03. September 2019 / 15:04 Uhr

Joachim Löw über DFB-Umbruch und harte Kritik: "So wollten wir nicht gehen – so nicht!"

Joachim Löw über DFB-Umbruch und harte Kritik: "So wollten wir nicht gehen – so nicht!"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw erklärt im SPORTBUZZER-Interview den Umbruch beim DFB-Team und die nächsten Schritte
Bundestrainer Joachim Löw erklärt im SPORTBUZZER-Interview den Umbruch beim DFB-Team und die nächsten Schritte © Achim Keller
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Joachim Löw erläutert im SPORTBUZZER-Interview die nächsten Schritte beim personellen Umbruch der Nationalmannschaft. Beim Rückblick auf die zuletzt nicht immer einfache Zeit macht er klare Ansagen.

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Die harte Kritik nach der verkorksten Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr und dem danach erfolgten Abstieg in die Zweitklassigkeit der Nations League hat bei Joachim Löw offenbar neuen Kampfgeist geweckt. Er glaube zwar nicht, dass ihn die schwierige Phase „als Mensch verändert“ habe, sagte der Bundestrainer im SPORTBUZZER-Interview (hier geht es zum kompletten Interview): „Aber es hat das Bewusstsein gestärkt und die Sinne wieder geschärft, dass wir es auf neuen Wegen versuchen müssen, andere Lösungen zu suchen, offen für Innovationen zu sein, auch unsere Spielweise anzupassen.“

Das komplette Interview mit Joachim Löw

Tatsächlich habe er unmittelbar nach der WM in Russland aber an seiner Zukunft als DFB-Coach gezweifelt. „Nach jedem Turnier hinterfragt man sich. 2018 war ich relativ schnell sicher, dass ich weitermachen möchte, obwohl die Enttäuschung riesig war. 2014 habe ich länger gebraucht, 2016 auch“, erläutert Löw: „Ein paar Tage nach Russland habe ich mit Oliver Bierhoff zusammen gesessen und wir haben uns ganz offen und ehrlich gefragt: Haben wir die Motivation noch? Können wir die Mannschaft wieder aufrichten? Und für uns beide war klar, dass wir so nicht gehen werden. So nicht.“

Vor EM-Qualifikation gegen Holland: Ausgelassene Stimmung bei DFB-Elf

Löw: "Ich spüre Aufbruchstimmung bei uns"

Nach dem gelungenen Auftakt in die EM-Qualifikation mit drei Siegen aus drei Spielen blickt Löw vor den anstehenden Partien am Freitag in Hamburg gegen die Niederlande und drei Tage später in Belfast gegen Nordirland uneingeschränkt nach vorn. „Ich spüre eine Aufbruchstimmung bei uns, einen neuen Spirit. Man merkt, dass die Jungs Bock haben, in den nächsten Jahren etwas zu erreichen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Viele Dinge, die wir vor einigen Monaten eingeleitet haben, wurden gut umgesetzt“, sagt der Bundestrainer und erhofft sich nun, dass sich die Fortschritte der vergangenen Monate weiter stabilisieren. Dass der Anfang gemacht sei, habe aber beispielsweise der Sieg im vergangenen März in den Niederlanden bewiesen.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Klickt euch hier durch alle Debütanten von Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft - von Malik Fathi bis Mark Uth! Zur Galerie
Klickt euch hier durch alle Debütanten von Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft - von Malik Fathi bis Mark Uth! ©
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„Aber ein Turnier ist schwer einzuschätzen und zu berechnen“, sagt der 59-Jährige mit Blick auf die Europameisterschaft im kommenden Sommer: „Wir sind noch ein Jahr davor, haben gerade einen Neubeginn eingeleitet. In einem Turnier muss am Ende alles stimmen, wenn man ins Finale kommen will. Wir sind auf einem guten Weg und wollen zurück in die Weltspitze, wir haben Potenzial. Aber das müssen wir erst bestätigen. Die Qualität der Spitzenteams ist sehr eng zusammen in Europa.“

Löw will auf Experimente verzichten

Sein Team für die anstehende Aufgabe scheint Löw schon weitgehend gefunden haben. „Der erweiterte Kreis steht, ganz klar“, sagt der Bundestrainer, der nun offenbar auf Experimente verzichten will: „Die Mannschaft muss sich jetzt vor einem Turnier auch langsam einspielen, deshalb brauchen wir eine grundsätzliche Linie, einen roten Faden, auch personell. Wir haben schon sehr viele junge Spieler, denen wir jetzt das Vertrauen geben und die Verantwortung übernehmen sollen.“

Überhaupt möchte Löw den Schwerpunkt zunehmend auf die Entwicklung von Spielern mit Potenzial legen: „Wenn zwei die gleiche Leistung bringen, entscheiden wir uns jetzt eher für denjenigen mit Perspektive. Wenngleich wir auch hier die richtige Mischung brauchen. Denn wenn wir die ganz großen Spiele wieder gewinnen wollen, brauchen wir auch Erfahrung, nicht nur Unbekümmertheit.“

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