26. Oktober 2021 / 08:29 Uhr

Stiko-Chef Mertens hält Impfdebatte um Bayern-Star Kimmich für "grenzenlosen Unfug"

Stiko-Chef Mertens hält Impfdebatte um Bayern-Star Kimmich für "grenzenlosen Unfug"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stiko-Chef Thomas Mertens (rechts) reagiert auf die Aussagen von Joshua Kimmich.
Stiko-Chef Thomas Mertens (rechts) reagiert auf die Aussagen von Joshua Kimmich. © IMAGO/MIS/dpa (Montage)
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Nach Ansicht von Thomas Mertens hat die öffentliche Debatte um den bisherigen Impfverzicht von Joshua Kimmich das angebrachte Maß überstiegen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission betonte, dass es sich um eine "persönliche Entscheidung" des Bayern-Stars handele.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält die öffentliche Diskussion um den Impfstatus von Nationalspieler Joshua Kimmich für überzogen. "Es ist die persönliche Entscheidung von Kimmich, und die soll es auch bleiben! Die Debatte um Kimmich ist ein grenzenloser Unfug", sagte Mertens (71) der Bild. Man würde niemals über private medizinische Entscheidungen von Kimmich diskutieren, "wäre er als Fußball-Profi nicht derart exponiert", erklärte der Stiko-Vorsitzende. Das 18-köpfige Expertengremium spricht die Empfehlungen für die Anwendung von Impfstoffen in Deutschland aus.

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Bayern-Profi Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein und damit für eine emotionale Debatte gesorgt. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich erklärt. Er sage nicht kategorisch, dass er sich "überhaupt nicht impfen lasse". Es sei "auch sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse", betonte Kimmich.

Die Bedenken Kimmichs hatte Mertens im Interview der Deutschen Presse-Agentur zurückgewiesen und unter Verweis auf Zulassungsstudien erklärt, dass es bisher nur "zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind." In der Wissenschaft sei man sich einig, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" gewesen seien. "Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar", hatte Mertens gesagt.