18. November 2020 / 19:25 Uhr

Judo-Ass Scoccimarro: Kommt es zur frühen Neuauflage des EM-Finals von 2017?

Judo-Ass Scoccimarro: Kommt es zur frühen Neuauflage des EM-Finals von 2017?

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vorfreude: Giovanna Scoccimarro möchte der Judo-EM in Tschechien am liebsten aufs Podest.
Vorfreude: Giovanna Scoccimarro möchte der Judo-EM in Tschechien am liebsten aufs Podest. © Marina Mayorova
Anzeige

Am Freitag endet die Wettkampf-Pause von Giovanna Scoccimarro. Monatelang hatte die Corona-Pandemie auch den Judosport lahmgelegt, jetzt feiern die Athleten des Deutschen Judobundes bei der EM in Prag ihr Comeback. Die Lessienerin würde ihr persönliches nur zu gern mit einer Medaille krönen.

Anzeige

Das Ende der Judo-Pause ist für Giovanna Scoccimarro eingeläutet. Am Mittwoch reiste die Lessienerin nach Tschechien, am Donnerstag startet in Prag die Europameisterschaft, am Freitag ist das Ass des MTV Vorsfelde im Einsatz.

Anzeige

Bereits im Frühjahr sollte die EM ausgetragen werden, wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie bis in den November verschoben. Scoccimarro und das deutsche Team hatten somit im Februar beim Heim-Grand-Slam in Düsseldorf den letzten internationalen Auftritt.
Denn zum Grand Slam im Corona-Hotspot Budapest (Ungarn) im Oktober hatte der Deutsche Judobund (DJB) noch keine Athleten entsandt. Nach Tschechien nun schon. „Zum einen sind die Qualifikations-Punkte für Olympia schon sehr wichtig“, sagt DJB-Sportdirektor Ruben Goebel zu der Entscheidung. „Zum anderen müssen wir uns einfach daran gewöhnen, wie so ein Wettkampf unter Corona-Bedingungen abläuft.“

Mehr heimischer Sport

Immerhin: Dort, wo die zweite Corona-Welle in Tschechien zuerst hineinschwappte, in Prag, dort ist der Rückgang jetzt am stärksten. Bezogen auf 100.000 Einwohner haben sich in der Hauptstadt im Durchschnitt der letzten sieben Tage (Stand Montag) rund 200 Menschen infiziert. Vor Wochen waren es noch an die tausend.

Natürlich herrschen aber noch strengste Sicherheitsvorkehrungen. Um die Kontakte zu minimieren, machen sich alle deutschen Sportler zu zweit per PKW auf den Weg nach Prag. Jede Athletin und jeder Athlet muss bereits vor der Anreise zwei negative PCR-Tests vorweisen und wird vor Ort zwei Tage vor dem Wettkampf getestet – danach sind 24 Stunden Quarantäne auf dem Hotelzimmer angesagt. „Ich werde mir Bücher mitnehmen und ein paar Serien aufs Handy laden, um den einen Tag rumzubekommen“, sagt Soccimarro, die am Wettkampftag selbst und vor der Abreise weitere Male getestet wird.

Während der gesamten Zeit vor Ort, dürfen sich die Athleten nur in einer sogenannten Bubble aufhalten. In dieser Blase ist nur der Aufenthalt im Hotel und in der Halle gestattet. Verstöße werden mit einer Disqualifikation geahndet.

Sportlich spannend wurde es dann am Mittwochabend. Die Auslosung stand an. Scoccimarro trifft in ihrem Pool nach einem Freilos zum Auftakt auf die Siegerin des Duells Alina Lengweiler (Schweiz)/Madina Taimazova (Russland). Im Erfolgsfall dürfte dann im Pool-Finale die Niederländerin Sanne van Dijke (Niederlande) warten - es wäre die Neuauflage des EM-Finals von 2017. Die Lessienerin wurde damals früh für eine kleine Wertung ausgekontert, fightete danach verbissen aber vergebens. Im November 2019 gelang ihr in der Bundesliga aber die Revanche – sie siegte per Ippon.

Für die Lessienerin ist es morgen der erste Wettkampf seit Februar und der Corona-Pause. Wie es sich wohl anfühlen wird? „Ab dem Warmmachen oder spätestens beim Angrüßen vor dem ersten Kampf wird es sein wie immer“, sagt sie.

Übrigens: Die EM wird das letzte große Turnier im Jahr 2020 sein. Der Weltverband IJF hat die jüngst erst wieder gestartete World-Judo-Tour bis zum Ende des Jahres ausgesetzt. Aufgrund von Corona gebe es zurzeit keine Chancengleichheit für Athleten