11. Oktober 2020 / 15:57 Uhr

1:1 in Freiburg: VfL-Frauen lassen die ersten Punkte liegen, Sorgen um Popp!

1:1 in Freiburg: VfL-Frauen lassen die ersten Punkte liegen, Sorgen um Popp!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Popp wurde vom Platz getragen
Popp wurde vom Platz getragen
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Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison Punkte liegen gelassen - in einer dramatischen Schlussphase in Freiburg. Erst musste Alexandra Popp verletzt raus, dann fiel in der fünften Minute der Nachspielzeit das Tor zum 1:1-Ausgleich für den SC.

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Was für ein bitteres Ende: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben am sechsten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga zum ersten Mal Punkte verloren, mussten sich beim SC Freiburg mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Die eingewechselte Zsanett Jakabfi hatte den Titelverteidiger in Führung gebracht, Hasret Kayikci traf in der fünften (!) Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich. Was womöglich noch bitterer ist: Alexandra Popp musste kurz vor Schluss vom Platz getragen werden, hatte sich offenbar nach einem Luftzweikampf den Fuß verdreht.

Popps Auswechslung weckte ganz böse Erinnerungen an die vergangene Woche, als sich Pauline Bremer im Spiel gegen den SC Sand das vordere Kreuzband sowie das Innenband im rechten Knie riss und lange ausfallen wird. Mit Ewa Pajor (Knie-OP) und Fridolina Rolfö (Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung) fehlen ohnehin zwei weitere Offensivkräfte.

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Die Lösung für die VfL-Offensiv-Sorgen in Freiburg: Mit Shanice van de Sanden (kam aus Lyon) und Karina Saevik (Paris) spielten in Freiburg gleich beide Last-Minute-Neuzugänge zum ersten Mal von Beginn an - Saevik übernahm den linken Flügel, van de Sanden die rechte Seite, Popp stürmte in der Spitze. Im Vergleich zum 4:0-Erfolg gegen den SC Sand vergangenen Mittwoch rotierten am Ende der englischen Woche zudem Anna Blässe, Joelle Wedemeyer und Dominique Janssen in die Startelf.

Im Möslestadion erarbeitete sich der VfL im ersten Durchgang ein Chancenplus. Blässe versuchte es nach knapp 25 Minuten aus der Distanz, doch der Schuss ging drüber. Im Gegenzug prallte ein Versuch von SC-Stürmerin Sandra Starke an die Latte (26.). Die Lerch-Elf drängte die Gastgeberinnen tief in die eigene Hälfte, doch das Team von Trainer Daniel Kraus stand kompakt und verteidigte diszipliniert. In der 33. Minute dann die Doppelchance für die Gäste: Erst blockte SCF-Keeperin Lena Nuding einen Weitschuss von Janssen ab, der darauffolgende Nachschuss der Niederländerin verfehlte haarscharf das Tor.

Zur zweiten Halbzeit kam mit Zsanett Jakabfi für Ingrid Engen eine weitere VfL-Offensivspielerin - sie sollte dabei helfen, den Druck erhöhen. Die Freiburgerinnen kamen zunehmend ins Wanken, nach 70 Minuten dann die vermeintliche Erlösung: Popp war aufmerksam und nutzte einen Fehler von Nuding aus, brachte die Kugel mit einem wuchtigen Kopfball auf Jakabfi, die ins lange Eck verwandelte - 1:0! Für die Ungarin ist es schon der vierte Treffer im sechsten Spiel. Bereits gegen Hoffenheim am zweiten Spieltag entschied die 30-Jährige das Spiel fast im Alleingang.

In den Schlussminuten war der VfL nur noch zu zehnt (bei der Popp-Verletzung hatte Lerch schon fünfmal gewechselt) nahm der SC sein Herz noch einmal in die Hand - und wurde belohnt, als Kayikci unmittelbar vor dem Abpfiff traf. "Mit der Auswechslung vor der Popp-Verletzung habe ich der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen", so Lerch. Das 1:1 fühlt sich wie eine Niederlage an - und die nehme ich auf meine Kappe." Popp konnte mit dick bandagiertem rechten Fuß zumindest die Heimreise mit dem Team antreten.

Unentschieden in Freiburg, das weitere Programm wird nicht einfacher für den Titelverteidiger: Kommenden Sonntag kommt der MSV Duisburg ins AOK-Stadion (14 Uhr), Anfang November gastiert der VfL dann bei Turbine Potsdam ehe es zum Top-Duell gegen den FC Bayern kommt. Die Münchnerinnen gewannen parallel mit 4:0 in Hoffenheim und sprangen ungeschlagen an die Tabellenspitze. Doch nicht nur der FCB ist eine Gefahr für die Wolfsburgerinnen, Turbine Potsdam ist nun punktgleich (16 Zähler) hinter dem VfL auf dem dritten Tabellenplatz.

SC: Nuding - Karl (83. Wensing), Steuerwald, Minge, Vojtekova - Müller (85. Memeti), Kayikci - Hoffmann, Bürger (63. Wittje), Starke - Stegemann.
VfL: Kiedrzynek - Blässe (66. Rauch), Wedemeyer, Goeßling (81. Hendrich), Janssen - Engen (46. Jakabfi), Oberdorf - van de Sanden (66. Wolter), Huth (77. Dickenmann), Saevik - Popp.

Tore: 0:1 (70.) Jakabfi, 1:1 (90.+5) Kayicki.
Schiedsrichterin: Heimann (Gladbeck).

Text wurde aktualisiert