07. Mai 2021 / 13:00 Uhr

Jugendfußball im Muldental/Leipziger Land: Viele Erfolge und einige Sorgen

Jugendfußball im Muldental/Leipziger Land: Viele Erfolge und einige Sorgen

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Gerade die kleinen Kicker leiden derzeit unter den Pandemiebestimmungen.
Gerade die kleinen Kicker leiden derzeit unter den Pandemiebestimmungen. © Sven Bartsch/Archiv
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Die Verbände aus dem Muldental/Leipziger Land und Nordsachsen arbeiten beim Fußball-Nachwuchs eng zusammen. Durch die ein oder andere Kooperation fallen gar Ländergrenzen. In der vergangenen Spielzeit 2020/21 gingen ganze 213 Jugendteams an den Start.

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Döbeln. Die nackten Zahlen sind nicht nur auf den ersten, sondern auch noch auf den zweiten Blick beeindruckend: 213 Nachwuchs-Mannschaften, aufgeteilt auf 21 Staffeln, sind im Spieljahr 2020/2021 im teilweise erweiterten Einzugsbereich des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land an den Start gegangen.

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Um ganz konkret zu werden: Bei den A- und B-Junioren wird eine gemeinsame Liga mit dem Nordsächsischen Fußballverband betrieben, der in diesen Altersklassen vier beziehungsweise drei Teams stellt. In der Kreisoberliga der E-Jugend ist neben Muldental/Leipziger Land (vier Mannschaften) und Nordsachsen (eine) der Fußballverband der Stadt Leipzig (acht) nicht unerheblich beteiligt. Verbandsübergreifende Spielgemeinschaften lassen weitere Grenzen fallen. So kooperieren bei den A-Junioren der SV Ostrau (Muldental/Leipziger Land) und der BC Mügeln (Nordsachsen), in der B-Jugend der TSV Burkartshain (MTL/LL) mit dem FSV Blau-Weiß Wermsdorf und dem FSV Luppa (beide Nordsachsen), bei den C-Junioren Ostrau und Mügeln sowie der FSV Dürrweitzschen (MTL/LL) mit Wermsdorf und Luppa, in der D-Jugend der SV Zschaitz (MTL/LL) mit Ostrau und Mügeln II sowie bei den E-Junioren der SV Geringswalde/Schweikershain (Mittelsachsen) und der BC Hartha II (MTL/LL).

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Bei den C-Junioren wird gar die Schwelle in ein benachbartes Bundesland überschritten. Hier bilden der TuS Pegau und der SV Elstertrebnitz zwei Spielgemeinschaften mit Eintracht Profen aus dem Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.



Dominik Hildebrandt aus Bennewitz hat als Vorsitzender des Jugendausschusses alles unter seinen Fittichen und im Auge. Der 35-jährige ist zusätzlich Liga-Leiter in der D-Jugend und betreut in dieser Altersklasse vier Staffeln, obendrein mischt er beim Sächsischen Fußballverband in der Arbeitsgruppe Futsal mit. Zudem ist er seit reichlich zehn Jahren Schiedsrichter, eingestuft momentan in der Männer-Kreisoberliga, steht auf der Unparteiischen-Liste des Falkenhainer SV. Dort sowie beim ATSV Frisch Auf Wurzen hat er selber gekickt, bevor es ihn wegen einer Berufsausbildung nach Österreich verschlug und er beim FC Hittisau weiter der Kugel hinterher jagte. Wieder zurück in Deutschland, ging es umgehend ab zur Bundeswehr, als Soldat ist er aktuell im Ausbildungskommando Leipzig tätig.

In der knapp bemessenen Freizeit dominiert das runde Leder seinen straffen Tagesablauf. Als Chef des Nachwuchsbereiches im hiesigen Verband besteht eine enge Kommunikation mit den anderen Staffel-Leitern, die wie er überwiegend aus der Gilde der Referees stammen: „Das Zusammenwirken klappt super, wir verständigen uns untereinander vorwiegend per E-Mail oder Handy. Und die elektronische Bearbeitung der Vorgänge rund um den Jugendfußball macht die ganze Sache schließlich um einiges leichter. Früher lief vieles noch komplizierter ab, mit Formularen auf Papier und dergleichen. Einer wie Wilfried Gatzsche hat das alles noch miterlebt. Er war sage und schreibe 50 Jahre im Amt, hat im vergangenem Jahr aufgehört. Nochmals ein großes Dankeschön, vor solchen Sportfreunden kann man nur den Hut ziehen.“

Auch in puncto Zusammenarbeit mit den beteiligten Verbänden darf Hildebrandt von den berühmten ineinander greifenden Rädchen sprechen. „Das funktioniert ebenfalls absolut reibungslos, gerade zum Ausschussvorsitzenden Jens Barth vom Nordsächsischen Verband habe ich einen sehr guten Draht.“ Soweit zu den positiven Dingen.

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Die mit der Pandemie zusammen hängenden Ungewissheiten gehören definitiv nicht dazu. „Wir stehen allesamt in den Startlöchern, sind allerdings von politischen Entscheidungen abhängig. Man darf wirklich gespannt sein, wo der Weg in Zukunft hinführt.“ Der umtriebige Sportfunktionär aus dem Muldental macht aus seinen Befürchtungen keinen Hehl, möchte zwar keinen Pessimismus verbreiten, jedoch den Blick für die Realitäten nicht verlieren „Wir müssen ungeachtet der Schlupflöcher wie verkürztes Großfeld oder Spiele ohne Wertung mit dem Rückzug von Mannschaften rechnen, so hart es klingt. Der Rattenschwanz kommt wohl erst noch. Hoffentlich bleibt es in einem erträglichen Rahmen. Wenn ich mit Vereinen telefoniere, wird häufig der oft im Mai liegende Termin der Beitragszahlungen als Orientierungspunkt genannt. Bleiben dann Zahlungen von Mitgliedern aus, könnte es tatsächlich ernst werden. Wir werden auf jeden Fall alles in unserer Macht stehende tun, um eine negative Entwicklung zu verhindern.“

Silberstreif am Horizont waren die zuletzt wieder stattgefundenen Trainingseinheiten, obwohl die jüngst in Kraft getretenen neuen Beschränkungen einen erneuten Rückschritt bedeuten. Dominik Hildebrandt möchte sich seinen Optimismus aber keineswegs nehmen lassen, nicht ohne warnend den Zeigefinger zu heben: „Insbesondere die Kinder und Jugendlichen brauchen die sportliche Betätigung wie die Luft zum Atmen. Schließlich geht es nicht nur um die Bewegung an sich, sondern ebenso um die notwendigen sozialen Kontakte und um die Erhaltung von Freundschaften.“ Eine Meinung, mit der er garantiert offene Türen einrennt.

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