21. Dezember 2018 / 06:00 Uhr

Gladbach-Senkrechtstarter Jonas Hofmann: „Der BVB ist eine Nummer größer“

Gladbach-Senkrechtstarter Jonas Hofmann: „Der BVB ist eine Nummer größer“

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gladbachs Jonas Hofmann blickt auf das Duell mit Borussia Dortmund.
Gladbachs Jonas Hofmann blickt auf das Duell mit Borussia Dortmund. © Imago
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Gladbachs Mittelfeldstar Jonas Hofmann über das Duell mit seinem Ex-Klub Borussia Dortmund und ein mögliches Debüt in der Nationalmannschaft.

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Wer hätte das vor der Saison gedacht? Borussia Mönchengladbach jagt am letzten Spieltag vor der Winterpause als Zweiter den Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund. Am Freitag (20.30 Uhr, ZDF) treffen sie in Dortmund aufeinander. Für Jonas Hofmann ist es ein ganz besonderes Spiel. Der 26-jährige Heidelberger spielte über vier Jahre für den BVB, eher er 2016 an den Niederrhein wechselte. Ein Gespräch über die Rückkehr und die Stärken der Klubs.

SPORTBUZZER: Herr Hofmann, hätten Sie erwartet, dass Ihr Ex-Klub so stark ist?

Jonas Hofmann: Es war für mich nicht abzusehen, dass der BVB so vornweg marschiert, wie es bisher der Fall ist. Wenn ein neuer Trainer und einige neue Spieler kommen, braucht es gemeinhin eine gewisse Zeit, bis sich alles eingespielt hat. Dass es nun so schnell Früchte trägt, das ist bewundernswert. Momentan entscheiden die Dortmunder Spiele wie in Mainz, die auf der Kippe stehen, fast allesamt für sich. Das spricht für ihre Routine und Abgeklärtheit. Deshalb sind sie aktuell klarer Titelfavorit. Aber wir alle wissen, wie schnell sich die Dinge im Fußball wieder ändern können.

Gibt es in dieser Saison endlich wieder einen anderen Meister als Bayern?

Zumindest hat es eine ähnliche Konstellation seit sechs Jahren nicht mehr gegeben. Und ich denke schon, dass vor allem der BVB mindestens ein Auge auf die Meisterschaft wirft. Für uns trifft das aber nicht zu. Aber ich habe Bayern längst noch nicht abgeschrieben.

50 ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach – wo sind sie gelandet?

Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur Fohlen-Fans ein Begriff sind. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. Zur Galerie
Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©
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Wo ist denn Ihre Borussia stärker als der BVB?

Schwierig. Ich denke, dass wir uns eingestehen müssen, dass Dortmund doch noch eine Nummer größer ist als wir. Die beiden bisher letzten Meisterschaften liegen erst sechs Jahre zurück, und Dortmund ist der erfolgreichste Verein hinter den Bayern. Deshalb macht es für uns wenig Sinn, irgendwelche Vergleiche zu ziehen.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Teamkollegen?

Mit den Jahren wird es weniger, aber zu dem einen oder anderen aus dem Staff besteht noch Kontakt, wenn auch nicht regelmäßig. Und auch mit Marco Reus tausche ich mich hin und wieder aus.

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War die Zeit beim BVB bisher die schwierigste Zeit Ihrer Karriere?

Das sehe ich überhaupt nicht so. Beim BVB hat meine Karriere begonnen, dort habe ich den Durchbruch als Profi geschafft. Trotzdem beschreiben viele meine Zeit in Dortmund immer als negativ. Das verstehe ich bis heute nicht so recht.

Wäre für Jonas Hofmann in der aktuellen Form Platz in der BVB-Elf?

Sehr interessante Frage! (lacht). Es macht für mich aber eigentlich keinen Sinn, darüber nachzudenken. Für mich ist einzig und allein wichtig, ob für mich ein Platz unter den ersten elf bei Borussia Mönchengladbach ist. Ob das woanders vielleicht auch der Fall wäre, das ist mir schnurzpiepegal.

"Die wichtigste Saison bei Borussia"

In Gladbach waren Ihre ersten zweieinhalb Spielzeiten eher durchschnittlich. Haben Sie in dieser Zeit an sich gezweifelt?

Man macht sich schon seine Gedanken, nach einer Saison über das Erreichte und vor der nächsten über die persönlichen Ziele. Und wenn die Vorsaison nicht so gut gelaufen ist, sagt man sich dennoch: „Die neue wird meine Saison, jetzt starte ich durch.“ Nach den ersten zweieinhalb Jahren, in denen es tatsächlich nicht so gut lief, bin ich häufig gefragt worden, ob ich über einen Wechsel nachdenke. Aber es ist nicht meine Art, einen Fünfjahresvertrag zu unterschreiben und dann, wenn es mal nicht läuft, nach zwei Jahren wieder abzuhauen.

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Ihr Vertrag läuft bis Sommer 2020.

Ja. Deshalb ist mir klar, dass diese Saison die bisher wohl wichtigste bei Borussia wird. Im kommenden Sommer bleibt nur noch ein Jahr. Dann ist es häufig so, dass es in Richtung Vertragsverlängerung oder eben in Richtung Abschied geht. Umso froher bin ich, dass die Saison bisher auch für mich persönlich so gut läuft. Und ich bin guter Dinge, dass es so weitergehen wird.

Dann könnte es auch mit der Nationalmannschaft klappen. Bundestrainer Joachim Löw hat Sie bereits zum Kandidatenkreis gezählt …

Es ist ein großer Traum, für die Nationalmannschaft zu spielen. Aber man sollte erst einmal über einen längeren Zeitraum, vielleicht sogar über Monate konstant gute Leistungen zeigen. Mit 26 bin ich im besten Fußballeralter und habe noch genügend Zeit.

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