27. April 2021 / 07:41 Uhr

Jochen Breyer: Warum 30 Millionen Euro Ablöse für Trainer Julian Nagelsmann zu wenig sind

Jochen Breyer: Warum 30 Millionen Euro Ablöse für Trainer Julian Nagelsmann zu wenig sind

Jochen Breyer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die aufgerufene Ablösesumme für Julian Nagelsmann ist zu gering, meint <b>SPORT</b>BUZZER-Kolumnist Jochen Breyer.
Die aufgerufene Ablösesumme für Julian Nagelsmann ist zu gering, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
Anzeige

Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann wechselt zum FC Bayern. Kolportiert wird eine Ablöse von 30 Millionen Euro. Für SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer ist die Summe zu gering.

Anzeige

Lassen Sie mich mit einer steilen These einsteigen: Die 30 Millionen Euro, die Leipzig offenbar vom FC Bayern für Julian Nagelsmann fordert, sind nicht viel, sondern wenig. Wie ich darauf komme? Gönnen wir uns mal einen Blick in die Gerüchteküche des Spielermarktes. Der FC Arsenal hat angeblich ein Auge auf Dortmunds Dan-Axel Zagadou geworfen, als Ablöse stehen im Raum: 30 Millionen Euro. Dortmund wiederum könnte als Ersatz Wolfsburgs Lacroix holen, der VfL will Berichten zufolge: 30 Millionen Euro.

Anzeige

Und Robin Gosens wird bei Juventus Turin gehandelt, im Gespräch sind: 30 Millionen Euro. Bei solchen Summen "wird mir wirklich schlecht", sagt Gosens – und das macht ihn sehr sympathisch. Die Wahrheit ist aber: 30 Millionen sind auf dem durchgedrehten Spielermarkt trotz Corona nicht mal besonders viel. Auf dem Trainermarkt aber schon. Und das passt nicht zusammen. Aus meiner Sicht ist der Trainer (neben dem Kaderplaner) die wichtigste Personalie eines Klubs. Das beweist nicht zuletzt der FC Bayern: Als Hansi Flick von Niko Kovac übernahm, stand da plötzlich ein ganz anderes Team auf dem Platz – und holte sechs Titel.

Einen solchen Unterschied könnte ein Spieler nie machen. Apropos FC Bayern: Erinnern Sie sich noch an Alvaro Odriozola? Den lieh der Klub im Winter 2020 aus, er blieb aber ein Flop. Als er 2018 von Real Sociedad zu Real Madrid gewechselt war, hatte er wie viel gekostet? Richtig: 30 Millionen Euro.

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestsellerautor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-"Sportstudios", mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolumnisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).