03. Juni 2021 / 22:03 Uhr

Jonker lobt Wolfsburgs neuen Trainer van Bommel: „Mark war und ist ein Gewinner“

Jonker lobt Wolfsburgs neuen Trainer van Bommel: „Mark war und ist ein Gewinner“

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lobt den neuen VfL-Coach: Andries Jonker (M.), der ehemalige Trainer der Wolfsburger, freut sich für Mark van Bommel (l.), dass er jetzt eine Chance bei den Niedersachsen bekommt.
Lobt den neuen VfL-Coach: Andries Jonker (M.), der ehemalige Trainer der Wolfsburger, freut sich für Mark van Bommel (l.), dass er jetzt eine Chance bei den Niedersachsen bekommt. © imago sportfotodienst
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Wolfsburgs Ex-Trainer Andries Jonker spricht über den neuen VfL-Coach Mark van Bommel. Der Niederländer lobt seinen Landsmann: „Mark hat schon als Spieler wie ein Trainer gedacht.“

In den nächsten Tagen versucht Mark van Bommel, ein bisschen abzuschalten, bevor er am 1. Juli sein erstes Training als Coach des VfL leiten wird. Aber so ganz zur Ruhe wird der einstige Top-Spieler nicht kommen, zusammen mit seinem Trainerteam plant der 44-Jährige die Vorbereitung des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Und van Bommel ist keiner, der etwas dem Zufall überlässt. Ganz im Gegenteil: „Schon in seiner Zeit als Spieler hat er alles hinterfragt“, sagt Andries Jonker, der van Bommel aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern München kennt. „Er hat damals schon wie ein Trainer gedacht.“

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Wolfsburgs Ex-Trainer und der neue VfL-Coach waren von 2009 bis zum Sommer 2012 zusammen bei den Bayern gewesen, Jonker als Co-Trainer von Star-Coach Louis van Gaal, van Bommel als Führungskraft, als „Aggressive Leader“. Jonker: „Er hat sich immer mit der Strategie des Teams beschäftigt, und er hat sich darum bemüht, dass Louis Trainer in München wird, weil er einen Trainer wollte, der in Sachen Taktik überragend war.“

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Im Sommer 2009 holten die Bayern schließlich van Bommels Landsmann. Der ehemalige Mittelfeldspieler habe sich bei den damaligen FCB-Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge für van Gaal starkgemacht, erinnert sich Jonker. „Und später hat er sich darum gekümmert, dass Arjen Robben kommt“, weil van Bommel sich sicher war, dass die Bayern damals einen Typen wie den schnellen und abschlussstarken Niederländer „gebrauchen könnten. Diese Beispiele zeigen, dass Mark schon immer einer war, der mitgedacht hat“, lobt Jonker.

Übrigens: Sein erstes Spiel für die Bayern machte Robben ausgerechnet gegen den VfL, nach der Pause war der von Real Madrid geholte Weltklasse-Flügelspieler eingewechselt worden – und ließ nach der Führung von Mario Gomez das 2:0 und 3:0 folgen...

In der Saison 2009/10 waren Jonker und van Bommel mit den Münchnern Meister und Pokalsieger geworden, in der Champions League hatten sie sich erst im Finale gegen Inter Mailand mit 0:2 geschlagen geben müssen. Van Bommel hasst Niederlagen. Jonker: „Mark war und ist ein Gewinner, er macht alles, um zu gewinnen. Für ihn ist es nicht wichtig, wie er gewinnt, sondern dass er gewinnt.“ Als Jonker das erzählt fällt ihm eine Geschichte von vor einem Spiel der Bayern in Nürnberg ein. „Mark war mit dem Warmmachen nicht zufrieden gewesen, weil die Spieler nicht konzentriert waren. In der Kabine war er danach sehr sauer und hat das auch seinen Mitspielern gesagt. Er hat damals gesagt: ,Wenn wir hier so spielen wie wir uns warmgemacht haben, verlieren 0:3.’“

Ganz so schlimm wurde es jedoch nicht, es gab ein 1:1, was van Bommel jedoch mehr ärgerte als seine Mitspieler. „Es passiert nicht oft, dass ein Spieler nach dem Warmmachen böse wird. Aber Mark war immer hellwach, er war immer motiviert, er wollte einfach immer gewinnen. Und jeder, der nicht so gedacht hatte, hatte ein Problem mit Mark“, erzählt der ehemalige Wolfsburger Trainer. „Er fordert von sich selbst sehr viel, aber das fordert er auch von allen anderen aus der Mannschaft.“


Im Training etwa habe er mit den Coaches immer viel diskutiert, wenn die das Trainingsspiel abgepfiffen hatten und es van Bommel nicht gepasst hat. Jonker: „Mark wusste immer, ob es 6:6, 7:6 oder 6:7 stand. Wenn man etwas wissen wollte, musste man ihn fragen.“ Jonker lobt seinen Landsmann in höchsten Tönen. „Diese Emotionen, diese Persönlichkeit braucht man einfach, wenn man Großes erreichen möchte. Ich freue mich sehr für ihn, dass er jetzt solch eine super Chance beim VfL bekommt.“