09. November 2020 / 14:27 Uhr

Joachim Löw reagiert auf Kritik von Bastian Schweinsteiger & Co: "Ich kann es nie allen recht machen"

Joachim Löw reagiert auf Kritik von Bastian Schweinsteiger & Co: "Ich kann es nie allen recht machen"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Kritik von Bastian Schweinsteiger lässt Bundestrainer Joachim Löw größtenteils kalt.
Die Kritik von Bastian Schweinsteiger lässt Bundestrainer Joachim Löw größtenteils kalt. © Getty Images/imago images/Lacy Perenyi (Montage)
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Die Kritik an der Arbeit von Joachim Löw nahm in den vergangenen Wochen wieder zu. Im SPORTBUZZER-Interview erklärt der Bundestrainer, wie er mit den Einschätzungen von Bastian Schweinsteiger & Co. umgeht.

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Mit großer Gelassenheit hat Joachim Löw auf die in den vergangenen Monaten wieder gestiegene Kritik an seiner Arbeit reagiert. "Als Bundestrainer in einem Land, in dem der Fußball elektrisiert und emotionalisiert, Lieblingssport von zig Millionen Menschen ist, gibt es immer viele Meinungen. Und Kritik. Die gehört dazu, der muss ich mich stellen – das hat sich nicht geändert", sagte der 60-Jährige im SPORTBUZZER-Interview: "Klar aber ist auch, dass ich es in dieser Rolle nie allen recht machen kann. Es geht vordergründig um Ergebnisse. Doch als Trainer muss ich auch andere Dinge im Kopf haben und beispielsweise an die Entwicklung der Spieler und der Mannschaft denken."

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Zuletzt hatte sich sogar ein langjähriger Weggefährte des Bundestrainer kritisch über die Spielweise des DFB-Teams geäußert. Nach dem mühevollen 2:1 in der Ukraine im vergangenen Monat bemängelte Bastian Schweinsteiger, der unter Löw 2014 Weltmeister wurde und inzwischen als ARD-Experte arbeitet, fehlendes Tempo im Aufbau. Löws Reaktion: "Entertainment ist Teil des Fußballs. Experten werden gefragt und dafür bezahlt, dass sie Klartext sprechen – ich nehme das nicht persönlich. Wenn Bastian Schweinsteiger beispielsweise Fehler aufzeigt, sind das ja häufig auch Dinge, die wir ähnlich sehen und auch besprechen."

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Direkt adressierte Konter in Richtung seiner Kritiker will Löw, der seit 2006 Bundestrainer ist, vermeiden. "Ich bin schon so lange dabei und habe schon sehr viel erlebt. Die Nationalelf wird immer im Fokus stehen, alles wird kommentiert. Ich denke, dass ich das daher ganz gut und unaufgeregt einordnen kann. Auch intern haben wir eine gute Fehlerkultur, überlegen uns jede Entscheidung sehr, sehr genau. Doch wenn sie getroffen ist, dann stehe ich dahinter, weil ich davon überzeugt bin und die Gesamtverantwortung trage", erklärt der Bundestrainer.

Sein "Stil" sei es, " die Ruhe zu bewahren" und sich "aufs Wesentliche zu konzentrieren". Dabei zeigt er sich durchaus selbstkritisch: "Eines steht für mich auch fest: Ich weiß, dass ich sicher nicht immer alles perfekt mache. Schon gar nicht in diesen Tagen, in denen wir alle vor ganz neuen Herausforderungen stehen." Folglich kontert er auch die zuletzt aufkeimenden Arroganz-Vorwürfe: "Jeder, der mich kennt, weiß, dass mir Arroganz absolut fernliegt. Darum nehme ich es schon ernst, wenn Menschen mich als arrogant wahrnehmen."