15. März 2019 / 14:15 Uhr

Joachim Löw erklärt: So kam es zum DFB-Aus für Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels

Joachim Löw erklärt: So kam es zum DFB-Aus für Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat zum DFB-Aus des Bayern-Trios um Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels geäußert.
Bundestrainer Joachim Löw hat zum DFB-Aus des Bayern-Trios um Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels geäußert. © imago/Montage
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Bundestrainer Joachim Löw hat sich erstmals öffentlich zur Ausmusterung der drei Weltmeister Müller, Boateng und Hummels geäußert und dabei tiefe Einblicke in sein Seelenleben und taktische Planungen gegeben.

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Joachim Löw hat sich bei der Benennung seines Kaders für die Länderspiele gegen Serbien (20. März) und in den Niederlanden (24. März) ausführlich zu den Hintergründen des DFB-Endes der Bayern-Stars Mats Hummels, Thomas Müller und Jerome Boateng geäußert. Er wolle seine "Sicht der Dinge" schildern, begann der Bundestrainer am Freitag in Frankfurt am Main seine Schilderungen: "Aufgrund der Leistungen und Ergebnisse im vergangenen Jahr war es unumgänglich, gewisse Veränderungen vorzunehmen. Die Entscheidungen sind bekannt. Es war ein Prozess über eine gewisse Dauer. Solche Entscheidungen trifft man nicht von heute auf morgen."

Löw weist Kritik zurück

Löw weiter: "Für mich war das Allerallerwichtigste, dass wir die Spieler in persönlichen Gesprächen informieren." Diese seien "offen und ehrlich" verlaufen. Unmittelbar bevor man die Spieler in Kenntnis setzte, habe man zudem Bayern-Trainer Niko Kovac, Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge "ins Boot geholt". Kritik, nach der er die Ausmusterung von Müller & Co. eher kurz abgehandelt habe, widersprach Löw entschieden. "Ich finde es befremdlich, wenn man über Dinge wie Inhalt und Respekt urteilt, obwohl man nicht dabei war", sagte der Coach: "Auch die Zeit ist kein Qualitätsmerkmal für ein Gespräch."

Mit neuen Rückennummern: Der DFB-Kader für die Spiele gegen Serbien und Holland

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Tor: #1 Manuel Neuer (FC Bayern München) ©
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Der Bundestrainer verriet zudem, dass die Entscheidung, das Trio künftig nicht mehr zu berücksichtigen vor zweieinhalb Wochen fiel. "Wir wollen mit jungen Spielern und einer neuen Spielidee in die EM-Qualifikation gehen", erläuterte der 59-Jährige und nannte als Merkmale "Handlungsschnelligkeit", "Flachpassspiel" und "Dynamik". Zudem solle sich eine neue Hierarchie im Team entwickeln.

Löw über künftige Führungsspieler

"Wir wollen Spielern Raum und Verantwortung geben. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber wir haben sehr, sehr viel Potenzial. Ich glaube, dass sich die jungen Spieler gut entwickeln können und wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben werden." Wen er künftig in Führungsrollen sieht, ließ Löw offen. Er könne "einige Spieler aufzählen", wolle zunächst aber mit den Betreffenden selbst reden, meinte der Weltmeister-Macher von 2014.

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Löw äußerte sich auch dazu, ob er im Falle von Misserfolgen vielleicht doch wieder auf Müller, Hummels oder Boateng zurückgreifen werde - zumal sich Hummels und Müller zuletzt dahingehend geäußert hatten, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. "Ich weiß nicht, was in einem Jahr ist", sagte Löw: "Fakt ist: Ich habe den Spielern gesagt, dass ich die Qualifikation und die EM ohne sie plane. Die Spieler sind ja nicht verbannt, aber ich plane ohne sie."

Löw: "Die Spieler sind für mich als Menschen sehr wichtig"

Die Wertschätzung für das Weltmeister-Trio sei dennoch "selbstverständlich", betonte Löw: "Alle drei Spieler haben Einmaliges geleistet." Er wolle seine "allergrößte Dankbarkeit" zum Ausdruck bringen. Die Gespräche seien für ihn "emotional wahnsinnig schwierig" gewesen. Der Bundestrainer: "Die Spieler sind mir nicht nur als Fußballer, sondern auch als Menschen sehr wichtig. Das wird auch so bleiben." Für die Enttäuschung, die sich vor allem in Müllers Frust-Video in den sozialen Medien ausdrückte, habe er Verständnis und auch noch einmal den Austausch mit den Profis gesucht: "Es gibt keine Probleme und keine Dinge, die zwischen uns stehen."

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