21. März 2019 / 17:55 Uhr

Kader-Check: Das sind Löws Optionen mit Rüdiger, Reus, Brandt, Gündogan & Co.

Kader-Check: Das sind Löws Optionen mit Rüdiger, Reus, Brandt, Gündogan & Co.

Eric Zimmer und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sie alle spielen in den Stammelf-Überlegungen von Joachim Löw eine entscheidende Rolle: Julian Brandt (von unten links im Uhrzeigersinn), Anton Rüdiger, Marco Reus und Ilkay Gündogan.
Sie alle spielen in den Stammelf-Überlegungen von Joachim Löw eine entscheidende Rolle: Julian Brandt (von unten links im Uhrzeigersinn), Anton Rüdiger, Marco Reus und Ilkay Gündogan. © imago/MIS
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Das Länderspieljahr 2019 begann mit einem 1:1 gegen Serbien durchwachsen für die Nationalmannschaft. Am Sonntag geht es in der EM-Quali gegen die Niederlande nun um Punkte. Der SPORTBUZZER zeigt vor dem Duell gegen die Elftal, auf welchen Positionen Bundestrainer Joachim Löw noch grübelt - und welche Spieler gesetzt sind.

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Die Nationalmannschaft der Zukunft hat am Mittwoch ihr erstes Spiel 2019 absolviert, beim 1:1 gegen Serbien lief aber längst nicht alles rund. Vor dem EM-Quali-Kracher am Sonntag in Amsterdam gegen die Niederlande (20.45 Uhr, live im SPORTBUZZER-Ticker) muss Joachim Löw noch reichlich grübeln, soll gegen die aufstrebende „Elftal“ Zählbares geholt werden. Dabei bietet ihm sein neues Personal jede Menge Möglichkeiten. Duelle um Stammplätze, taktische Varianten, schwere Entscheidungen - der SPORTBUZZER nimmt Löws Kader unter die Lupe.

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Tor: Münchens Manuel Neuer oder Barcelonas Marc-André ter Stegen? Neuer war vor der WM 2018 auf der letzten Rille nach seinem Mittelfußbruch fit geworden und weiter als Nummer eins nach Russland geflogen. Viele riefen schon damals nach einer Wachablösung im Tor. Sie kam nicht – und wird weiter auf sich warten lassen. Gegen Serbien startete Löw mit Kapitän Neuer (85 Länderspiele) und brachte für die zweite Hälfte ter Stegen (22 Länderspiele). Dessen Nachteil: Deutschland testet 2019 nur noch einmal (am 5. Oktober gegen Argentinien), die weiteren acht Partien sind EM-Qualispiele. Wie jenes in Amsterdam gegen die Niederlande. Steht dann Neuer im Tor? „Davon können Sie ausgehen“, sagte Löw nach dem Spiel gegen die Serben. Neuer hat die Nase vorn.

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In der Verteidigung hat ein Trio die Nase vorn

Innenverteidigung: Mats Hummels und Jérôme Boateng sind aussortiert, jetzt hängt von ihren Nachfolgern ab, ob die DFB-Elf hinten endlich wieder sicherer steht. Auserkoren als der Abwehrchef der Zukunft ist Bayerns Niklas Süle. Gegen die Serben nicht immer sicher, ist der FCB-Stammspieler (in der Liga bislang 22-mal über die volle Spielzeit) bei Löw aktuell dennoch gesetzt. Aber wer wird sein dauerhafter Partner?

Chelsea-Kante Antonio Rüdiger verpasste 2018/2019 lediglich ein Premier-League-Spiel. Gegen die Serben wurde er aus Belastungsründen geschont, in den Niederlanden winkt die Startelf. Süle/Rüdiger – wenn sich dieses Duo einspielt, bleibt für Leverkusens Jonathan Tah und A-Team-Lehrling Niklas Stark von Hertha BSC nur ein Platz als Backup. Zumal auch Gladbachs Matthias Ginter, auf den Löw große Stücke hält, innen eingesetzt werden kann. Rüdiger, Süle, Ginter: „Diese drei können die Stabilisatoren der neuen Defensive sein“, sagt Löw. Gilt vor allem bei einer Dreierkette.

