21. November 2020 / 11:30 Uhr

"War der klar bessere Mann": Judoka Igor Wandtke nach EM-Aus bedient 

"War der klar bessere Mann": Judoka Igor Wandtke nach EM-Aus bedient 

Stefan Dinse und Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Früh raus: Igor Wandtke verpasst bei der EM die Zwischenrunde. 
Früh raus: Igor Wandtke verpasst bei der EM die Zwischenrunde.  © Falk Scherf/DJB
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Igor Wandtke, Judoka vom JT Hannover, musste gegen Viktor Sterpu ein bitteres EM-Aus hinnehmen. Hinterher ärgerte er sich vor allem über die "höchst fragwürdigen" Entscheidungen in diesem Kampf. Mit ein bisschen mehr Glück wäre durchaus der Einzug ins Finale möglich gewesen. Derweil schieden auch Tim Gramkow (TKJ Sarstedt) sowie Giovanna Scoccimarro aus. 

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Sekunden vor Schluss sprang Igor Wandtke seinen Gegner noch an, er versuchte alles. Doch der Judoka vom JT Hannover bekam in der Klasse bis 73 Kilogramm keinen Zugriff mehr, sein Gegner ließ sich fallen. Das bedeutete das EM-Aus. „Nicht mal für diese Aktion am Ende hat er eine Strafe bekommen, obwohl das unsportlich war“, schimpfte Wandtke. „Ich war der klar bessere Mann, die Entscheidungen in diesem Kampf waren höchst fragwürdig.“

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Wandtke machte seinem Frust anschließend mit einem kurzen Schrei Luft. Gegen Viktor Sterpu aus der Republik Moldau war er nicht nur der aktivere Kämpfer, er zeigte obendrein drei Schulterwürfe. Die zogen jedoch keine Wertung nach sich. „Wenn man seine Aktion gibt, dann hätte ich auch Punkte bekommen müssen“, monierte Wandkte. Nach einem Freilos und dem Sieg über den Ungarn Frigyes Szabo schien der Hannoveraner auf dem besten Weg zum Sieg in Pool C und zu einer Medaille.

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Finale? "Das wäre auch für mich gut möglich gewesen"

53 Sekunden vor dem Ende wurde das Duell unterbrochen und die Matte von einem Schweißfleck gesäubert. Das dauerte länger als eine Minute. „Das war natürlich sehr unglücklich, weil mein Gegner am Abbauen war. Die Pause hat ihm geholfen“, so Wandtke. 18 Sekunden vor Schluss erwischte es ihn dann.

Für Sterpu reichte es ins Finale. „Das wäre auch für mich gut möglich gewesen bei den nächsten Gegnern“, sagte Wandtke. Er befürchtete, nun vorerst aus den internationalen Rängen für die Olympiaqualifikation zu rutschen. „Das klärt sich aber erst am Montag, wenn die neue Rangliste rauskommt“, sagte Wandtke genervt.

Auch Gramkow und Scoccimarro scheiden aus

Für Tim Gramkow (TKJ Sarstedt) war seine EM-Premiere in der Klasse bis 81 Kilogramm schon nach seinem ersten Kampf zu Ende. Gramkow war erst am Montag nachnominiert worden. Nach einem Freilos in Runde eins stand er der italienischen Nummer 31 der Weltrangliste, Antonia Esposito, gegenüber.

Der Sarstedter war durch die Pause nach seinem Kreuzbandriss 2018 auf Rang 97 der Weltrangliste abgerutscht. Er verlor nach einem insgesamt zu passiven Auftritt gegen einen erfahrenen Kontrahenten. Gramkow kassierte zwei Strafen und eine Wertung (Waza-Ari).

Auch Giovanna Scoccimarro (Hannover/bis 70 kg) schied in den Poolkämpfen aus. Nach einem Freilos unterlag sie der Russin Madina Taimazowa und verpasste damit das Viertelfinale.

Dieser Kampf wurde erst im Golden Sore entschieden, beide hatten zunächst keine Punkte erzielt – aber eine Strafe für Passivität erhalten. Auch in der Verlängerung, die geschlagene fünfeinhalb Minuten dauerte, folgte keine Wertung. Scoccimarro und Taimazowa belauerten sich in gebeugter Haltung. Die clevere Russin erweckte indes den Anschein, etwas mehr zu tun. Die Vorsfelderin erhielt zwei weitere Strafen, damit war die Entscheidung gefallen.