12. März 2021 / 21:00 Uhr

Jörg Dahlmann reagiert auf "Sky"-Kündigung: Trennung wegen Sushi-Spruch "nicht okay und nicht fair"

Jörg Dahlmann reagiert auf "Sky"-Kündigung: Trennung wegen Sushi-Spruch "nicht okay und nicht fair"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jörg Dahlmann hat auf seine Kündigung durch den TV-Sender Sky reagiert.
Jörg Dahlmann hat auf seine Kündigung durch den TV-Sender Sky reagiert. © Getty Images/Instagram @joergdahlmann (Montage)
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Für Jörg Dahlmann ist das Kapitel "Sky" beendet. Am Freitag kündigte der Pay-TV-Sender dem Kommentator vorzeitig. Via Instagram meldete sich der 62-Jährige nach dem Aus zu Wort. Die Trennung wegen eines Spruchs, den er beim Zweitliga-Spiel am vergangenen Wochenende abgelassen hatte, hält Dahlmann für "nicht fair". Gleichzeitig distanzierte er sich von Rassismus.

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Jetzt meldet sich Jörg Dahlmann zu Wort: Nach seiner vieldiskutierten vorzeitigen Kündigung beim Pay-TV-Sender Sky hat der Kommentator Kritik am Umgang mit seiner Person geäußert. So sei laut dem 62-Jährigen ein bestimmter Spruch, seine Aussage beim Zweitliga-Spiel am vergangenen Wochenende zwischen Hannover 96 und Erzgebirge Aue (1:1), der Grund für sein Sky-Aus gewesen. Eine vergebene Gelegenheit vom japanischen 96-Rechtsverteidiger Sei Muroya kommentierte er mit den Worten: "Es wäre sein erster Treffer für 96 gewesen. Den letzten hat er im Land der Sushis geschossen."

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Dieser Kommentar wurde von einigen Fans als rassistisch gewertet und hatte für Kritik im Netz gesorgt. Nun erklärte Dahlmann via Instagram, er fühle sich durch die sofortige Trennung in eine rassistische Ecke gedrängt. "Ich wehre mich aber mit Händen und Füßen gegen diese absurden Vorwürfe", betonte Dahlmann. "Ich hasse Rassismus! Weltoffenheit und Diversität sind mir wichtige Anliegen. Die Trennung aus diesem Grund ist aus meiner Sicht nicht okay und nicht fair", schrieb er.

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Dahlmann verlangt "Respekt und Gerechtigkeit"

Er sei zudem von Sky "enttäuscht": Den Begriff "Land der Sushis" habe er als "Pseudonym für Japan" benutzt - "ähnlich wie Land der Fjorde für Norwegen", so Dahlmann weiter. "Einige Leute haben daraus einen rassistischen Hintergrund gebastelt. Dass sich manch einer dem Diktat dieser Hater beugt, macht mich sehr traurig. Es ist ein Sieg 'sozialer Hater' über den freien Journalismus." Schließlich werde der Ausdruck "Land der Sushis", wie Dahlmann nach eigenen Angaben "unzählige Japaner(innen) bestätigen", von ihnen selbst benutzt, verteidigte sich der Reporter. "Und zwar voller Stolz. Sie sagen, sie würden es null, Komma null als Rassismus empfinden." Angesichts der "schlimmen Vorwürfe" wolle er "Respekt und Gerechtigkeit, keine Fehlinterpretationen". Gleichzeitig bedankte er sich für die Unterstützung seiner Fans und Kollegen.

Der Pay-TV-Sender hatte die sofortige Trennung vom Reporter am Freitagnachmittag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur wie folgt erklärt: "Sky hat über viele Jahre hinweg gut mit Jörg Dahlmann zusammen gearbeitet. Allerdings hat er sich aus unserer Sicht bei seinen Kommentaren nun mehrfach unsensibel und unpassend verhalten", sagte der Sprecher. "Sky ist sich seiner Verantwortung als Medienunternehmen bewusst und hat sich deshalb dazu entschieden, dass er ab sofort nicht mehr eingesetzt wird." Dass der im Sommer auslaufende Vertrag zwischen dem TV-Journalisten und dem Sender nicht verlängert wird, stand schon mehrere Monate fest.

Dahlmann sorgte mit Spruch über Sophia Thomalla für Wirbel

Dahlmann hatte zuletzt häufiger mit umstrittenen Kommentaren für Aufsehen gesorgt: Vor dem Sushi-Spruch sorgte der Kult-Kommentator kurz vor Weihnachten für Aufregung, als er über Sophia Thomalla, die Freundin von Union-Berlin-Keeper Loris Karius, Aussagen getätigt hatte, die von vielen als sexistisch empfunden wurden. So sagte Dahlmann beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Union und dem SC Paderborn zum Debüt von Karius, der zuvor bei den Berlinern nur Ersatz war: "Hat den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen." Daraufhin wurde der Kommentator von Sky kurzfristig vom Pokalspiel zwischen Mainz 05 und dem VfL Bochum abgesetzt. Dahlmann entschuldigte sich für den "flapsigen Spruch" und kommentierte danach weiterhin für den Pay-TV-Sender.

Dahlmann war zur Saison 2017/18 zu Sky gewechselt, nachdem er zuvor unter anderem für das ZDF, Sky-Vorgänger Premiere, Sat.1, tm3 sowie DSF tätig war, das später zu Sport1 wurde. Dahlmanns extrovertierter und emotionaler Stil brachte dem gebürtigen Gelsenkirchener einen Ruf als Kult-Kommentator ein, sorgte immer wieder jedoch auch für Kritik.