karte: "Ich wollte ihm (Emre Can, d. Red.) den Ball rüber spielen, ich will nicht sagen, dass ich schuldfrei bin.

...zur Einstellung: "Die Einstellung hat gestimmt."

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Joachim Löw:

...zum Spielverlauf: "Ich bin froh, dass wir es geschafft haben. Es war ein schweres Stück Arbeit. Wir mussten uns fangen, haben es aber im zweiten Durchgang gut gemacht."

"Entscheidend war, dass wir im zweiten Durchgang das Tempo angezogen. Wir sind ruhig geblieben, nicht nervös geworden und haben die Tore gemacht."