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Außenverteidigung: Wird es Offensiver, dürfte bei einer Fünferkette Thilo Kehrer die Nase rechts noch vor Leipzigs Lukas Klostermann haben, dem Löw „ein richtig starkes Debüt“ attestierte. Bei Paris Saint-Germain nicht immer fehlerfrei, muss Kehrer jedoch aufpassen – Klostermann, der am Mittwoch kurz vor Schluss angeschlagen raus und am Donnerstag verletzungsbedingt die Heimreise antreten musste, sitzt ihm mit Blick auf die kommenden Monate im Nacken. Konkurrenz belebt das Geschäft. So will es Löw.

Und wie sieht es links aus? Nico Schulz und Marcel Halstenberg sind im aktuellen Kader diejenigen, die sich um diese Position balgen. Halstenberg durfte gegen die Serben ran, die über seine Seite oft gefährlich werden konnten. Flanken? Dazu kam er kaum. Das spricht für den viel laufenden und oft präzise auflegenden Schulz. Und es gibt da ja auch noch einen Zweitligaspieler, der bei der nächsten Länderspielrutsche im Juni wohl wieder aufgestiegen ist und in den letzten Jahren bei Löw eine Bank war: Kölns Jonas Hector. Jetzt nicht berufen (Löw: „Behalten ihn im Blickfeld“), reiht er sich hinter Schulz mit Halstenberg auf Platz zwei der Linksverteidiger ein.

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Kroos ist bei Löw gesetzt - Duell zwischen Kimmich und Goretzka

Schaltzentrale: Bei Real Madrid stand er zuletzt heftig in der Kritik, bei Löw ist und bleibt Toni Kroos dennoch gesetzt. Ballverteiler, Mann für die entscheidenden Pässe, Hirn des Spiels – ein Kroos in Topform ist nicht wegzudenken. Gilt auch für Joshua Kimmich, den Löw für sich als Sechser entdeckt hat – während er bei den Bayern weiter rechts verteidigt. Beide zusammen, das habe sich „wegen der Spielstärke“ bewährt, so der Bundestrainer. Steht deshalb Ilkay Gündogan hinten an? Nein! Löw hat in der Zentrale weiter beste Möglichkeiten, Gündogan kann dort defensiv wie offensiv spielen, womit selbst auf jemanden wie Kroos ein gewisser Druck lastet.

Ähnlich läuft das Duell zwischen Kimmich und Leon Goretzka. Auf der Sechs liegt der Vorteil bei Kimmich – aber Goretzka kann auch weiter vorn reingeworfen werden und dort den Unterschied ausmachen. Gesehen bei seinem Tor zum 1:1 gegen Serbien. Die taktische Ausrichtung im Mittelfeld wird vom jeweiligen Gegner abhängig sein – und dementsprechend auch die Besetzung. Kroos/Kimmich/Gündogan, davor noch Goretzka – selbst das ist durchaus möglich. Und mit Emre Can von Juventus Turin gibt es noch eine weitere Alternative, die aktuell nicht zum Kader gehört.

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Offensive: Gegen Serbien eingewechselt, belebte BVB-Rakete Marco Reus das deutsche Offensivspiel enorm, bereitete den Ausgleich durch Goretzka vor und suchte selbst Abschlüsse. Bleibt Reus verletzungsfrei („nur“ 38 Länderspiele seit 2011), führt kein Weg an ihm vorbei und Supertalent Kai Havertz muss sich zum Dazulernen und als kreative, junge Alternative für eine Reinwerf-Lösung bereithalten. Und: Reus könne, so sagt es Löw, „natürlich eine Führungsposition einnehmen“. Links mit den besten Karten: Manchester Citys Leroy Sané. Vor der WM noch aussortiert, dreht er jetzt auch im DFB-Team endlich auf und setzt das um, was der Trainer fordert: er wartet nicht nur auf Bälle, er holt sie sich auch.

An Timo Werner führt für den Bundestrainer kein Weg vorbei

Dazu seine Geschwindigkeit – er könnte DER Faktor im anvisierten deutschen Tempo-Fußball werden – vor Julian Draxler (fehlt derzeit mit einer Sehnenreizung). Rechts liefern sich Serge Gnabry und Julian Brandt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit mehr Tempo und noch mehr Zug zum Tor spricht einiges für den Münchner Gnabry (fehlte nach einer Erkältung gegen Serbien). Werders Maximilian Eggestein bleibt im Mittelfeld zunächst nur die Rolle des Neulings, der sich langsam ins DFB-Team einleben soll. Während im Sturm einer glasklar gesetzt ist: Leipzig Timo Werner.

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