14. September 2021 / 17:46 Uhr

Bundesliga: "Ein geiler Kampftag" in Hannover zum Auftakt

Bundesliga: "Ein geiler Kampftag" in Hannover zum Auftakt

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Tim Gramkov vom JTH packt zu.
Tim Gramkov vom JTH packt zu. © Debbie Jayne Kinsey
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Raffinierte Taktik und vorbildliche Organisation: Beim ersten Bundesliga-Kampftag machte das Judo-Team Hannover sehr viel richtig. Nach einem spektakulären Unentschieden gegen Potsdam schmerze die Niederlage gegen Witten denn auch wenig.

Das Lob für die hannoverschen Judoka kam von allen Seiten. „Wir hätten hier die Schallmauer durchbrochen, hat uns Potsdams Trainer Christoph Schwarz erklärt“, sagte Nick Bobrowski vom Judo-Team Hannover. Denn beim ersten Bundesliga-Kampftag in der Hockey-Halle von Nachbar Hannover 78 war von den sonst stets so lauten Trommlern der Potsdamer nichts mehr zu hören. „Wir waren beim Anfeuern einfach lauter“, sagte Bobrowski.

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Sportlich erfolgreicher waren allerdings die Gäste. Gegen die Brandenburger vom UJKC Potsdam kamen die Männer des JTH zu einem 7:7, danach gegen den zweiten Gast SUA Witten nur zu einem 2:12. Zuvor hatte Potsdam mit 8:6 gegen Witten gewonnen.

Impressionen vom Bundesliga-Kampftag des Judo-Teams Hannover gegen die Gäste des UJKC Potsdam des SUA Witten.

Impressionen vom Bundesliga-Kampftag des Judo-Teams Hannover gegen die Gäste des UJKC Potsdam des SUA Witten. Zur Galerie
Impressionen vom Bundesliga-Kampftag des Judo-Teams Hannover gegen die Gäste des UJKC Potsdam des SUA Witten. ©

„Meine Taktik ist dennoch aufgegangen“, sagt Bobrowski. Denn gegen beide Gegner war sein Team nur der Außenseiter. Doch der Trainer ließ Elias Frank, der stets aus München anreist, zwar in der Klasse bis 90 Kilogramm einwiegen, aber bei den Männern bis 100 Kilogramm kämpfen. Für die sieben Gewichtsklassen mit jeweils Hin- und Rückkampf war Frank sogar zweimal vorgesehen.

„Dass er dann die zehn Kilogramm schwereren Gegner zweimal mit Ippon auf die Matte gelegt hat, war schon bemerkenswert. Für mich war Elias der Kämpfer des Tages“, sagte Bobrowski.

Tausch für die Rückkämpfe

Dennoch blieb es die 14 Kämpfe über extrem spannend. Die Führung wechselte – oder es stand remis. Nach den sieben Duellen des Hinkampfes hatten der vor Wochenfrist neu gekürte deutsche Meister Tim Gramkow (bis 81 kg), Dan Matuschowitz (bis 66 kg), Christoph Siegel (bis 73) und eben Frank die Siege zur 4:3-Führung geholt. Danach musste Bobrowski drei Athleten für die Rückkämpfe tauschen, tat das aber in den drei weiteren Gewichtsklassen und setzte weiter auf das siegreiche Quartett.

Frank und Gramkow ließen keine Zweifel aufkommen. Doch als Siegel als vorletzter Kämpfer auf die Matte ging, ging Bobrowskis Rechnung beim 6:6-Zwischenstand nicht auf. „Christoph hatte schon nach Punkten geführt, sich aber einen kleinen Fehler erlaubt“, sagte der Trainer. Jener wurde bestraft. Statt des geplanten 7:6 stand es 6:7.


Zweiter Sieg für Matuschowitz

Da waren Matuschowitz und alle Kämpfer mit ihren Anfeuerungsrufen im allerletzten Duell gefordert. Es klappte, aber erst nach nervenzehrenden vier regulären plus drei weiteren Minuten bis zum Golden Score. Alle anderen holten sich heisere Stimmen, Matuschowitz aber seinen zweiten Sieg. „Mit dem gleichen Wurf gegen den gleichen Gegner“, sagte der überglückliche Trainer. So war zumindest das 7:7 gerettet.

„Das war ein geiler Kampftag. Die Potsdamer und wir verstehen uns bestens und hatten uns alle vorgenommen, dass dieser Kampftag nicht so schnell vergessen wird. Das hat auch geklappt“, sagte Bobrowski.

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Auch das dritte Team war angetan. „Die hatten zuvor noch keine echte Vorstellung davon, wie ein Heimkampftag unter Corona-Bedingungen aussehen könnte. Von unserer Orga in der großen Halle, der Teststation auf dem Gelände und der ganzen Stimmung waren sie begeistert und wollen das nun bei sich auch so aufziehen.“

Hannover wird somit zum Vorbild für die Liga – nur beim Ausgang des zweiten Duells gegen Witten nicht. Auf so eine 2:14-Niederlage kann das JTH in Zukunft verzichten. Nur Tom Moritz (bis 73 kg) im Hin- sowie Sebastian Kunze (bis 60 kg) im Rückkampf konnten Siege holen. „Aber dass Witten kaum zu schlagen sein würde, wusste ich. Da habe ich lieber alle aus dem Team einmal kämpfen lassen“, sagte Bobrowski.