05. Dezember 2021 / 12:31 Uhr

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verteidigt Jude Bellingham – Bayern-Chef Oliver Kahn übt harte Kritik

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verteidigt Jude Bellingham – Bayern-Chef Oliver Kahn übt harte Kritik

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (links) und Bayern-Chef Oliver Kahn (rechts) sprechen über die Äußerungen von Dortmunds Jude Bellingham.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (links) und Bayern-Chef Oliver Kahn (rechts) sprechen über die Äußerungen von Dortmunds Jude Bellingham. © Getty Images (Montage)
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Jude Bellingham steht nach seinen Aussagen über Schiedsrichter Felix Zwayer zunehmend im Fokus. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nimmt den Youngster in Schutz. Bayern-Chef Oliver Kahn übt harte Kritik. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann erwartet derweil eine lange Sperre für Bellingham.

Die deutliche Kritik von Jude Bellingham an Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (2:3) beschäftigt auch die Chefetagen der beiden Klubs. Während BVB-Boss Hans-Joachim Watzke den englischen Nationalspieler in Schutz nimmt, hält dessen Münchner Pendant Oliver Kahn die Aussagen für nicht tolerierbar. "Ich bin der Letzte, der kein Verständnis hat für Spieler. Da sagt man schon mal Dinge, die man im Nachhinein mit absoluter Sicherheit bereut. Nur das geht natürlich schon einen Schritt zu weit. Einen gewaltigen Schritt", sagte der FCB-Vorstandsvorsitzende am Sonntag in der TV-Sendung Sky90.

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Der frühere Nationaltorhüter weiter: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass schon mal ein Spieler Derartiges von sich gegeben hat. Ich weiß nicht, wo er das her hat, so eine Aussage zu machen." Belingham hatte unmittelbar nach dem Abpfiff und mit Blick auf die umstrittenen Entscheidungen Zwayers, der dem BVB einen Foulelfmeter verwehrte und den Bayern einen Handelmeter gab, erklärt: "Du gibst einem Schiedsrichter, der schon in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?" Es war eine Anspielung des erst 18 Jahre alten Mittelfeldspielers auf den Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer in der Bundesliga 16 Jahre zuvor.

Das Interview beim norwegischen TV-Sender Viaplay Fotball könnte für Bellinghaum ein sportjuristisches Nachspiel haben. Schließlich ist Zwayer, der 2005 zu den Kronzeugen gegen Hoyzer gehörte, mittlerweile rehabilitiert. Hoyzer war vom Landgericht Berlin wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Zwayer wurde damals vom DFB rückwirkend für mehrere Monate gesperrt, weil er seinen Verdacht gegen Hoyzer nicht früher gemeldet und einmal ein 300 Euro hohes Honorar von Hoyzer angenommen haben soll.

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Watzke geht derweil nicht davon aus, dass der Dortmunder Profi nach seinen Aussagen mit Konsequenzen rechnen muss. "Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm daraus irgendwelche Nachteile entstehen", sagte der BVB-Geschäftsführer dem Kicker: "Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss." Ob man dies beim DFB ähnlich sieht, scheint zumindest offen. Dr. Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, erklärte: "Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen."

Hamann erwartet lange Bellingham-Sperre

Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann rechnet mit einer längeren Sperre für Bellingham. "Wir können nicht zulassen, dass ein Spieler die Integrität des Schiedsrichters infrage stellt. Deswegen hoffe ich und gehe auch davon aus, dass der DFB da mit aller Härte vorgeht", meinte der Sky-Experte: "Wir haben eine Vorbildfunktion. Das ist eine Aussage, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich gehe davon aus, dass wir ihn vor Weihnachten nicht mehr in der Bundesliga sehen."