05. Mai 2021 / 11:40 Uhr

Judo-Ass Scoccimarro im Kampf ums Olympia-Ticket selbstbewusst: "Ich kann das, keine Sorge!"

Judo-Ass Scoccimarro im Kampf ums Olympia-Ticket selbstbewusst: "Ich kann das, keine Sorge!"

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Selbstbewusst: Giovanna Scoccimarro (r.) will ihren Anspruch aufs Olympia-Ticket in Kazan untermauern.
Selbstbewusst: Giovanna Scoccimarro (r.) will ihren Anspruch aufs Olympia-Ticket in Kazan untermauern. © imago images/Revierfoto
Anzeige

In 80 Tagen um die Welt geht's für Giovanna Scoccimarro nicht ganz. Aber fast. Heute in 80 Tagen werden in Tokio die Olympischen Spiele 2020 mit einem Jahr Verzögerung ausgetragen. Die Lessienerin hat beste Chancen dabei zu sein, muss aber ihre Vornominierung beim Grand Slam in Kazan und bei der WM in Budapest mit starken Leistungen bestätigen - und eine Konkurrentin in Schach halten. 

Anzeige

Jetzt wird's richtig heiß im Kampf ums Tokio-Ticket. Am Donnerstag steigt Giovanna Scoccimarro beim Grand Slam in Kazan auf die Judo-Matte. Der Wettkampf in Russland ist der vorletzte im Rahmen der Qualifikation für Olympia. Dann folgt nur noch die WM im ungarischen Budapest - und die endgültige Nominierung am 15. Juni für die Spiele.

Anzeige

2020 hielt die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde kämpft, das Ticket schon in der Hand, blieb seitdem vornominiert. Aber: Sie muss weiter überzeugen, darf sich nicht ausruhen. Obwohl sie, klassenübergreifend nach Anna Maria Wagner (bis 78 Kilogramm), die zweitbeste deutsche Frau in den Judo-Weltranglisten ist.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Doch ausgerechnet in ihrer Kategorie bis 70 Kilo, in der sie Weltranglisten-Achte ist, tobt der spannendste Kampf ums deutsche Tokio-Ticket, gibt's mit Miriam Butkereit eine nationale Konkurrentin, die in der Quali-Rangliste noch an Scoccimarro vorbeiziehen könnte und zuletzt in Israel Boden gut gemacht hat. In der MOPO betonte die Glinderin nach ihrem Silber beim Grand Slam in Tel Aviv im März das gute Verhältnis zu Scoccimarro: „Wir haben es beide gleichermaßen verdient, ich gönne es ihr, sie würde es mir gönnen.“ Aber auch sie weiß: „Wir kämpfen beide um diesen Traum und nur eine darf fahren.“

Das wäre Stand heute aber immer noch die Lessienerin. In der Rangliste liegt Scoccimarro weiterhin vor Butkereit (13.) - und das will sie auch bleiben. "Ich will meine Leistung unter Beweis stellen und dem Trainer zeigen: Ich kann das, keine Sorge", sagt die 23-Jährige kampfbereit.

Dabei stand sie zuletzt fast vier Wochen gar nicht auf der Matte. Nach dem Corona-Hotspot in Georgien, wo die deutsche Delegation ebenso beim Grand Slam auf einen Start verzichtete wie kurz darauf in Antalya ("Danach durfte ich eine Woche nicht am Olympiastützpunkt in Hannover trainieren"), ging's auf die Kanareninsel La Palma ins Konditions- und Krafttrainingslager.

In Kazan ist sie morgen an Nummer 2 gesetzt, nur die Japanerin Chizuru Arai steht vor ihr. So gut platziert war die MTV-Kämpferin noch nie bei einem Grand Slam. "Ein besonderes Gefühl.", sagt sie. Und hält kurz inne. "Krass." Dann folgen selbstbewusste Worte: "Das habe ich mir erkämpft. Natürlich bin ich nicht die Nummer 2 der Welt, aber ich freue mich, dass ich mich in den vergangenen Jahren so gut in der Weltspitze etabliert habe - und das möchte ich auch in Kazan unter Beweis stellen."

Aufs Tableau hat sie im Vorfeld geschaut, die Auslosung aber zunächst nicht verfolgt. Von Nichts ablenken lassen. Konzentration aufs Wesentliche. "Wenn ich am Ende des Tages Erste sein möchte, dann muss ich gegen Jede gewinnen, die da vor mir steht." Das ist es. Zunächst vor ihr stehen wird nach einem Freilos morgen in Runde zwei die Siegerin des Duells zwischen Ai Rusnoda Roustant (Spanien) und Asma Alrebai (Bahrein). So oder so eine Außenseiterin. Ihre Konkurrentin Butkereit (Setzplatz 5) könnte es da im Fernduell mit Scoccimarro schon mit Lokalmatadorin Madina Taimazova zu tun bekommen - und die war zuletzt bei Europameisterschaften, beim Master und beim Grand Slam Dauergast auf dem Podium.