10. Juli 2019 / 07:30 Uhr

Jockey Eddi Pedroza – von Hamburg ins Scheibenholz

Jockey Eddi Pedroza – von Hamburg ins Scheibenholz

Clemens Meyer
Leipziger Volkszeitung
Autor und Pferdebesitzer Clemens Meyer auf der Pferderennbahn im Leipziger Scheibenholz.
Autor und Pferdebesitzer Clemens Meyer auf der Pferderennbahn im Leipziger Scheibenholz. © Christian Modla
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An dieser Stelle schreibt Kult-Schriftsteller Clemens Meyer (41) über seine große Liebe, den Galoppsport. Der Sommernachtsrenntag beginnt am Donnerstag um 17 Uhr. Ab 21 Uhr findet im Rennbahn-Club eine After-Work-Party statt.

Leipzig. Der Berufsrennreiter Eduardo Pedroza, den alle nur Eddi nennen, ist bei der Morgenarbeit auf einem der zahlreichen Pferde von Trainer Andreas Wöhler – die westfälische Luft tut Eddi gut – denn ihm stecken noch die Nachwirkungen der Derbyfeier in Hamburg-Horn in den Knochen. Da gewann Eddi endlich sein erstes Derby, das Rennen der Rennen, wie es so schön heißt, die besten 3-Jährigen des Landes (und internationale Gäste) treten gegeneinander an.

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Eddi hat jedes große Rennen in Deutschland gewonnen, mehr als 1500 Siege, aber über dem Derby lag irgendwie ein Fluch. Und nun hat’s also endlich geklappt! Wer die Übertragung im Fernsehen oder im Internet gesehen hat, der konnte bei der Siegerehrung lautstarken Jubel vernehmen, regelrechte Sprechchöre wurden angestimmt, die noch lauter wurden, als im letzten Rennen des Derbytages das in Leipzig trainierte Pferd Mockingjay gewann.

Hurra, die Leipziger war’n da! Denn eigentlich sollte Leipzig im Derby laufen, der 3-Jährige, in Graditz gezüchtete Hengst wäre der erste Leipziger Derbystarter seit 1948 gewesen (im ostdeutschen Derby, dem großen Preis der 3-Jährigen im Hoppegarten liefen aber zig Leipziger, das sollte man nicht vergessen). Leipzig wäre mit Sicherheit nicht weit vorne zu finden gewesen, aber dabei sein ist alles, dachte sich die große Besitzergemeinschaft. Nun hat sich der Hengst aber leicht verletzt im Training, also heißt es weiter warten, vielleicht reift ja jetzt gerade einer der 2-Jährigen in der Obhut von Trainer Marco Angermann zu einem vielversprechenden Talent heran...

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Eddi also atmet Gütersloher Morgenluft, das Derby-Glück ist noch frisch, aber wie es so ist im Rennsport, nach dem Rennen ist vor dem Rennen, als ihn sein Trainer Wöhler direkt vom Pferd ans Telefon holt. Der Vize-Präsident des Leipziger Rennvereins ist dran und gratuliert und fragt mit heiserer Stimme (war wohl auch ne lange Nacht), ob denn Eddi nicht am Donnerstag in Leipzig reiten und sich feiern lassen wolle, es wäre uns eine Ehre! Und Eddi will! Seit Jahren war der einstige Publikumsliebling nicht im Scheibenholz. Also: vorbeikommen, Eddi sehen, Autogramme holen, Eddi feiern, von Hamburg ins Scheibenholz, Rennsport pur!

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